Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Weihnachten wie immer

„Nein, Mama, wir wollen alles so machen wie immer!“, protestierten drei Kinder, als ich vorschlug, dieses Jahr vielleicht nicht mehr zum Kindergottesdienst zu gehen, sondern ein bisschen später zu einem anderen.

Unser Weihnachten war also wie immer: mit Weihnachtsfriedensverkündung, Milchreis (der unterm Federbett quillt in unserem Bett schläft, während wir weg sind) zum Mittagessen, Kindergottesdienst, Geschenken unterm Baum und Weihnachtssauna.

Und mit -10 Grad und Schnee!!!
(Und das ist sehr viel mehr, als wir an einem „Weihnachten wie immer“ erwarten dürfen!)

Mein schönster Moment des Tages – neben dem, als alle schon aus der Kirche hinausströmten und der Organist noch in der kerzenbeleuchteten Kirche Händels „Ave Maria“ spielte – war dann auch, nach der Sauna dampfend auf der Bank im verschneiten Garten neben dem schneebedeckten, funkelnden Weihnachtsbaum zu sitzen.


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22. Dezember

Heute war letzter Schultag und erster Ferientag zugleich.

Letzter Schultag, weil es Zeugnisse hier grundsätzlich am Samstagmorgen gibt, mit Eltern. Finde ich ja eigentlich nicht schlecht, aber wo die Weihnachtsferien sowieso schon so kurz sind…! Wir quälten uns heute also um 6:30 Uhr aus dem Bett, dann gingen die Kinder voraus in ihre Schulen, und wir kamen eine Stunde später nach. Der Ähämann nahm das Auto, ich den Tretschlitten. In der Schule sangen wir sehr lustige Weihnachtslieder, dann gab es Zeugnisse. Um zehn fingen endlich die Ferien an.

Statt Grossputz oder Weihnachtslebensmitteleinkauf machten wir die erste Skitour der Saison.

Den Kilometer Kunstschneeloipe, auf dem sich die Fitnessjünger drängten und fast über den Haufen fuhren, liessen wir links rechts liegen und bogen auf einen ausgedehnten Teil des Turkuer Loipennetzes ab, der zwar noch nicht gespurt ist, aber wunderbarst zu befahren war, und auf dem wir insgesamt drei Skifahrern begegneten. Ich wusste noch gar nicht, was für schönen Wald wir mitten in der Stadt haben…! Und es schneite einfach immer weiter und weiter und weiter…! Nur mit dem Tageslicht war es, am kürzesten Tag des Jahres, nicht weit her. Zum Glück sind die Loipen hier alle beleuchtet, sonst hätten wir uns seeehr beeilen müssen, rechtzeitig wieder zurück zu sein.

Die letzte Skitour zu Ostern, die erste kurz vor Weihnachten, dazwischen ein Rekordsommer. Was für ein wunderbares Jahr! <3


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kolmesataakaksikymmentäkolme

Diesen Herbst hat der erste Schnee recht lange auf sich warten lassen. Bis letzten Freitag noch fuhren wir alle Fahrrad. Die Strassen waren selbst bei Frost trocken und nicht glatt, und weil es noch nicht geschneit hatte, lagen auch noch keine Streusplittschichten auf den Radwegen. Perfekt.

Gestern dann war es wie immer: früh lag nur eine zarte Schneeschicht – vielleicht einen halben Zentimeter dick, aber genug, um die Kinder mit dem Bus in die Schule zu schicken und selbst zum ersten Mal diese Saison das Winterfahrrad in Benutzung zu nehmen – tagsüber schneite es weiter, und nachmittags rief mich der kleine Herr Maus an, er sei vom Hort direkt zu seinem Schulfreund zum Schlittenfahren gegangen, wie lange er denn bleiben dürfe. Ausserdem: weisse Strassen und das erste Eis auf dem Fluss.

Auch mein Fahrrad war ganz dick beschneit, als ich Feierabend hatte. Während ich es mit den Handschuhen abfegte und die Satteltasche anklipste, ärgerte ich mich über das Auto, das mit laufendem Motor direkt vor mir neben der Schule stand. Aber immerhin war es eine 323, von der ich schon fast dachte, es gibt sie gar nicht: ich habe nämlich letzte Woche mehrmals die 324 und sogar innerhalb eines Tages alle Nummern von 324 bis 326 gesehen, aber tja.

Un dann schnurrte mein doch schon recht in die Jahre gekommenes Winterfahrrad mit den Spikes leichtfüssig über festgefahrenen Schnee – ausser da natürlich, wo seit letztem Jahr blöderweise gesalzt wird – nach Hause, wo der grosse Herr Maus schon Schnee geschippt hatte und der kleine Herr Maus gerade mit roten Backen vom Schlittenfahren heimkam.

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Finnisierung XLIII

Jahrelang habe ich verständnislos den Kopf geschüttelt: „Nach Lappland fahren zu Ostern…! Zum Skifahren…! Die spinnen ja, die Finnen!“

Aber nun ja. Von der Vorstellung, dass Ostern hierzulande irgendwas mit Frühling zu tun haben könnte, habe ich mich dann trotzdem recht schnell verabschiedet. Und was soll ich sagen? Dieses Jahr konnte ich mir einen Osterspaziergang auf Skiern plötzlich bestens vorstellen.

Es ist natürlich ein Unterschied, ob zu Ostern matschiger Neuschnee mal wieder die Hoffnung auf Frühling zunichte macht, oder ob man seit mittlerweile sechs (!) Wochen (!) in Schnee, blauem Himmel und Sonne schwelgt. Sonne, die jeden Tag zehn Minuten länger scheint, jeden Tag mehr wärmt und den Schnee jeden Tag ein bisschen mehr verschwinden lässt, ohne dass er überhaupt erst matschig wird.

Und so cremten wir uns gestern die Gesichter mit Sonnencreme ein, zogen die Sonnenbrillen auf und fuhren bei 4 Grad plus und blendender Sonne nochmal eine Runde im Lieblingsskigebiet, das nicht von ungefähr Klein-Lappland genannt wird.

Wasserski :D

Schöner hätte der Skisaisonabschluss – und vermutlich war es wirklich die allerletzte Gelegenheit, denn unten im Tal, als wir wieder am Parkplatz ankamen, kann es nur noch eine Sache von Stunden gewesen sein, bis die schon ganz feucht getaute Schneedecke in der Nachmittagssonne an irgendeiner Stelle das erste Loch bekommen hätte, und wenn erstmal die dunkle Erde durch den weissen Schnee guckt, dann hat er das Spiel gegen die Frühlingssonne endgültig verloren – nicht sein können!

[Finnisierung I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, VIIIa, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV, XVI, XVII, XVIII, XIX, XX, XXI, XXII, XXIII, XXIV, XXV, XXVI, XXVII, XXVIII, XXIX, XXX, XXXI, XXXII, XXXIII, XXXIV, XXXV, XXXVI, XXXVII, XXXVIII, XXXIX, XL, XLI, XLII, offizielle]