Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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„Bahne frei! Kartoffelbrei!“

Wir hatten am Wochenende sowohl volles Programm als auch bestes Rodelwetter. Ein Glück – denn so ein Abstecher zum Schlittenberg passt immer noch irgendwo dazwischen. Auch gleich zweimal.

Wir hatten natürlich die gesamte Ausrüstung mit: den blauen Plasteschlitten, die grüne Schüssel, für jedes Kind einen Poporutscher. Aber das Beste ist doch mein alter Hörnerschlitten!

„So ein toller alter Schlitten…!“ hören wir bei jedem Rodelbergbesuch mindestens dreimal. Und das ist ja auch wahr! <3


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Hofpause

„Ich bin heute in der Schule ganz viel Schlitten gefahren!“ erzählt das Fräulein Maus begeistert.

„Wie?“ frage ich. „Habt ihr Schlitten in der Schule?!“

„Ja, jede Menge!“ sagt das Fräulein Maus. „Und man darf auch seinen eigenen Schlitten mitbringen. Den muss man dann aber bei seinen Anziehsachen abstellen.“

(Nochmal Kind sein in Finnland…!)


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Der erholsamste Urlaub des Jahres

Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Es wurde tatsächlich der wärmste Lapplandurlaub, den wir je erlebt haben. Keine Eislichter. Zwei Tage Nieselregen. Pappschnee, der Skifahren nahezu unmöglich machte.

Dafür schneite es dann, als es endlich wieder ein paar Grad kälter wurde, Rekordmengen. Wir mussten uns regelrecht von der Haustür aus ausgraben. Die Kinder schaufelten sich Schneehöhlen. Der Ähämann und ich machten – weil wir diesmal die Papaoma zum Kinderhüten dabeihatten – eine lang ersehnte Skitour, allerdings unter erschwerten Bedingungen: eine halbe Stunde, nachdem die Pistenraupe durch war, sah es wieder so aus, als ob sie nie dagewesen wäre, und nach der Hälfte der Tour wurde der Schnee wieder pappig.

Trotzdem hatten wir eine Woche sehr viel schöneren Winter, als wir in Turku gehabt hätten. Und zur Not kann man auch einfach eine Woche im Mökki abhängen: lesen, rodeln , Holz reinholen, Schularbeiten vorm Kamin machen, Schnee schippen, jeden Abend in die Sauna gehen, nichtstun.

Nur für den Faschingsdienstag – der hier „Rodeldienstag“ heisst und traditionell mit Schlittenfahren gefeiert wird, hatten sich die Kinder ein Programm gewünscht, und so fuhren wir in die nächste Kleinstadt, wo auf dem Parkplatz eines Sportgeschäftes ein riesiger Schneehügel zum Schlittenfahren aufgeschüttet war und der Einzelhandelsverband Würstchen und heissen Saft ausgab. Und für den Abreisetag hatten sie auch einen Wunsch: „Bittebitte, können wir wieder ins Arktikum gehen?!“

Erholsam wie kein anderer Urlaub. Nur von den Touristenzentren, die immer überlaufener werden, muss man sich fernhalten. Aber das klappt im Blauen Roten Mökki ganz gut.


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Gestern

Früh machte ich schnell noch ein Foto. Damit wir uns, wenn wir am nächsten Tag mit Gummistiefeln zum Kindergarten stapfen würden, noch daran erinnern könnten, wie wir einst drei Wochen lang in einem Winterwunderland gelebt und den gleichen Weg mit dem Schlitten zurückgelegt hatten.

Abends ging der grosse Herr Maus mit seiner Pfadfindergruppe samt Eltern und Geschwistern schlittschuhlaufen. Es nieselte schon leicht, und ich sagte noch, wie froh ich sei, dass ich dank des grossen Herrn Maus jetzt den Winter wirklich bis zur letzten Minute nutzen würde, als ich – das ist mir seit Jahren nicht passiert – in hohem Bogen aufs Eis flog, mit der Schulter zuerst. Der Tag endete also mit einem Besuch in der Notaufnahme, wo mir schliesslich – ich sage ja schon immer, dass wir hier wie auf dem Dorf leben – der Vater eines Kindergartenkollegen die Schulter wieder einrenkte.

Als ich heute gegen Mittag meinen Schmerzmittelrausch ausgeschlafen hatte, wehte draussen ein frühlingshaftes Lüftchen, es regnete in Strömen, und vor dem Haus rumorte der Schneepflug und schob Matsch beiseite.

Timing kann ich immerhin.


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Auf dem Rodelberg

Versprochen ist versprochen.

Am Sonntagabend waren wir auf unserem stadtteileigenen Rodelberg, der aber leider von Jahr zu Jahr buckeliger wird, ziemlich wenig Schnee hat und dieses Jahr nicht mal beleuchtet ist. Nach drei- oder viermal Schlittenfahrenfliegen hatten die Kinder dann auch genug und fragten, ob wir nicht mal wieder auf den schönen Rodelberg gehen könnten. Gleich am Mittwoch, wenn keiner irgendwohin muss?! Bitte!

Immerhin führten die -16°C dazu, dass sie nach anderthalb Stunden freiwillig wieder mit nach Hause kamen.

Nach einem heissen Bad und zwei Litern Griessbrei ging’s uns auch allen wieder gut.


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Winterkinder

So als zweites Kind hat man’s gut. Da darf man sogar schon im zarten Alter von 8 Monaten rodeln gehen.

(Gut, dass wir dieses Jahr ob der dürftigen Schneeverhältnisse bei uns im Süden zusätzlich zu unserem Hörnerschlitten noch so eine Plasteschüssel einen Plasteschlitten gekauft haben – auf dem Hörnerschlitten könnte das Mäusebaby ohne Babylehne nicht so toll gezogen werden, und mit Babylehne könnten wir nicht alle gemeinsam rodeln.)

((Der Rodelberg war übrigens wie die daneben beginnende Langlaufloipe perfekt präpariert.))