Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Im Schlaf reisen

Eines der besten Dinge am Lapplandurlaub ist die Anreise.

„Können wir bald mal wieder mit dem Schlafzug fahren?!“ hatten die Kinder früher das ganze Jahr über zwischen zwei Lapplandurlauben genauso sehnsüchtig gefragt wie in den letzten beiden Jahren, in denen wir nicht in Lappland waren.

Und es ist ja auch wirklich ganz wunderbar, so mit Eulen durch die Nacht zu ziehen.

Und dann am späten Vormittag ausgeruht anzukommen, den Herrn Picasso aus dem Waggon mit den Rentieren drauf zu holen und ihn die letzten läppischen 100 km der Reise erledigen zu lassen.

(Und man kann bis zur letzten Minute im Urlaub bleiben und Montagfrüh direkt vom Bahnhof in den Kindergarten, in die Schule und auf Arbeit gehen.)


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Mit Eulen durch die Nacht

Die neuen Schlafwagen der finnischen Bahn sind… ein Traum!

Schade ist nur, dass man sich schon fast gar nicht mehr wie in einem Zug fühlt: das Knacken der langen, langen Waggonkette beim Anfahren, das gleichmässige Tocktock-tocktock der Räder auf den Schienen, das hektische Bim-bim-bim-bim-bim der zahllosen Bahnübergänge – hört man alles nicht mehr. Nur noch das Rauschen der Klimaanlage und die tiefen, schniefenden Atemzüge der Kinder. Keine Bahnhofslaterne blinzelt mehr alle paar Stunden, wenn der Zug in einer Stadt hält, durch den Vorhangspalt. Im oberen Stockwerk wird man dafür geschaukelt wie in einem Schiff: schwankend sass ich mittags im Bahnhofsrestaurant in Rovaniemi, schwankend sass ich gestern auf Arbeit am Schreibtisch; erst etliche Stunden später hörte das auf.

Nicht einmal die Tatsache, dass es in den neuen Schlafwagen nur noch zwei statt drei Betten übereinander gibt, konnte unsere Begeisterung trüben. Im Gegenteil. Auf die neuen Kinderfahrkarten der finnischen Bahn kann man jetzt hinten draufschreiben, von wo nach wo man gereist ist, wer dabei war und was das Schönste an der Zugfahrt war. “Auf dem Fussboden schlafen.” schrieb das Fräulein Maus auf die Hinfahrkarte. Auf die Rückfahrkarte: “Im Zug duschen.”


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Winterurlaub: (1) Zugfahren

Für derzeit 211 € (an den billigen Tagen, aber noch können wir uns das ja einrichten) bringt die finnische Eisenbahn ein Auto und bis zu drei Erwachsene über Nacht von Turku oder Helsinki nach Rovaniemi. Ein Schnäppchen, ehrlich.

Dieses Jahr haben wir uns zum ersten Mal eine Kabine mit DREI Betten übereinander zurechtmachen lassen müssen. Unten schlief das Mäusemädchen, in der Mitte ich mit dem Minimäuserich, ganz oben der Ähämann mit dem Mäuseknäbchen. Es war überraschend viel Platz.

Ich habe geschlafen wie ein Stein. Sogar die Rangiererei in Tampere, bei der der Zug komplett auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt wird, habe ich dieses Jahr zum ersten Mal verschlafen. Nur nachts um drei wachte ich kurz auf, da waren wir gerade in Seinäjoki, und draussen wuselten mit Atemwolken vorm Gesicht zehn Männer von der Post und verluden Säcke vom Zug in Postautos und auf Postfahrräder.

Und in Rovaniemi sass der Steinmann vom Helsinkier Hauptbahnhof.


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Impressionen aus Lappland

Eigentlich wäre unser alljährlicher Lappland-Winterurlaub dieses Jahr gar nicht nötig gewesen. Schnee und Frost haben wir ja dieses Jahr auch hier bei uns „im Süden“ ausreichend. Aber in Lappland ist es eben doch nochmal ein ganzes Stück schöner.

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Urlaubsrückblick in Bildern

J-FIs und unsere wahrscheinlich letzte gemeinsame Reise mit dem Autozug. Diesmal von Helsinki, weil alle Autoplätze von Turku aus vor über einem Monat schon ausgebucht waren. Immerhin kamen wir so in den Genuss einer fast brandneuen Autobahn mit sieben gigantischen Tunneln. Ausserdem fallen die zwei Stunden Herumsteherei und –rangiererei in Tampere weg, während der ich immer nicht schlafen kann. (Der Nachtzug von Turku wird in Tampere komplett auseinandergenommen und mit Teilen eines anderen Zuges wieder zusammengesetzt. Auch die Schlafwagen werden dazu samt Passagieren zweimal über irgendwelche Abstellgleise geschoben.)

Das Bahnhofsrestaurant in Rovaniemi ist allerdings um Welten besser als das in Helsinki. (Während es in Turku gleich gar keins gibt…)

Das Mäusekleinkind überraschte mich beim Betreten unseres Abteils mit den Worten: „Letztes Mal hat Mäusekleinkind mit Mama da unten geschlafen!“ (Und nein, darüber haben wir seither weder nochmal gesprochen, noch gibt es Fotos davon.)
Diesmal schlief das Mäusekleinkind mit Papa oben. Das Mäusebaby hat seine erste Nachtzugfahrt prima gemeistert – im ruckelnden Zug schläft es sich wunderbar. Leider nur ist er immer aufgewacht, wenn der Zug angehalten hat. Aber das tue ich ja auch.

Im Mökki angekommen, packten die Kinder als erstes den Spielzeugkoffer aus.

Der Ähämann dagegen seine Gewürzsammlung.

Dann konnte der Urlaub beginnen. Und was tut man in so einem Mökkiurlaub? Abhängen!

Und viel lesen.

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So sieht der Wintersport einer Grossfamilienmutter aus.

Und so Mäusebabys Lieblingsbeschäftigung.

Käuflich erwerbliche Superseifenblasenlösung eignet sich übrigens nicht zum Gefrieren. Die Seifenblasen bekommen höchstens eine plastiktütenartige Konsistenz.

Mit selbstgemachter Spülmittellösung ging es bei -22 Grad jedoch hervorragend. (Der Ähämann allerdings verzweifelte fast, weil ein seltsamer Wind, den es bei diesen Temperaturen eigentlich gar nicht geben sollte, das Fotografieren der gefrierenden Seifenblasen nahezu unmöglich machte.)

Raum ist in der kleinsten Hütte… zum Glück passte in das kleine Schlafzimmer ausser zwei Kinderbetten auch noch der Kinderwagen. Denn bei -22 Grad konnten wir das Mäusebaby beim besten Willen nicht draussen schlafen lassen – ohne Kinderwagen und Vorhang vor den Augen ist das Mäusebaby allerdings beim besten Willen auch nicht zum Schlafen zu bewegen tagsüber.

Neuschnee gab’s dann auch noch genug. Es entstanden nicht nur solche Engelfamilien, sondern sprichwörtliche himmlische Heerscharen.

So macht Autofahren Spass. (Hundert Meter vorher hatte uns der Linienbus mit ca. 90 km/h überholt.)

Und dann entstand natürlich noch das traditionelle Lappland- Familienporträt. (2005, 2006, 2008, 2009)