Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Reiserückblick: Isländisches Viechzeug

Ich war nie ein Pferdemädchen. Und bis heute finde ich Kühe, Esel, Schafe und Ziegen viel süsser als Pferde.

Aber die kleinen Islandpferdchen, die dort allüberall so malerisch in der Gegend herumlaufen – und bei schlechtem Wetter ganz ergeben stundenlang mit gesenktem Kopf auf der Stelle stehen – die habe ich gleich ins Herz geschlossen.

Unser erster Zeltplatz lag direkt neben Islands höchstgelegener Farm, auf der es neben Schafen und einem zutraulichen gefleckten Hund eine ganze Herde Pferde gab.

Während wir das Zelt aufbauten, stand das Fräulein Maus am Zaun und hielt den Pferden Gras hin. Während wir abwuschen, stand das Fräulein Maus am Zaun und streichelte Pferde. Während wir Rucksäcke packten, stand das Fräulein Maus am Zaun und wedelte den Pferden Fliegen aus dem Gesicht. Sie verbrachte jede freie Minute dort, und bevor an unserem zweiten und letzten Morgen dort eine Gruppe Reiterinnen zu einer Ganztagstour aufbrach, durfte sie sogar eine kleine Runde reiten.

Noch mehr als von den Pferdchen war ich natürlich trotzdem von den Schafen begeistert. Die leben in Island den ganzen Sommer über frei wie hierzulande die Rentiere und werden erst im Herbst wieder zusammen- und für den Winter in den Stall getrieben. Sie stehen, meist in Dreiergrüppchen, allüberall: neben den Strassen, auf den Strassen, am Strand, an Flussfufern und auf den Bergen.

Schnell wusste ich, dass ich auch so einen Islandpullover als Andenken haben möchte. Und zwar einen von einem schwarzen Schaf. Denn die schwarzen Schafe sind die allersüssesten. Am vorletzten Tag fanden wir zum Glück einen Nicht-Souvenirladen, in dem Frauen aus der Gegend ihre Handarbeiten verkaufen und wo man sich unter ungefähr dreihundert Pullovern entscheiden konnte musste.

Ich freu‘ mich jetzt schon auf den Herbst und Winter, wenn mich das schwarze isländische Schaf schön warm halten wird.