Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Autofreier Geburtstagsausflug

Letztes Jahr konnte man ja – noch als Testprojekt – während der Sommerferien mit dem Stadtbus in den 30 km entfernten Nationalpark fahren. Seit diesem Jahr kann man das während des gesamten Sommerfahrplans von Ende April bis Ende September tun, und zwar jeden Tag; am Wochenende noch komfortabler als unter der Woche, da fahren die Busse jede Stunde von 8 bis 19 Uhr.

Ich finde das Projekt grossartig und wollte eigentlich gleich im April die erste Busfahrt ins Moor machen, spätestens in den Sommerferien mit den Kindern hinfahren… aber wie das so ist, war natürlich immer irgendwas anderes. Aber im Spätsommer ist es dort sowieso am schönsten, und als dann noch die Wettervorhersage recht gut aussah, wünschte ich mir den Ausflug einfach zum Geburtstag.

Die liebste Freundin, mit der ich vor elf Jahren das letzte Mal einen Geburtstag verbracht hatte, kam auch mit. Sie war nämlich diese Woche auf Tagung in Turku, und unsere Zeitpläne erlaubten es immerhin, dass wir uns zweimal abends, einmal zu einem zweiten Frühstück und fast den ganzen Sonnabend sehen konnten. Apropos: wenn Ökologen eine Tagung organisieren, dann gibt es plastikfreie Namensschilder, Tagungsbeutel, die in einer Behindertenwerkstatt aus recycelten Stoffen genährt wurden, das Programm nur noch digital und für alle über 1000 Teilnehmer auch in den Kaffeepausen immer richtige Tassen statt Wegwerfbechern. (Unter anderem.) Und passenderweise durften die Tagungsteilnehmer alle kostenlos Bus fahren in Turku.

Der grosse Herr Maus macht Hausaufgaben: ein digitales Herbarium erstellen.
(Mit seinem Schul-iPad, das in Turku alle Viertklässler bis zum Ende ihrer Grundschulzeit zur Verfügung gestellt bekommmen.)

Ursprünglich wollten wir einen ganz anderen Geburtstagsausflug machen, aber weil ich mir den auch autofrei gewünscht hatte, wäre er, weil wir ein bisschen zu lange darüber nachgedacht hatten, ziemlich teuer geworden. In zwei Wochen darf ich dann nochmal einen Geburtstagsausflug machen!


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Mit dem Stadtbus ins Moor

Vor etlichen Wochen, als es noch nicht zu heiss zum Wandern war, fuhren wir auf der Landstrasse nach Norden. Die Landstrasse, die auch zum Nationalpark führt, aber da wollten wir nicht hin, sondern noch ein Stück weiter. Jedenfalls bog ein paar Kilomter vorm Nationalparkparkplatz, da, wo eigentlich eine Endhaltestelle ist, ein gelber Stadtbus vor uns auf die Strasse und fuhr – sehr zu unserer Verwunderung – ebenfalls nach Norden! (Obwohl er ja eigentlich nach Süden und zurück in die Stadt hätte fahren müssen.)

Nun ist es so, dass die Gemeinde Turku eine sehr eigenartige Grenze hat: in der Mitte ist die eigentliche Stadt, im Süden gehören noch ein paar Inseln dazu, und im Norden ragt eine 20 km lange Spitze Turku ins Land. So kommt es, dass eine Stadtbuslinie schon immer sehr, sehr weit, bis fast ans Ende dieser Spitze – die Spitze selbst endet an einem Felsen im Moor – hineinfährt, aber eben leider sechs Kilometer vor dem dem Nationalpark endet.

Der gelbe Stadtbus jedenfalls fuhr sechs Kilometer lang vor uns her und bog dann auf den völlig umgestalteten Wanderparkplatz ein, und siehe da, es gab da eine Haltestelle und einen Fahrplan, der uns darüber informierte, dass man in diesem Sommer die ganzen Ferien über mit dem Bus zum Wandern fahren kann.

Es war dann ja erstmal ein paar Wochen lang viel zu heiss zum Wandern, aber als es am Wochenende zum ersten Mal ein bisschen abkühlte – aber nicht zu viel: ein Bad im umrundeten See war mehr als willkommen! – ergriffen wir die fast schon letzte Gelegenheit beim Schopf.

Voll toll, umweltfreundlich und zum Stadtbustarif ins 30 km entfernte Moor fahren zu können! Das könnten sie ruhig während des gesamten Sommerfahrplans jedes Wochenende anbieten!


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Nachtfrost und Schneeschauer

Wir sind ja eigentlich dran gewöhnt.

An unserem ersten Ostern in Finnland machten der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich eine Radtour mit Zelt. Als wir nach dem Frühstück unser Geschirr abspülen wollten, mussten wir erstmal ein Loch ins über Nacht wieder zugefrorene Meer klopfen.

Aber gut, dass wir heute verabredet waren. Sonst wären wir bei 1°C Tageshöchsttemperatur vermutlich trotzdem nicht zu einer Wanderung aufgebrochen.

Dabei war es natürlich wie immer: wenn man erstmal draussen ist, ist es richtig schön.

Alles Wasser im Moor war mit einer Eishaut überzogen. Der Schnee, der ab und zu fiel, war nicht der sonst für diese Jahreszeit typische windgepeitschte Schneeregen, sondern segelte wie Frau Holles feinste Daunen vom Himmel. Viel besser als Regenschauer!

Und die Sonne wärmte schon richtig. Ist ja schliesslich schon Mitte April.


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Spätsommer im Moor

Jemand hat endlich mein Seufzen erhört und einen familienfreundlichen Rundwanderweg durchs Moor angelegt. Sechseinhalb Kilometer auf Planken einmal rund um einen See. Blauer Himmel, gelbe Birken, warme Sonne.

(Ich könnte jetzt sagen: Jetzt kann der Herbst kommen…! Aber lieber wäre es mir schon, wir könnten noch ein paar Wochenenden so weitermachen.)