Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Saisonabschluss

Obwohl wir diesen Winter gar nicht sooo oft eisbaden waren – irgendjemand war immer krank oder hatte etwas anderes vor – haben wir es diese Saison immerhin geschafft, sowohl am allerersten als auch am allerletzten Tag da zu sein.

Heute Baden bei Schneesturm.
Zwischen Schwänen, Strandläufern und Seeschwalben.

(So ist das im April. )

Dann zogen die Aprilwetterwolken davon und machten Platz für blauen Maihimmel.


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Angekommen

Richtig wieder zu Hause angekommen fühle ich mich immer erst, wenn ich im Meer war.

Auch im Winter.
Besonders im Winter.

„Na, was hat euch denn der Weihnachtsmann gebracht?“, wurden die Kinder von den Saunastammgästen begrüsst. Auch sonst drehten sich die Gespräche um Weihnachten. Es wurde durchgezählt, wer zu Heiligabend vormittags noch Eisbaden war, sich erinnert, wie früher, in der alten Sauna, dann immer die Verkündung des Weihnachtsfriedens im Fernseher lief, sowie eine Diskussion über die perfekte Zubereitung des traditionellen finnischen Weihnachtssalats geführt, die mit den Worten „Also ich kaufe den immer fertig im Supermarkt“ beschlossen wurde. Dann wurden die Kinder mit „Bis zum Bauchnabel?!“ „Bis zum Hals!“ das nächste Mal ins Meer geschickt.


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Im Hafenbecken baden

Das einzige, was im Hostel auf Suomenlinna fehlt, ist eine Sauna. (Es handelt sich bei dem Hostel um ein historisches Schulgebäude. Vielleicht wäre es zu kompliziert geworden, eine Sauna einzubauen.)

Aber es gibt da ja seit Neuestem Abhilfe.

Vorfreudig hatten wir die erst diesen Herbst eröffnete Sauna und das Schwimmbecken im Hafen schon mehrmals von der Fähre aus beäugt, dann aber beschlossen, dass es im Dunklen bestimmt noch schöner wäre, da zu baden.

(Und wir nach ausgedehnten Stadtspaziergängen auch durchgefroren genug, um Sauna und warmes Badewasser besonders nötig zu haben.)

Es war dann auch tatsächlich sehr schön – und ein bisschen skurril – mit Blick auf den angestrahlten Dom und neben den haushohen Schwedenfähren quasi im Hafenbecken herumzuschwimmen.

Bewacht von in Daunenjacken mit Pelzkragen verpackten Rettungsschwimmern, die ausserdem alle zwei Minuten das Eis von der Treppe kratzen mussten, weil Frost und nasse Füsse, die von der Sauna ins Schwimmbecken und noch nassere Füsse, die vom Schwimmbecken zurück in die Sauna tapsen, nun mal keine besonders günstige Kombination sind.

(Nächstes Mal denke ich beim Packen besser nicht nur ans Saunamützchen, sondern auch an die Eisbadeschuhe!)


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Im Meer

Die Hälfte der Familie setzte heute den letzten Sommerplan in die Tat um und verbrachte den Tag im Kletterpark. Der grosse Herr Maus aber hatte mir in letzter Minute gestanden, er würde sich gar nicht so viel aus Kletterpark machen und lieber mit mir die Eisbadesaison eröffnen.

Und so gingen wir beide heute schon wieder im Meer schwimmen.

Nur jetzt dann eben mit Sauna.


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Ein Julitag in Finnland

Der heutige Tag begann mit einer etwas groben geschwisterlichen Auseinandersetzung. Danach klagte das Fräulein Maus über anhaltende Schmerzen im Handgelenk, und weil sie sonst nicht zimperlich ist, mussten nach dem Frühstück alle ihre Buskarten und etwas zur Beschäftigung einpacken, und wir fuhren zunächst in die Notaufnahme. (Notaufnahme, weil: Juli. Und weil man uns aus der Poliklinik sowieso zum Röntgen dahin überwiesen hätte. Kann man sich die Zeit und Lauferei sparen.) Es war mittelvoll da, aber Kinder kommen quasi sofort dran, und die Krankenschwester, die sich den Fall zunächst anguckt und über Dringlichkeit und nötige Massnahmen entscheidet und die uns nach 15 min hereinrief, fragte und tastete und ruckelte ein bisschen und befand, da sei nichts verstaucht oder gar gebrochen, und wir müssten da nicht erst auf einen Arzt warten. 20 min nach Nummerziehen waren wir wieder draussen.

Hinterher fuhren wir in die Stadt und machten auf den Schreck, was wir schon lange machen wollten: wir gingen in die Lottosauna. Es ist nämlich so, dass wir sämtliche lustigen Saunas, die im Kulturhauptstadtjahr an verschiedenen Plätzen in der Stadt aufgestellt worden waren, verpasst haben. (Es war auch ein bisschen schwierig mit dem kleinen Herrn Maus, der damals noch ein Baby war. Den hätte man ja schlecht mit reinnehmen können. Und die Öffnungszeiten waren eher… nicht so flächendeckend.) Diesen Monat gab es wieder eine, gesponsert von der finnischen Lottogesellschaft. Eine Containersauna mitten in der Stadt am Flussufer. Mit Überraschung im Inneren, hatte es gehiessen.

In der Lottosauna muss man das Wasser nicht mit der Kelle auf den Ofen schmeissen , sondern an einer Lottokugel ziehen, und über dem Saunaofen ist ein grosser Bildschirm, auf dem ein Livebild vom Fluss zu sehen ist, und wenn man an der Kugel zieht, dann taucht aus der Tiefe eine tropische Insel auf. Oder kommt eine Luxusjacht auf dem Fluss vorbeigefahren. Lottowerbung eben, klar. Aber lustig. Unsere Kinder haben noch nie so begeistert (und oft) Aufguss gemacht.

Überhaupt ist in der Stadt gerade richtig viel los: es gibt eine Flussfähre – eine ehemalige Autofähre – die den Aurajoki auf und ab fährt, während man Bier (für 6 € den halben Liter) trinken kann, man kann sich Motorboote (46 € die Stunde) ausleihen, sämtliche Cafés haben ihre Tische auf die Strasse gestellt (und verkaufen Tortenstücke für 6 €), es gibt Kioske für Eis (3,50 € die Kugel) und Frozen Yoghurt (2,90 € / 100g, wovon 2,5 % dem WWF zur Rettung der Saimarobbe gespendet werden), und nebenher finden noch gleichzeitig eine Segelregatta, ein Trabrennen und ein Rockfestival statt. Überall Leute.
Ab überübermorgen versinkt die Stadt dann wieder in Winterschlaf Herbststarre.

Für uns gab es Eis aus dem Lidl (übrigens mein Kulturschock schlechthin, als es im Lidl in Deutschland nur Grosspackungen Eis gab und keine einzelnen Stiel- oder Waffeleise), wobei wir auf dem Weg dahin noch zufällig den Paten des grossen Herrn Maus sowie Zar Alexander I. über den Weg liefen, und als wir wieder zu Hause waren, verschwand das Fräulein Maus zur Freundin aus dem Nachbarhaus, der grosse Herr Maus fuhr mit dem Fahrrad zum zweitbesten Freund, nach dem er plötzlich grosse Sehnsucht hatte, und der kleine Herr Maus langweilte sich ein bisschen. Mit dem ging ich dann mal schnell in den Wald neben dem Haus, nachgucken, ob es schon Heidelbeeren gibt.

Mit zwei ratzfatz gefüllten grossen Tassen voller Heidelbeeren kamen wir wieder, deckten den Abendbrottisch auf der Terrasse, telefonierten den grossen Herrn Maus herbei, holten das Fräulein Maus aus einem Planschbecken voller Nachbarskinder und sassen halb neun endlich alle am Tisch, aber die Kinder kamen gar nicht zum Essen, weil sie alle durcheinander dem Ähämann berichten mussten, was wir heute alles Aufregendes erlebt haben.

Hach, Ferien…!


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Finnisierung XLII

Oder: Die beste Art, einen finnischen Sommertag zu verbringen.

Das waren zwei sehr schöne Nachmittage mit der deutschen Freundin, die damals als Austauschstudentin in meinem allerersten Finnischkurs an der Uni neben mir sass, und die gerade zwei Inseln weiter Urlaub macht und uns netterweise in die Sauna ihres Urlaubsmökkis eingeladen hat.

Und das Allerbeste: die insgesamt sechs Kinder verstehen sich immer noch blendend.

[Finnisierung I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, VIIIa, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV, XVI, XVII, XVIII, XIX, XX, XXI, XXII, XXIII, XXIV, XXV, XXVI, XXVII, XXVIII, XXIX, XXX, XXXI, XXXII, XXXIII, XXXIV, XXXV, XXXVI, XXXVII, XXXVIII, XXXIX, XL, XLI]