Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Radtour mit Wasserbus

Weil es neulich so schön war, machten wir das Ganze gestern nochmal als Tagesausflug.

Fahrräder auf den Wasserbus und eine halbe Stunde lang flussabwärts und am Hafen vorbei auf die nächste Insel schippern, den Luxusradweg mit dem Edelasphalt und dem aufgemalten Mittelstreifen bis zur hintersten Spitze der Insel entlangfliegen und auch ein Stückchen Wanderweg fahren, Schafen, Rehen, Hasen und Gänseküken begegnen, in einer Holzvilla mittagessen und in einer anderen kaffeetrinken, Homeoffice am Strand, Schwimmen mit Schiffen, ein paar Geocaches suchen und kurz vor Abfahrt des letzten Wasserbusses Richtung Stadt noch vom schönsten Platz aus der ersten Schwedenfähre zuwinken.

Bester Moment des Tages: die Fähre vorbeiziehen zu sehen und festzustellen, dass das monatelange Gefühl der Bedrückung und des Eingesperrtseins bei ihrem Anblick dem von Erleichterung und Freiheit gewichen ist, weil wir ab sofort wieder mitfahren dürfen – weil auch eine Impfdosis oder jünger als 16 zu sein nun doch reicht, um zumindest ohne Test an Bord gehen und ohne Test zurück nach Finnland einreisen zu dürfen. (Im Ausland besondere Vorsicht walten lassen, freiwillige Quarantäne nach Rückkehr, kostenloser Test mindestens 72 Stunden nach Wiedereinreise, blabla… hab‘ ich kein Problem mit. Hauptsache, wir müssen keine „Quarantänefreie Kreuzfahrt“ machen, sondern dürfen die Fähre als Mittel zum Zweck benutzen!)


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Abendspaziergang, Sommerversion

Gestern – es war passenderweise Weltfahrradtag – machten wir eine spontane Radtour auf die nächste Insel.

Der Ähämann und die Herren Maus kamen mich von Arbeit abholen, und weil mein letztes Hortkind schon zehn vor fünf gegangen war, schafften wir sogar den Wasserbus, der drei Brücken weiter abfährt.

(Wir wären auch die ganze Strecke geradelt, aber mit der Linie 180 – die einzige in Turku, die Fahrräder kostenlos transportiert – spart man sich zum Nahverkehrstarif den auch landschaftlich nicht sehr verlockenden Umweg um den ganzen Hafen herum.)

Eine halbe Stunde später bekamen wir unsere Fahrräder vom Wasserbus heruntergereicht, schwangen uns drauf und fuhren im Abendsonnenschein durch die maiglöckchenduftenden Eichenwälder, für die die Insel in ganz Finnland berühmt ist, zu einem Sommercafé in einer der vielen hübschen Holzvillen, für die die Insel ebenfalls berühmt ist.

Wir blieben so lange, dass wir noch der ersten der Schwedenfähren zuwinken konnten. Dann radelten wir durch maiglöckchenduftende Wälder zurück, schafften noch einen kurzen Abstecher auf den Spielplatz und fuhren mit dem letzten Wasserbus zurück.

Glück und Herzhüpfen.
Noch zwei Tage bis Sommerferien!


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kolmesataakahdeksankymmentäviisi

Letzte Woche bin ich wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren. Weil meine Monatskarte abgelaufen war – Was? Über vier Wochen Winter schon?! – und sich die Verhältnisse auf den Radwegen auch wieder beruhigt hatten: ausserhalb des Stadtzentrums waren sie von festgefahrenem, glattem, ungestreutem Schnee bedeckt, der Winterradweg im Stadtzentrum von schwarzem Eis aus wieder gefrorener Salz-Schnee-Suppe. Beides mit Spikereifen gut machbar. (Ersteres ist mein Lieblingsstrassenbelag fürs Winterfahrrad. Es fährt sich fast so mühelos wie auf Asphalt, während sich die Spikes lustig durch die harte Schneeschicht schnurpsen.)

Am Dienstag sah ich zuerst die 386 (tja nun), und auch die 380, die 381 und die 384 nochmal. (Aus dem Bus sehe ich keine Kennzeichen, da gucke ich nur ins Buch.)

Am Mittwoch fuhr ich früh ausnahmsweise doch Bus und sah dann die 385 auf der grossen Brücke, als ich Hortkinder abholen ging. Nach der Arbeit holte mich der Ähämann ab, mit Skiern.

Das hatten wir vor zwei Wochen schon gemacht, skifahren gehen, während der kleine Herr Maus Orchesterprobe und Klavierstunde hat. Vor zwei Wochen hatten wir noch eine beleuchetete Loipe gebraucht, obwohl ich auch da schon ganz aus dem Häuschen gewesen war, dass es die erste halbe Stunde noch ein bisschen hell gewesen war.

Diesen Mittwoch konnten wir schon auf die Lieblingsloipe gehen. Wir erhaschten sogar noch die allerletzten Sonnenstrahlen. Und es war schon wieder eine ganze Stunde länger hell als eben noch.

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kolmesataakahdeksankymmentäkolme

Heute fuhren wir nicht weit, dafür mit 2000 anderen Leuten – zwei Autos vor uns war die 383 – auf die Insel gleich vor der Stadt.

Dort gibt es die schönste Loipe Turkus, die nicht für die Fitnessjünger immer bergauf und bergab geht, sondern gemächlich über sonnige Felder. Also falls die Sonne scheint. Und falls genug Schnee liegt, dass sie überhaupt gespurt werden kann. Heute gab es beides.

Die Sonne wärmte schon ein kleines bisschen, in den Bäumen hingen Diamanten, und wenn die Sonne nicht nur gerade so über die Baumwipfel kriechen würde am frühen Nachmittag, dann hätte man denken können, es sei schon März.

Das Allerschönste aber war der RegenSchneebogen, der sich sich stundenlang über uns spannte.

Als wir heimkamen und ein sehr spätes Mittagessen zu uns genommen hatten, zogen das Fräulein Maus und der kleine Herr Maus nochmal für zwei Stunden mit den Nachbarskindern los, auf den beleuchteten Rodelberg in unserem Stadtteil.

Man muss jede Minute von diesem wunderbaren Winterwetter nutzen. Denn in Turku weiss man ja leider nie.

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Meerblick 0,00 €

Jetzt sind wieder diese Tage, die schon richtig herbstlich sein können. Oder noch richtig sommerlich.

Gestern war mehr Sommer als Herbst. Gegen Mittag holten wir den kleinen Herrn Maus von seinem besten ehemaligen Schulfreund ab, bei dem er nicht nur den Samstagnachmittag, sondern spontan auch noch die Nacht verbracht hatte, bestellten zwei Kartons Pizza, fuhren auf die Insel vor den Toren der Stadt und assen Mittag am Strand neben fünfhundert Gänsen. Dann spazierten wir zum Café mit den schönen bunten Fenstern, das im Garten ein ebenso entzückendes Plumpsklo hat, und tranken Kaffee mit Blick aufs Meer.

Das war nicht der sparsamste Tag. Aber man muss die Feste feiern wie sie fallen. Und den Meerblick und die Sonne und das weiche Septemberwaldgrün gab’s kostenlos.


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Und am Sonntag…

… gingen wir endlich anbaden.

„Ihr seid aber gewachsen…!“, wurden die Kinder begrüsst, und das ist nicht nur so eine Floskel, denn sie wachsen tatsächlich hauptsächlich im Sommer.

Und mir wurde so richtig bewusst, wie lange wir schon mit ihnen da hingehen, als ich den Neunjährigen da so sitzen sah auf der obersten Saunabank zwischen Ritva und Silja, die 70 Jahre älter sind als er und immer ein freundliches Wort für die Kinder haben und schon dabeiwaren, als er als Zweijähriger nach der Sauna zum ersten Mal seine Zehenspitzen ins gefrorene Meer tunkte.


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Ruissalo-Erlebnisausflug

Oder: ein herbstlicher Rundwanderweg, ein abenteuerlicher Vogelturm, ein entzückendes Café und ein Hochhaus, das durch den Wald fährt

Sonntags hat der kleine Herr Maus über Mittag Schwimmtraining und das Fräulein Maus abends Gymnastiktraining. Man kann dazwischen noch einen kleinen Ausflug quetschen, wenn man sich beeilt und sich ein Ausflugsziel in der Nähe sucht.

Ruissalo – die Insel mit diesen Eichen gleich vor den Toren der Stadt – die bietet sich dafür an. Allerdings sind wir ein bisschen demotiviert, seit das schönste Café der Insel, in dem wir früher nach der Eisbadesauna immer Erbsensuppe und Kuchen essen gingen, den Besitzer gewechselt hat und wir das jetzt leider boykottieren müssen, und wir ausserdem seit Jahren das Gefühl haben, schon jeden Flecken der Insel zu kennen.

Stimmt aber gar nicht. Als wir gestern schnell recherchierten, ob es nicht doch noch irgendwo auf Ruissalo ein Café gäbe, das auch Ende September noch aufhat, und zwar länger als bis 16 Uhr, da fanden wir eins, das auf der Halbinsel liegt, über die ich zwar schon mal mit dem Bus gefahren bin, weil im Sommer jeder vierte Ruissalo-Bus den Schlenker über die Halbinsel fährt, aber auf der ich sonst noch nie war.

Dabei gibt es da einen wunderbaren Rundwanderweg, dessen Länge vermutlich erklärt, warum wir den nie gegangen sind, als die Kinder noch kleiner waren. Er führt erst am Golfplatz vorbei, dann aber durch zotteligen Urwald, zu einem abenteuerlichen Vogelturm, durch Schafweiden und zu eben jenem Café, das sich in einer der Holzvillen, für die Ruissalo berühmt ist, befindet und in dessen Veranda mit den bunten Fenstern und dem Meerblick ich mich ein bisschen verliebt habe.

Das Fräulein Maus kam dann übrigens doch nicht mit uns mit, sondern blieb noch eine Stunde allein zu Hause und fuhr mit dem Bus zum Training, weil wir sonst nur mit Hin-und-her-fahren beschäftigt gewesen wären. Deshalb beschlossen wir, so viel Zeit auf Ruissalo rumzubringen, dass wir sie auf dem Heimweg gleich wieder einsammeln könnten.

Und so fuhren wir zum Schluss noch zum Badehäuschen, wo wir ewig schon nicht mehr zum Schwedenfährengucken gewesen waren, warteten ein bisschen und sahen dann die hochhaushohe „Grace“ zum Greifen nah an uns vorbeiziehen.

Das ist tatsächlich eine ganz wunderbare Insel, die wir da gleich vor der Haustür haben! ♥