Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Ein Kommentar

Im BuschwindröschenLeberblümchenwald

Weil Ostern dieses Jahr so ganz anders war als letztes Jahr, gingen wir am Ostersonntag in den Buschwindröschenwald. (Ich habe gerade einen akuten Anfall von Sentimentalitis, wenn ich die kleinen Wandersleute auf den Fotos da sehe…)

Also, es war uns natürlich klar, dass es auch in diesem Jahr für Buschwindröschen noch zu zeitig ist. Aber dafür war – und nicht einmal damit hatten wir gerechnet – schon der blaue Leberblümchenteppich ausgerollt. Und die ersten wagemutigen Buschwindröschen waren auch schon zu sehen.

Anschliessend noch ein kleiner 100-Meter-Lauf auf der Autofähre.

(Heute ist übrigens 10. Mai. Völlig verrückt. Aber schön!)


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kolmesataaseitsemän

Diese Woche waren wir kurz mit der befreundeten Deutschlehrerin verabredet. Sie erstellt gerade zusammen mit Kolleginnen ein digitales Deutschlehrbuch für finnische Gymnasien und braucht Muttersprachler, um verschiedene Dialoge zu sprechen. Und der Ähämann und ich – und diesmal auch das Fräulein Maus – sind ja immer gern behilflich bei der Erstellung von Lehrbüchern…!

Danach fuhren wir auf Wunsch der Kinder gleich nochmal an den Strand mit dem Sprungturm. Auf dem Weg dahin kam uns ein LKW mit der 307 entgegen – behauptete zumindest der Ähämann, der ja nun wirklich diesen Quatsch nicht mitmacht – aber noch ehe ich mich richtig ärgern konnte, dass ich mal wieder nur in der Landschaft rumgeguckt hatte, kam gleich noch eine 307.

Weil mir nur am Strand liegen meist doch zu langweilig ist, besuchten wir hinterher noch eine lokale Sehenswürdigkeit: ein grosses Loch einen Kalksteinbruch. Als ich nämlich vor zwei Jahren ganz umsonst mit den Kindern zum Sprungturmstrand gefahren war und wir dann erst noch einen anderen Strand in Parainen gesucht hatten und dann doch weiterfuhren zum Lieblingsstrand, hatte ich mich ein bisschen verfahren, und wir fanden uns plötzlich auf der anderen Seite des gigantischen Steinbruchs wieder, und bevor wir umkehrten, stiegen wir noch schnell aus und quetschten uns die Nasen am Zaun platt und sahen dennoch hauptsächlich Gestrüpp. Weil aber manchmal meine unausgesprochenen Wünsche doch erhört werden, gibt es seit Neuestem – wir entdeckten es am Vortag, als wir einen von Asphaltierarbeiten verursachten Stau umfuhren – einen sehr günstig gelegenen Aussichtspunkt.

Sehr beeindruckend – obwohl es natürlich schlau gewesen wäre, vor Feierabend da hin zu gehen.

„Bitte, Mama, können wir nächstes Mal kurz vor zwei da hin gehen?!“
Klar. Wennschon, dennschon.

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Strandtest

(21) Parainen, Bläsnäs

Dieses Jahr ist der finnische Sommer endlich mal wieder so, wie er sein soll. Seit zwei Wochen wird es jeden Tag heisser, und wir haben kurzerhand unsere Wander- und Städtereisepläne auf später verschoben und verbringen unsere Ferien derzeit am Wasser. Und es gibt tatsächlich immer noch Badestrände in der näheren Umgebung, an denen wir in 15 Jahren noch nicht waren!

Heute auf Wunsch dreier Kinder: endlich an den „Blaualgenstrand“, an dem es derzeit amtlich bestätigt noch überhaupt keine Blaualgen gibt. (Aber an dem das Wasser so warm ist, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird.)

Hübscher Strand mit Umkleidekabine, Klo, Rettungsring, Spielkarussell, flacher Sandstrand, Steg, und – der Hammer! – Sprungturm mit 1-, 3- und 5-Meter-Brett.

Bisschen voll, weil sich die gesamte Jugend der Umgebung dort zu treffen scheint, aber dafür wiederum ausgesprochen ruhig und friedlich. Der Sprungturm drohte manchmal halb zu sinken, weil er auf sämtlichen Ebenen brechend voll von palavernden jungen Männern bestanden war – die aber höflichst den kleinen Herrn Maus durchliessen und bisweilen auch noch anfeuerten.

Tja, und wie jemand – mit Absicht! – mit Vollkaracho mit dem Fahrrad vom Steg ins Wasser fährt und dann von fünf anderen samt Fahrrad lachend wieder rausgezogen wird, das gibt’s auch nicht an jedem Strand zu sehen.

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Finnische Strasse

(Aus der Reihe: Was mich glücklich macht.)

Während die finnischen „Cousins“ und die Freunde, mit denen wir neulich am Strand waren, heute ihren ersten Schultag hatten, sind wir nochmal an den Lieblingsstrand gefahren. (Wir bezahlen das dann mit zwei Tagen Herbstferien statt einer vollen Woche sowie Weihnachtsferien, die schon vor dem Feiertag am 6. Januar enden werden. So gesehen hätten es zehn Wochen Sommerferien auch getan.)

Danach sind wir noch den Ähämann abholen gefahren, der zwei Tage in Seili auf Dienstreise war. Auf einer dieser Strassen, die mir die allerliebsten sind.

Schon immer. Auf der mittelfinnischen Forschungsstation, als ich noch Lada fuhr, entdeckte ich meine Liebe zu kleinen, unbefestigten Nebenstrassen. Je achterbahniger, desto besser. Manche behaupten, genau deswegen seien mittelfinnische Rallyefahrer die besten der Welt. Wegen des alltäglichen Trainings. Nur, dass einem gerne mal mitten im Wald auf so einem schmalen Strässchen ein LKW mit Auflieger und Anhänger mit nicht unbeträchtlicher Geschwindigkeit entgegenkommt, sollte man nicht vergessen. Und dass es sich auf diesen Strassen fährt (und bremst) wie auf Schnee.

Vielleicht machen sie mich auch deshalb so glücklich.