Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Märzsonne

Ich trauere der dieses Jahr fast in greifbare Nähe gerückten Möglichkeit, mal wieder einen richtigen März zu erleben, bis in den Frühling hinein skifahren zu können, noch hinterher.

Aber diese sonnigen Tage, an denen man nicht weiss – Ist noch Winter? Ist schon Frühling? – die sind schon sehr, sehr schön.


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Der Sonntag stand unter dem Motto „Mit Strom übers Meer fahren“.

Vor ein paar Tagen hatte der Ähämann nämlich zufällig herausgefunden, dass es unser Lieblingsrestaurant auf der überübernächsten Insel, das uns zusammen mit einer Autofährfahrt und dem einen oder anderen Wanderweg viele Jahre als ganzjähriges Ausflugsziel gedient hatte, aber letzten Sommer überraschend geschlossen wurde, wieder gibt. Unter anderem Namen, und ich kann auch schon mal vorwegnehmen, dass das Essen preislich weiterhin okay, aber geschmacklich nicht so dolle ist. (Die beste Zeit war sowieso, als sie dort einen estnischen Koch hatten.)

Jedenfalls fuhren wir seit langer Zeit mal wieder unser Lieblingsautofährenstrecke. Weil wir schneller dort waren als geplant, erwischten wir die Fähre eine Viertelstunde eher – in der Autokolonne, die uns von der vorherigen Fähre entgegenkam, war auch eine 370 – und das war schön, denn das war die Elektra.

Dann gingen wir essen, und dann fuhren wir weiter zur nächsten strombetriebenen Autofähre, die auf eine kleine Nebeninsel fährt. Die bekam vor anderthalb Jahren zusätzlich zu ihrem Dieselmotor einen Elektromotor eingebaut, aber anders als die Elektra, die nach jeder neunminütigen Überfahrt ihre Akkus lädt oder die Föri, deren Akku nur nachts aufgeladen wird, obwohl sie den ganzen Tag ununterbrochen über den Aurajoki hin und her fährt, hat diese kleine Autofähre ihr eigenes Stromkabel dabei und fährt mit Strom aus der Steckdose. Das ist sehr cool und sieht auch sehr beeindruckend aus, wie sie ihr Kabel während der Überfahrt auf einem riesigen Rad auf- oder abwickelt, aber ist offensichtlich leider recht störanfällig. Als wir das erste Mal mitfuhren, fuhr sie ja dann überhaupt nicht mit Strom. Diesmal schafften wir immerhin die Hinfahrt mit Strom, aber ein Techniker, der uns sehr ausführlich Auskunft gab, und zwei Fährmänner guckten gemeinsam recht besorgt von Maschinenraum zu Führungsseil zu Stromkabel und zurück, und rückzu mussten wir erstmal eine halbe Stunde warten, bis sie die Fähre wieder soweit zusammengebaut hatten, dass sie uns abholen konnte – mit Dieselmotor. Ist ein Prototyp, da darf sowas schon passieren.

Auf der kleinen Nebeninsel gibt es nichts weiter zu tun als auf einen sehr felsigen Berg zu klettern, von dem aus man aber eine wunderbare Aussicht über Inseln und Inselchen bis zum offenen Meer im Süden hat. Diesmal pustete uns auch kein kalter Herbststurm fast vom höchsten Felsen herunter, sondern uns umwehte eine warme Sommerbrise. Aaaaahhhhh!

Danach: noch ein Sommereis aus dem Supermarkt und eine Rückfahrt mit der Elektra, auf der zum ersten Mal, seit wir mit ihr fahren, alle fünf einhundert Meter langen Autospuren belegt waren.

Und dann: ein Abendbad!

Fast ganz allein waren wir am Strand.

Wo sind die Leute bloss, wenn es draussen am schönsten ist, wenn man seine Akkus aufladen kann für die Zeit, wenn die Sonne sieben Stunden eher untergeht als jetzt?!

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Im BuschwindröschenLeberblümchenwald

Weil Ostern dieses Jahr so ganz anders war als letztes Jahr, gingen wir am Ostersonntag in den Buschwindröschenwald. (Ich habe gerade einen akuten Anfall von Sentimentalitis, wenn ich die kleinen Wandersleute auf den Fotos da sehe…)

Also, es war uns natürlich klar, dass es auch in diesem Jahr für Buschwindröschen noch zu zeitig ist. Aber dafür war – und nicht einmal damit hatten wir gerechnet – schon der blaue Leberblümchenteppich ausgerollt. Und die ersten wagemutigen Buschwindröschen waren auch schon zu sehen.

Anschliessend noch ein kleiner 100-Meter-Lauf auf der Autofähre.

(Heute ist übrigens 10. Mai. Völlig verrückt. Aber schön!)


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18

Es ist seit Wochen finster. Und noch schlimmer: wir hatten seit Wochen kein freies Wochenende mehr. Denn zusätzlich zu all den Weihnachtsfeierlichkeiten im Dezember hat auch noch ein Grossteil der Freunde unserer Kinder am Jahresende Geburtstag und feiert üblicherweise samstags.

Gestern war zwar nicht völlig frei, aber immerhin bis 17:30 Uhr, und seit Wochen stand der Plan dafür – weil der immer und bei jedem Wetter geht – wir fahren Elektra!

(Ton an! Sie ist so, so leise!)

Ausserdem sahen wir seit Wochen zum ersten Mal wieder die Sonne (wenngleich nur als orangen Streifen am Horizont, aber mehr kann man um diese Jahreszeit auch nicht erwarten) und den Wald. Und ein bisschen Schnee und Eis. Und einen rotbemützten Tonttu trafen wir auch. ;-)


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Oder: Wie wir einmal mit Electra auf die Elektra rollten.

(Unser Autoradio kann sowas!)

Auf der Hinfahrt sah ich übrigens gleich nach dem Losfahren eine 279, unterwegs eine 278, und kurz vor Zuhause wieder eine – vermutlich die selbe – 279.

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Gelber Sonntag

Als wir losfuhren, war schon voll der Juhannus-Rückreiseverkehr. Sehr praktisch, die Autofähren fuhren nämlich zu mehreren non-stop, aber voll wurden sie nur in die Gegenrichtung.

Und zum ersten Mal mit Strom übers Meer gefahren sind wir auch. (Sie klingt wie eine Strassenbahn!)

(Ich hab‘ schon mal erwähnt, dass ich sehr glücklich bin, da zu wohnen, wo wir wohnen, ja?!)


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Elektra

Am Sonnabend hatten wir sie schon an ihrem zukünftigen Einsatzort bewundert. „Falco“ und „Sterna“, beide für über 60 Autos ausgelegt, kurvten vorsichtig um sie herum und sahen echt winzig aus.

Gestern stand die funkelnagelneue Hybridfähre – die hauptsächlich mit Elektromotor fahren wird; die beiden Dieselmotoren sind nur für den Notfall – für vier Stunden zur Besichtigung am Aurajoki, und da mussten – während das Fräulein Maus Deutschunterricht hatte – die Herren Maus und ich natürlich hin!

Neun Minuten Überfahrt, fünf Minuten Laden am Anleger. Durchschnittlich 72 Mal am Tag. So der Plan.

Fünf knapp 100 m lange Autospuren = 90 PKWs.
(Nie mehr Stau!)

Jede Menge Solarzellen für Heizung und Beleuchtung und wofür man sonst kleinere Mengen Strom braucht.

Ganz schön hoch.

Unsere brennendste Frage: Dürfen wir dann während der Überfahrt wieder die Aussicht geniessen? „Nein, man wird da nicht hochdürfen. Ja, leider. Ich weiss, echt schade. So eine tolle Landschaft! Natürlich wollen die Leute gucken…! Aber die Sicherheitsvorschriften, du weisst ja…“
(Beidseitiges Seufzen.)
((Es waren übrigens mehr Aufpasser – sowie eine ganze Gruppe Sanitäter, denn man weiss ja nie… – als Leute von der Besatzung, die man was hätte fragen können, an Bord.))

„Zum Maschinenraum“.
Die Männer da unten waren mit Abstand die auskunftsfreudigsten und begeistertsten. Klar.

Näher konnte man dem Elektromotor nicht kommen. Er befindet sich in einem etwas niedrigeren Teil des Maschinenraums. Das Publikum könnte sich die Köpfe stossen. (…)

Jede Menge Akkus.

Der Dieselmotor für den Notfall. (Dickes Eis im Winter zum Beispiel.)

Taufe war heute auch. Aber nur für ausgewählte Gäste. (Weniger aufmüpfige als wir, garantiert.)

„Kinder, guckt euch in aller Ruhe um! Den Maschinenraum sehen wir vielleicht nie wieder!“ Wir gingen dann direkt noch eine zweite Runde.