Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Sie werden so schnell gross.

Der kleine Herr Maus hatte heute seine 6-Jahres-Neuvola.

(Immerhin schon eine Woche nach seinem Geburtstag fiel mir auf, dass ich da mal einen Termin machen müsste. Ich bin grad… nicht so organisiert.)

Und erst, als wir da heute früh angekommen waren, uns ausgezogen hatten und sich der kleine Herr Maus freudig auf den Trettraktor – wegen dem wir hinterher immer noch eine Viertelstunde dort bleiben müssen – gestürzt hatte, ging mir auf, dass ich heute vermutlich das allerletzte Mal in meinem Leben da sein werde.

Huch. Seufz.

Vor ein bisschen mehr als 11 Jahren war ich zum ersten Mal dort – mit dem Fräulein Maus im Bauch.

In jeder Schwangerschaft acht Mal. Mit jedem Kind im ersten halben Lebensjahr mindestens einmal im Monat, bis zum ersten Geburtstag alle zwei Monate, bis zum dritten Geburtstag alle halben Jahre und bis zum Schulanfang einmal im Jahr.

Es ist vielleicht nicht übertrieben, wenn ich sage, ich war in den letzten 11 Jahren ziemlich oft da.

Zum Herztöne hören, in Becher pullern, wiegen, messen, Aufgaben lösen, Fragebögen ausfüllen (oder auch nicht), impfen lassen. (Ausser der Reihe auch gegen Schweinegrippe, gegen FSME und mich gegen Windpocken.)

„Alles gut.“ Immer. Meistens. (Alle zu dünn, unsere Kinder.)

„Ich will da gar nicht hin! Das ist für Kleinkinder!“ hatte sich der kleine Herr Maus heute früh noch beschwert.

Ab jetzt dann zur Schulschwester.


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#wazifubo

Als ich gestern so vor der Familienneuvola auf einer Bank in der Sonne sass und darauf wartete, dass es halb drei würde, kam mir der Twitterhashtag #wazifubo in den Sinn…

In Finnland sitzt man ja eher selten lange bei Ärzten im Wartezimmer rum. Termine sind sehr präzise kalkuliert. Das heisst natürlich, dass man notfalls viermal zum Zahnarzt wackeln muss, weil der erste Termin grundsätzlich nur zur Kontrolle und zum Überblickverschaffen gedacht ist, beim zweiten geröntgt wird, beim dritten dann tatsächlich der Zahn behandelt wird, und, falls das länger dauert als die dafür kalkulierte Zeit, die Behandlung dann bei einem vierten Termin fortgesetzt wird.

Aber was soll’s. In der Zeit, die ich während meiner acht Jahre in Jena bei meiner Hausärztin abgesessen habe, kann ich ungefähr dreihundertachtundvierzig Mal zu verschiedenen Turkuer Ärzten und zurück fahren.

Anmelden muss man sich üblicherweise auch nicht, wenn man zu einem Termin erscheint. Früher kommen nützt genau gar nichts.

Und so kann man an einem Tag wie gestern prima bis zwei Minuten vor dem Termin auf einer Bank in der Sonne sitzen. Und dann ist man gleich dran.