Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Muttertag

Bei IKEA waren ausser mir noch fünf andere Leute.

Im Gartenmarkt herrschte Hochbetrieb. Keiner kaufte jedoch Tomatensetzlinge oder Radieschensamen – Hortensien und Rosenstöckchen in Geschenktöpfen waren der Verkaufsschlager des Tages.

Im Supermarkt warb auch zum Feiertag eine Mobilfunkgesellschaft beflissen um Kunden. Ein Mann – eine Erdbeertorte im Karton balancierend – trat interessiert ein paar Schritte näher, woraufhin seine Frau – einen Rosenstrauss im Arm – nervös ausrief: „Wir müssten schon längst da sein! Jetzt komm doch schon! Wir sind sowieso schon viel zu spät! Hörst du?!“

Unter den Turneltern hatte es fast Meuterei gegeben: Training? Am Muttertag?! Also wir müssen heute zu meiner Schwiegermutter und zu drei Omas, da kann mein Kind nicht kommen! Eins der Turnmädchen wurde eher abgeholt und mit quietschenden Reifen davongefahren.

Der Inder teilte am Telefon bedauernd mit: „In ungefähr 50 Minuten könnt ihr das Essen abholen. Tut mir leid, aber wir haben heute echt viel zu tun.“ Und tatsächlich, jeder Platz belegt, mit herausgeputzten Kleinkindern, gelangweilten Teenagern, Männern im Anzug und aufgedonnerten Müttern, die wahrscheinlich schon wieder darüber nachdachten, was sie dann um fünf wohl für ihre Familie kochen sollen.

Mein Muttertag: alleine (!) in Ruhe (!) den Gartenmarkt leergekauft. Den Rest des Tages in der Erde gewühlt und mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen.

Was hab‘ ich’s gut!