Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


4 Kommentare

Sommerferien minus 2

Finnland hat 6743 bestätigte Coronafälle.

Unsere Sommerferien haben praktisch schon angefangen.

Das Fräulein Maus und der grosse Herr Maus sind schon seit gestern lehrbücherlos, der kleine Herr Maus hat seine heute zurück in die Schule gebracht. Hausaufgaben kamen sowieso nur noch sehr sporadisch.

Am Nachmittag radelten die Kinder gemeinsam in den grossen Park mit den vielen Spielplätzen, zum traditionellen Abschlusseisessen mit dem Muttersprachunterricht. (Zum Glück bringen die Viertklässler immer genügend Geld von ihrem Auftritt bei „1, 2 oder 3“ mit, denn die Kugel Eis kostet inzwischen 3,80€.) Schwer beladen mit von der Deutschlehrerin persönlich für sie ausgesuchten Büchern kamen sie zurück nach Hause.

Der Ähämann sass mit dem Laptop im Garten, ich zupfte ein bisschen Unkraut und pflanzte die Zucchinis auf den Kompost, das Fräulein Maus verschwand direkt wieder zum Nachbarsmädchen, das auch nicht in die Schule geht, auf die Terrasse, wohin sie in den letzten Tagen schon ihre Schule verlegt hatten, die Herren Maus zogen vom Spielplatz in den Wald und zurück, und plötzlich war es schon wieder um neun.

Bis alle geduscht und gebadet waren – die Kinder kommen seit Tagen mit schwarzen Füssen, staubigen Knien, zerschrammten Schienbeinen und verfilzten Haaren nach Hause – war es kurz vor zehn.

Dann gingen alle ins Bett. Zum Lesen. Der kleine Herr Maus hat nochmal neu mit „Harry Potter“ angefangen und liest jetzt einen Band pro Woche. Der grosse Herr Maus nahm den am Nachmittag erhaltenen dicken Wälzer mit ins Bett. Als der Ähämann halb eins ins Bett ging, brannte beim grossen Herrn Maus immer noch die Leselampe.

Zum Glück wecken wir die Kinder schon seit einer Woche nicht mehr.


2 Kommentare

kolmesataakolmekymmentäyksi, kolmesataakolmekymmentäkaksi

Heute war der Tag der 331.

Der griesgrämige alte Mann in dem fast genauso alten Mercedes hätte offensichtlich lieber nicht am Fussgängerüberweg für mich angehalten. (Zu seiner Ehrenrettung muss man aber sagen, dass er es immerhin getan hat.)

Danach musste ich meinen Arbeitsweg auf der linken statt auf der rechten Flussseite fortsetzen, denn auf der rechten findet gerade mal wieder einer dieser unsäglichen Grossmärkte statt. Auf der linken Flussseite aber reiht sich Baustelle an Baustelle, und die Föri liess auch aussergewöhnlich lange auf sich warten, während mir der Magen schon in den Kniekehlen hing und ich nur noch so schnell wie möglich auf Arbeit ankommen und endlich meinen Mittagessen-Thermosbehälter auspacken wollte. Dafür kam mir dann auf den letzten 200 m vorm Ziel gleich noch eine 331 entgegen.

Und auf dem Heimweg überholte mich die dritte 331 des Tages.

***

In einem Monat ist Sommer!

Heute früh habe ich nämlich die erste Lerche gehört. Es waren -5°C, und die grosse Wiese, über der sie tirilierte, glitzerte in der Morgensonne. Aber hey, ein Monat nur noch!

***

Der grosse Herr Maus ging heute nicht in die Schule, sondern fuhr mit seiner Deutschlehrerin nach Helsinki zum Finale eines vom Goethe-Institut organisierten Vorlesewettbewerbs für zweisprachige Kinder. Obwohl er Halsschmerzen hatte und sich auch sonst nicht so gut fühlte, las er sich auf den ersten Platz.

(Habe ich schon erwähnt, mit wie ungläubiger Bewunderung ich das mit ansehe, wie er sich vor Publikum hinstellt und Sachen vorträgt? Und was für eine wunderbare, engagierte Deutschlehrerin unsere Kinder haben?)

***

Als ich heute Abend erst den kleinen Herrn Maus zum Training fuhr, dann das Fräulein Maus vom Training abholte, dann mit dem Fräulein Maus den kleinen Herrn Maus wieder vom Training abholte und zuletzt noch mit dem Fräulein Maus und dem kleinen Herrn Maus den grossen Herrn Maus vom Bahnhof abholte und zwischendrin kurz in den Lidl sprang, um Milch zu kaufen – wobei im Regal mit der Milch von glücklichen Kühen leider gähnende Leere herrschte – stand dort auf dem Parkplatz auch gleich noch eine 332.

***

Und jetzt: Wochenende!!!

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330]


Hinterlasse einen Kommentar

kolmesataaseitsemän

Diese Woche waren wir kurz mit der befreundeten Deutschlehrerin verabredet. Sie erstellt gerade zusammen mit Kolleginnen ein digitales Deutschlehrbuch für finnische Gymnasien und braucht Muttersprachler, um verschiedene Dialoge zu sprechen. Und der Ähämann und ich – und diesmal auch das Fräulein Maus – sind ja immer gern behilflich bei der Erstellung von Lehrbüchern…!

Danach fuhren wir auf Wunsch der Kinder gleich nochmal an den Strand mit dem Sprungturm. Auf dem Weg dahin kam uns ein LKW mit der 307 entgegen – behauptete zumindest der Ähämann, der ja nun wirklich diesen Quatsch nicht mitmacht – aber noch ehe ich mich richtig ärgern konnte, dass ich mal wieder nur in der Landschaft rumgeguckt hatte, kam gleich noch eine 307.

Weil mir nur am Strand liegen meist doch zu langweilig ist, besuchten wir hinterher noch eine lokale Sehenswürdigkeit: ein grosses Loch einen Kalksteinbruch. Als ich nämlich vor zwei Jahren ganz umsonst mit den Kindern zum Sprungturmstrand gefahren war und wir dann erst noch einen anderen Strand in Parainen gesucht hatten und dann doch weiterfuhren zum Lieblingsstrand, hatte ich mich ein bisschen verfahren, und wir fanden uns plötzlich auf der anderen Seite des gigantischen Steinbruchs wieder, und bevor wir umkehrten, stiegen wir noch schnell aus und quetschten uns die Nasen am Zaun platt und sahen dennoch hauptsächlich Gestrüpp. Weil aber manchmal meine unausgesprochenen Wünsche doch erhört werden, gibt es seit Neuestem – wir entdeckten es am Vortag, als wir einen von Asphaltierarbeiten verursachten Stau umfuhren – einen sehr günstig gelegenen Aussichtspunkt.

Sehr beeindruckend – obwohl es natürlich schlau gewesen wäre, vor Feierabend da hin zu gehen.

„Bitte, Mama, können wir nächstes Mal kurz vor zwei da hin gehen?!“
Klar. Wennschon, dennschon.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306]


Hinterlasse einen Kommentar

Müdes Wochenende

Auf Freitagabend hatten sich ja alle fünf Familienmitglieder schon seit Wochen gefreut.

Die Schulkinder nämlich schliefen anlässlich der Kinderradionacht mit ihrer Deutschlehrerin und den anderen Muttersprachschülern wie jedes Jahr aushäusig.

Und weil dieses Jahr zum ersten Mal alle drei Kinder mitdurften, hatten der Ähämann und ich zum ersten Mal seit ewig Ausgang. Inklusive romantischem Spaziergang am Fluss entlang und Überfahrt mit der schon weihnachtlich beleuchteten Föri und sehr leckerem Essen.

Es ist jetzt natürlich nicht so, dass wir noch nie zu zweit ausgewesen wären, seit wir Kinder haben. Wir haben natürlich manchmal eine Oma, die auf die Kinder aufpasst, wenn sie zu Besuch ist oder wir in Deutschland sind, aber während wir da so sassen und assen und tranken und redeten und rund um uns alle schon wieder aufbrachen und wir einfach weiter sitzenblieben und noch einen Nachtisch bestellten, ging uns auf, dass es tatsächlich das erste Mal war, seit wir Kinder haben, dass wir theoretisch die ganze Nacht hätten wegbleiben können.

Hinterher stellte sich heraus, dass wir immerhin noch eine halbe Stunde eher schlafen gegangen waren als unser jüngstes Kind – das nämlich unbedingt das letzte Hörspiel noch zu Ende hatte hören wollen und deshalb tatsächlich bis zum Ende der Radionacht um zwei – wir sind hier ja eine Stunde weiter – aufgeblieben war.

Als die Kinder Samstagvormittag heimkamen, verschwanden das Fräulein Maus und der kleine Herr Maus gleich wieder ins Bett, der grosse Herr Maus mit einem Buch in die Badewanne. Das Fräulein Maus mussten wir drei Stunden später wieder wecken, weil sie einen Turnauftritt im Einkaufszentrum hatte, den kleinen Herrn Maus leider schon nach einer halben Stunde, weil er von der Mutter eines Klassenkameraden zum Indoorspielplatzbesuch – er hatte zum Geburtstag nicht nur die Eintrittskarte geschenkt bekommen, sondern die Mutter hatte zusätzlich versprochen, die beiden Jungs hinzubringen und zu beaufsichtigen – abgeholt wurde. Er sprang trotzdem freudig auf, und wahrscheinlich war es das Beste, was ihm (und uns allen!) nach der kurzen Nacht passieren konnte.

Sonntagabend hatten wir uns dann auch alle wieder von der Freitagnacht erholt. Sogar wir Eltern. (Man ist ja nichts mehr gewöhnt…!)