Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Winterwochenende

Dieser Winter ist so wunderbar, dass man sogar vorsichtige Pläne machen kann; nicht nur für den nächsten oder übernächsten Tag, sondern so bis zum nächsten Wochenende ungefähr.

Wir hatten zwei für das letzte Wochenende, das eisig und sonnig werden sollte. In Klein-Lappland skifahren, weil es dort nicht nur die schneesichersten, sondern auch die schönsten Loipen gibt und wir alle schönen Loipen in der näheren Umgebung nun doch schon mindestens einmal abgefahren haben. Und endlich mal auf den See mit den Tretschlitten.

Beides als Tagesausflug machbar, aber irgendwie auch ganz schön blöd, an zwei Tagen hintereinander 75 oder 90 km in die gleiche Richtung zu fahren. Vielleicht könnten wir ja irgendwo preiswert eine Nacht übernachten.

Tjanun. Preiswert war es nicht. Und es wurden zwei Nächte; wir fuhren gleich am Freitagabend los. Dafür hatten wir einen wunderbaren Kurzurlaub im Mökki. Vorgezogene Skiferien sozusagen.

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Samstag.

Aus Gründen fuhren wir dann doch nicht nach Klein-Lappland. Das machte aber gar nichts, denn das Beste am Mökkiurlaub ist, dass die schönste Unternehmung eigentlich ist, einfach im Mökki zu bleiben.

Die Herren Maus begannen den Tag damit, den Weiher vor dem Mökki vom Schnee zu befreien und sich eine Eisbahn anzulegen, während ich mit Freuden den Abwasch von fünf Personen per Hand erledigte, denn obwohl das Mökki eine ehemalige Bauernkate – die früher an einem anderen Ort gestanden, dann aber auf einen Schlitten geladen und mit einem Traktor an ihren jetzigen Platz gezogen wurde – war und wir uns ein bisschen wie in einem Museum fühlten, weil auch die Einrichtung grösstenteils mehr als 50 Jahre alt war, gab es einen Abtropfschrank, denn der wurde in Finnland schon 1944 erfunden. Wir bereiteten das Mittagessen am Lagerfeuer zu, wir fuhren ein bisschen schlittschuh und ein bisschen ski. Die Kinder übten, wie sie im Fall des Falles mit Hilfe der Eisahlen wieder aus dem Eis herauskämen. Wir liessen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Wir trugen Holz aus der Sauna ins Mökki und Wasser aus dem Mökki in die Sauna. Der grosse Herr Maus kümmerte sich ganz allein um das Anheizen der Sauna. Die Kinder spielten Verstecken in Schränken und Truhen, und ich konnte in aller Ruhe mehrere Kapitel lesen, tagsüber! Zwei Abende lang sassen wir lange in der Sauna und gingen dann zeitig schlafen.

Nichts ist erholsamer als Mökkiurlaub.

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Sonntag.

Vor drei Jahren – aber erst, als das Meer und die Seen schon wieder anfingen zu tauen; und vor zwei Jahren fror hier wegen zu viel Schnee kein natürliches Gewässer überhaupt zu, und über den letzten sogenannten Winter möchte ich immer noch lieber nicht reden – hatte ich zum ersten Mal davon gehört: auf dem Köyliönjärvi, dem kleinen Bruder des riesigen Pyhäjärvi, von Turku aus nur noch 20 km weiter als Klein-Lappland, gibt es nicht nur eine 10 km lange Eisbahn, sondern auch 100 Tretschlitten zur freien Verfügung, um diese Eisbahn zu befahren, falls man nicht schlittschuhlaufen kann, möchte oder das Eis zum schlittschuhlaufen zu schlecht ist.

Wir hatten unseren eigenen Tretschlitten dabei, und Schlittschuhe auch, für alle Fälle, denn es hätte ja sein können, dass an einem sonnigen Februarsonntag alle 100 Leihtretschlitten auf dem See unterwegs wären. Waren sie auch, aber wir mussten keine zwei Minuten warten, bis uns Leute, die ihre Runde beendet hatten, drei Tretschlitten in die Hand gedrückt hatten. (Die Tretschlitten sind alle von örtlichen Firmen und Vereinen gesponsert, und ich war sehr froh, dass ich den mit der Werbung für die Ortsgruppe Köyliö der Wahren Finnen eher durch Zufall – weil ich nämlich lieber den blauen statt des holzfarbenen wollte – noch vor der Abfahrt wieder losgeworden war.) Vier Tretschlitten zu haben, war super, weil dann immer mal ein Kind geschoben werden konnte, aber keiner den jeweiligen Tretschlittenfahrern hinterherrennen musste, und auch, weil wir Eltern endlich mal Tretschlitten in der richtigen Grösse hatten. Ruckzuck waren wir knapp acht Kilometer über den See geglitten.

Den Köyliönjärvi kennt übrigens mindestens dem Namen nach jeder in Finnland, weil auf ihm seinerzeit der Bauer Lalli Bischof Henrik ermordet hat. Der grosse Herr Maus erzählte uns die Geschichte davon, die ich bisher auch nicht so richtig gekannt hatte, anderthalb Kilometer lang in aller Ausführlichkeit.

Zum Schlittschuhlaufen war tatsächlich das Eis zu schlecht. Dafür gab es an der einen der beiden Tretschlittenleihstationen ein Schlittenkarussell, das, anders als die Holzkiste in Naantali richtig schnell wurde.

Das war vielleicht der schönste Wintertag des Jahres.


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Plan C

Plan A war: Wir fahren nach Venedig. Mit einer Nachtfähre und zwei verschiedenen Nachtzügen, denn der Weg ist ja bekanntlich das Ziel, und zum ersten Mal in acht Jahren hätten wir Zeit dazu, denn zum ersten Mal hätten wir eine ganze Woche statt zwei Tagen Herbstferien. Plan A gaben wir schon im Frühling auf.

Plan B war: Wir fahren nach Estland. Wie immer, nur eben diesmal eine ganze Woche. Plan B scheiterte vor zwei Wochen an den aktuellsten finnischen Reisebeschränkungen.

Plan C war: Wir fahren in irgendein Mökki an irgendeinen finnischen See. Plan C war gar nicht schlecht.

Höhepunkt des Urlaubs: Klempner und Abpumpauto kommen. Das Fräulein Maus und der kleine Herr Maus springen ihnen noch im Schlafanzug entgegen und kommen erst nach Abschluss der Arbeiten wieder ins Haus. Klempner und Abpumpautofahrer freuen sich über das kindliche Interesse an ihrer Arbeit und geben schmunzelnd Auskunft. Und hinterher dürfen wir zur Entschädigung für 50 € Backwaren und lokale Produkte im Dorfladen kaufen.

(Plan C hätte gegenüber Plan A oder B auch den Vorteil gehabt – wir kamen extra schon gestern Abend zurück – dass der grosse Herr Maus heute mit den Pfadfindern zu einer lange geplanten Wochenendradtour hätte aufbrechen können. Vorgestern wurde die Radtour abgesagt, da sich mehrere Betreuer wegen Kontakts mit einem Coronainfizierten in prophylaktischer Quarantäne befinden. Tja nun. Besser wird 2020 wohl nicht mehr.)


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Herbstferien, herbstliche

Als wir vor sechs Jahren zum ersten Mal die vier Tage Herbstferien unseres Schulkindes in Estland verbrachten, regnete es ziemlich viel und war so kalt, dass wir dicke Überhosen und Anoraks trugen, und als wir auf den sieben Meter hohen Findling kletterten, schneite es zum ersten Mal in jenem Herbst.

Ich fand das ganz normales Wetter für Mitte Oktober. Aber alle unsere Herbstferien danach waren ausgesprochen sonnig.

Bis zu diesem Jahr. Dieses Jahr regnete es und nieselte, es war neblig und finster und dabei seltsam warm, so dass wir uns unterwegs einer Schicht Wollsachen nach der anderen entledigten. Zwei Stunden schien die Sonne in den vier Tagen.

Es war eigentlich genau so, wie der Herbst sein muss.

Im Mökki den Kamin und die Sauna mit riesigen Holzkloben anzuheizen und Kerzen aufzustellen und in unser neues Lieblingsspassbad zu gehen, fühlte sich bei dem Wetter auch gleich nochmal viel besser an. Wir waren ganz allein am langen, breiten Strand und im weiten Moor. Ich freute mich, weil ich schon ewig keinen Nebel mehr gesehen hatte. Und das Rot der Moore und das Gelb der Laubbäume leuchteten im Herbstgrau besonders stark, als ob in jedem bunten Blatt eine kleine Sonne steckte.

Wanderweg de luxe: mit durchgängigem Rutschschutz!

Baden wäre nicht verboten gewesen – es gab sogar eine Leiter ins Wasser! – nur ins Wasser zu springen. Und erwähnte ich schon, dass ich Estnisch sehr niedlich finde?!


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Mökkileben

Uns war es eigentlich völlig egal, wohin in Estland wir fahren würden. Irgendwohin, wo noch ein Mökki für uns Kurzentschlossene frei wäre (und das Meer in der Nähe), und so landeten wir – und schliesslich war es vor zwei Jahren im Herbst schon so schön da – auf Saaremaa.

Mökkiurlaub ist super. Im Hochsommer in Estland genauso wie im Winter in Lappland.

Unser Mökki diesmal – eine ehemalige winzige Bauernkate – hatte leider ein paar… äh… bauliche Eigenheiten, die unseren Urlaub ein bisschen überschatteten. Der Ähämann stiess sich an den niedrigen Türen zu Küche und Bad mehrmals den Kopf, bis er fast eine Gehirnerschütterung hatte. Und der kleine Herr Maus rutschte gleich am ersten Abend durch einen Spalt zwischen mittlerer Saunabank und Saunaofen, und wenn das Fräulein Maus nicht so beherzt reagiert hätte, hätte er sich vielleicht noch mehr verbrannt als den ganzen Unterarm. Statt gemütlich in der Sauna zu sitzen fuhren wir also zurück in die 30 km entfernte Kleinstadt, wo wir in der Notaufnahme sehr freundlich und unkompliziert empfangen wurden und dem kleinen Herrn Maus im fast-mitternächtlichen Abendsonnenschein ein hübscher Verband mit Brandgel angelegt wurde. (Danke, liebe EU, für E 111!)

Aber sonst war es ganz wunderbar. Ausschlafen, Lesen, Heupferde beobachten, Abendbrot überm Lagerfeuer zubereiten, Nichtstun. Umgeben von Grillenzirpen, Kranichrufen, blassblauem Sommerhimmel und nachts aus den Wiesen steigendem Nebel wie im Schlaflied.


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Skiferien, perfekte

„Kommt doch zu uns ins Mökki, da liegt immer Schnee!“, sagte die deutsche Bekannte, als wir vor ein paar Wochen über unsere Skiferienpläne sprachen, und vier Kinder machten jubelnd Luftsprünge und besiegelten die Sache.

Es gab nicht nur Schnee. Es gab einen Hund und eine wunderbare uralte Sauna. Zur Freude der Stadtkinder Wasser aus dem Brunnen und Sauna, Kamin und Küchenherd, die mit Holz geheizt werden mussten. Selbstangelegte Loipen durch dick verschneiten Märchenwald und über glitzernde Felder. Bitterkalte Nächte, strahlendblauen Himmel und Sonnenschein von früh bis abends. Das Fräulein Maus kam nach drei Tagen mit Sommersprossen zurück nach Turku.


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Es muss nicht immer Lappland sein

Eigentlich wollten wir in den Weihnachtsferien einfach nur zu Hause bleiben und faulenzen. Aber als wir hörten, dass in Mittelfinnland richtig viel Schnee liegt, während bei uns der Regen ans Fenster prasselte, da fassten wir einen schnellen Entschluss.

Am Freitag buchten wir ein Mökki, am Sonnabend packten wir Koffer und Kisten, am Sonntag beluden wir das Auto mit Skiern, Schlitten und unserem blauen Tretschlitten und fuhren nach Mittelfinnland. Silvester feierten wir, wie ich es zuletzt vor 18 Jahren getan habe, an einem tief verschneiten mittelfinnischen See.

Die Kinder schaufelten als erstes Pfade rund ums Haus. Unsere Silvesterbowle tranken wir vorm Kamin. Dampfend stellten wir uns nach der Sauna in die mondlichtbeschienene Stille, fröstelnd huschten wir zurück an den zischenden Saunaofen, und die Zeit verging so schnell wie sonst nie am Silvesterabend. Der grosse Herr Maus legte unermüdlich Feuerholz im Kamin und im Saunaofen nach, das Fräulein Maus schnitt Gemüse klein und bereitete Dippi nach einem Rezept aus ihrem ehemaligen Wahlfach zu, nur der kleine Herr Maus verschwand halb elf mit den Worten „Ich leg‘ mich nur mal kurz hin und ruh‘ mich ein bisschen aus“ ins Schlafzimmer, aus dem fünf Minuten später gleichmässiges Schnarchen zu hören war. Unter Mühen, aber seiner Dankbarkeit sicher, weckten wir ihn rechtzeitig wieder auf, um im Schnee auf das neue Jahr anzustossen und unser ganz eigenes, kleines Feuerwerk über dem dunklen See zu bewundern.

Drei Tage lang gingen wir skifahren, schlittenfahren und jeden Abend in die Sauna. Abendbrot bereiteten wir am liebsten draussen an der verschneiten Feuerstelle zu. Wir besuchten die finnischen Paten des Fräulein Maus, wir trafen meine liebste Freundin und das Fräulein Maus schlief eine Nacht bei ihrer liebsten Freundin, und sie zeigten uns ihre liebste Skiloipe und den besten Rodelhang.

Über Silvester nach Mittelfinnland zu fahren war die beste letzte Entscheidung des Jahres 2017.


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Der erholsamste Urlaub des Jahres

Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Es wurde tatsächlich der wärmste Lapplandurlaub, den wir je erlebt haben. Keine Eislichter. Zwei Tage Nieselregen. Pappschnee, der Skifahren nahezu unmöglich machte.

Dafür schneite es dann, als es endlich wieder ein paar Grad kälter wurde, Rekordmengen. Wir mussten uns regelrecht von der Haustür aus ausgraben. Die Kinder schaufelten sich Schneehöhlen. Der Ähämann und ich machten – weil wir diesmal die Papaoma zum Kinderhüten dabeihatten – eine lang ersehnte Skitour, allerdings unter erschwerten Bedingungen: eine halbe Stunde, nachdem die Pistenraupe durch war, sah es wieder so aus, als ob sie nie dagewesen wäre, und nach der Hälfte der Tour wurde der Schnee wieder pappig.

Trotzdem hatten wir eine Woche sehr viel schöneren Winter, als wir in Turku gehabt hätten. Und zur Not kann man auch einfach eine Woche im Mökki abhängen: lesen, rodeln , Holz reinholen, Schularbeiten vorm Kamin machen, Schnee schippen, jeden Abend in die Sauna gehen, nichtstun.

Nur für den Faschingsdienstag – der hier „Rodeldienstag“ heisst und traditionell mit Schlittenfahren gefeiert wird, hatten sich die Kinder ein Programm gewünscht, und so fuhren wir in die nächste Kleinstadt, wo auf dem Parkplatz eines Sportgeschäftes ein riesiger Schneehügel zum Schlittenfahren aufgeschüttet war und der Einzelhandelsverband Würstchen und heissen Saft ausgab. Und für den Abreisetag hatten sie auch einen Wunsch: „Bittebitte, können wir wieder ins Arktikum gehen?!“

Erholsam wie kein anderer Urlaub. Nur von den Touristenzentren, die immer überlaufener werden, muss man sich fernhalten. Aber das klappt im Blauen Roten Mökki ganz gut.


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Rot statt Blau

Irgendwann unterhielt ich mich mal mit der liebsten Freundin darüber, warum sie jedes Mal an einen anderen Ort in den Urlaub fahren, und wir so oft wieder an den gleichen. „Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind auch nie zweimal an den gleichen Ort gefahren bin, aber du deine Sommer- und Winterferien immer an den gleichen Orten verbracht hast“, sagte sie. Vielleicht stimmt das. Ich mag es jedenfalls sehr, an vertraute und liebgewonnene Orte zurückzukehren. Und so fahren wir auch seit elf Jahren in das gleiche Mökki nach Lappland.

Die Sehnsucht der Kinder kam über Jahre in genau drei Fragen zum Ausdruck: „Wann fahren wir mal wieder mit dem Schlafzug?“, „Wann fahren wir mal wieder nach Lappland?“ und „Wann fahren wir mal wieder ins Blaue Mökki?“

Im Blauen Mökkki waren wir schon, bevor wir Kinder hatten. Im Blauen Mökki hat das Fräulein Maus mit dem Löffel essen gelernt. Im Blauen Mökki ist der grosse Herr Maus zum ersten Mal gekrabbelt. Im Blauen Mökki habe ich den kleinen Herrn Maus vorm Kamin gestillt.

Im Blauen Mökki gab es ein Gitterbett, ein Hochstühlchen und eine Waschmaschine für die Stoffwindeln. Das Blaue Mökki war tatsächlich so etwas wie ein zweites Zuhause. Wenn auch nur für zwei Wochen im Jahr. Irgendwann, sagten wir jedes Mal, müssen wir auch mal im Sommer ins Blaue Mökki fahren. Oder ob uns da die Mücken auffressen würden?

Nun sind wir, seit wir ein Schulkind haben, nicht mehr nach Lappland gefahren. Weil in den Skiferien Zugtickets und Mökkimiete locker dreimal so hoch sind. Wenn man denn überhaupt noch einen Platz fürs Auto im Zug ergattern kann. Aber als die Sehnsucht der Kinder immer drängender und die Turkuer Winter immer grässlicher wurden, begannen wir doch wieder über einen Urlaub im Blauen Mökki nachzudenken. Vor den Skiferien. Schliesslich ist das in Finnland, wo es eine Bildungspflicht gibt, aber keine Schulpflicht, ja kein Ding mit einer Freistellung.

Nur das Blaue Mökki war nicht mehr auffindbar. Nicht bei dem Anbieter, über den wir es sonst immer gebucht hatten, und auch nicht anderswo. „Vielleicht ist es abgebrannt“, witzelte der Ähämann. Ich müsste mal den Esko anrufen und fragen, dachte ich monatelang. Als ich es endlich tun wollte und vorher nochmal nach dem Blauen Mökki suchte, fand ich unter dem gleichen Namen (nein, es heisst offiziell nicht Blaues Mökki) ein… huch… ganz anderes Mökki. Grösser. Ganz neu. Und nicht mehr blau, sondern rot. Mit sehr vielen Fragezeichen im Kopf rief ich bei Esko an, der mir erklärte, das Blaue Mökki sei vorletztes Frühjahr abgebrannt, aber es gäbe seit Herbst ein neues an der gleichen Stelle, und wir sollten ruhig kommen.

Das war sehr seltsam. So ein neues Haus am alten Platz. Obwohl wir alle dem Blauen Mökki nachtrauern, war es im… nun ja… brandneuen Roten Mökki schon sehr schön. So komfortabel. Und alles noch ganz neu. Und vor dem Mökki standen die gleichen dickbeschneiten Bäume und der gleiche hutzelige Holzschuppen und durch den Wald stapften immer noch Rentiere, Bartflechten von den Bäumen zupfend und bis zum Bauch im Schnee versinkend.

Letztendlich stimmt ja der Spruch auf dem Lampenschirm.