Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Coronaklausur, Tag 33

Finnland hat 3783 bestätigte Coronafälle.

Heute gab es grosse Unstimmigkeiten: ein Kind zeterte, weil es partout das Haus nicht verlassen wollte, und ein anderes Kind zeterte, weil es partout nicht erst sein Ferntraining absolvieren und mittagessen, sondern sofort und gleich wandern gehen wollte. Es fand sich zum Glück ein Kompromiss.

Es fand sich auch immer noch ein neuer Wanderweg. Da dieser nicht von der Forstbehörde oder dem örtlichen Naturschutzverein angelegt ist, sondern vom Golfresortbetreiber (!), gibt es auf ihm keine Erklärtafeln, stattdessen leicht übertriebene Treppen und Brücken von Felsen zu Felsen. Immerhin kann man, und das ist ja in Finnland selten, zwischendurch noch entscheiden, ob man noch einen zusätzlichen Schlenker gehen will oder auf kürzestem Weg zurück. Und die fünf Kilometer Wanderweg führen durch Fichtenwald, über Felsen, durch ein Birkenwäldchen, durch knorrige Kiefern und durch Moor. Alles, was so ein finnischer Wald auf kleinstem Raum zu bieten hat.

Wir fanden es dort erst ziemlich überlaufen (also nach unseren finnischen Massstäben), aber dann näherte sich die Uhrzeit 17 Uhr, und da hatten wir dann – wie oft bei derlei Gelegenheiten; die Kinder zum Beispiel planten schon vor Jahren ihre Spielplatzbesuche so – den Wald für uns allein. Und da die Sonne schon wieder vier Stunden länger scheint als gerade eben noch, gibt es jedenfalls für uns keinen Grund, schon um vier den Heimweg anzutreten.

Abends ist es jetzt plötzlich wieder bis halb zehn hell.
Neben dem Gefühl für Wochentage verlieren wir jetzt dann auch noch das für Uhrzeiten. Das ist allgemein der Punkt, an dem wir anfangen, auf die Sommerferien zu warten. Noch sechs Wochen!