Suomalainen Päiväkirja

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Reiserückblick (6): Die Leuchtenburg

Als der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich noch in Jena wohnten, konnten wir die Leuchtenburg von unserem Wohnzimmerfenster aus sehen.

Wir waren auch ein paarmal da, mit dem Fahrrad, und einmal feierten wir in der damals auf der Burg befindlichen Jugendherberge mit Kommilitonen eine Weihnachtsfeier mit Übernachtung, aber auf der Burg gab’s eigentlich nichts weiter zu sehen und man konnte auch nicht rein.

Seit ein paar Jahren gibt’s nun aber auf der Leuchtenburg – denn sie liegt direkt über der Porzellanstadt Kahla – ein Porzellanmuseum, von dem uns bisher alle Leute nur vorgeschwärmt hatten.

Wie das übrigens so ist mit Kindern – kaum ist alles einfacher, weil keiner mehr gewindelt oder gefüttert und ständig im Auge behalten werden muss und das Trotzalter endlich bei allen überwunden ist, findet das grösste Kind plötzlich alles doof, was die Eltern vorschlagen, und das mittlerste tutet aus Solidarität prompt ins gleiche Horn, und nur das kleinste legt noch kindliche Neugierde und Begeisterung an den Tag. Zwei wollten jedenfalls unter gar keinen Umständen in so ein „doofes Museum“ und viel lieber den ganzen Tag im Freibad verbringen.

Seltsamerweise waren dann aber drei Kinder überaus begeistert. Zwei Erwachsene auch. Das Museum ist nämlich ganz, ganz wunderbar. Man darf Sachen anfassen und ausprobieren, es werden Geschichten erzählt, es gibt die grösste Vase und die kleinste Teekanne der Welt dort zu sehen… und vor allem ist das Museum nicht bierernst.

Am Ende kann man sich einen Porzellanteller nehmen, mit nur im Schwarzlicht sichtbarem Stift seinen grössten Wunsch draufschreiben und ihn von einem hohen Steg den Burgberg hinunterwerfen.