Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kolmesataakuusi

Als wir aus Tampere zurückkamen, bogen wir 70 km vor zu Hause von der grossen Strasse ab, um uns in einem kleinen Dorfladen das obligatorische Eis zu kaufen. Dann beschlossen wir, auf der kleinen Strasse weiterzufahren.

Seltsamerweise kamen uns dort kolonnenweise Autos entgegen. Waren die alle auf dem Weg ins Mökki? Waren die auf der Flucht vor irgendwas? Es sah wirklich sehr absurd aus, wie sich die Blechlawine über die kleine, kurvige Strasse uns entgegenwälzte. Eine 306 war auch dabei, aber die sah nur der Ähämann, der ja bekanntlich diesen Quatsch nicht mitmacht. Kurz vorm nächsten Ort klärte sich die Sache auf: die kamen alle von einer dort stattfindenden riesigen Landwirtschaftsmesse mit bis zu 20 000 Besuchern pro Tag!

Obwohl wir dann noch sehr viele von dort wieder wegfahrende Autos sahen, war keine 306 mehr dabei. Die sah ich dann erst letzten Sonntag auf dem Weg zur Fähre .

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Idylle (novemberlich)

Gestern Nachmittag besuchten wir mal wieder die Kühe.

Wie alles in Finnland ist auch das Museumsdorf im Herbst, Winter und Frühling geschlossen.

Aber spazierengehen darf man dort natürlich trotzdem.

Und die Kühe und Schafe liessen sich, im Gegensatz zum Sommer, füttern und streicheln.

Grau und finster war’s. Aber als wir gingen, riss zum ersten Mal seit zwei Wochen die Wolkendecke ein bisschen auf, und der Halbmond – denn die Sonne war längst untergegangen – guckte draus hervor.

Lohnt sich eben immer, die Kühe zu besuchen.


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Idylle

Nach einem Vormittag, der von allseitigem Gebrüll, Gezänk und Genervtsein geprägt war, brauchten wir genau das.

„Lasst uns zu den Kühen gehen!“ schlug ich nach dem Mittagessen vor.

Das ist, auf kleinen Kinderfüssen, eine halbe Stunde Spaziergang durch Wald und Wiesen. Fast könnte man vergessen, dass wir in der Stadt wohnen.

Die Kühe wohnen in einem Museumsdorf, in dem man sich angucken kann, wie die Finnen in den 1950er Jahren auf dem Lande gelebt haben.

Sehr idyllisch. Für uns. Die Leute damals fanden das wahrscheinlich weniger…

Man darf fast alles anfassen, ausprobieren und damit spielen. Die grossen Mäusekinder kochten fast eine Stunde lang auf einem alten Herd Essen, holten Geschirr aus dem Geschirrschrank, deckten den Tisch, spülten ab… und räumten wieder auf.

Wir assen die ersten Johannisbeeren des Jahres.

Wir sahen kleine Piepmätze und beobachteten besorgte Vogeleltern.

Wir machten Picknick. Wir genossen die Ruhe und Stille. Sogar Grillen hörte man zirpen.

Wir gehen auch mit unseren Kindern in Vergnügungsparks. (Nur ins Muuminland, da bringt mich keiner. Obwohl – oder eher weil – ich die Muumins so mag. Erst gestern sahen ich wieder so einen Pendelbus aus Naantali ankommen, aus dem lauter total erschöpfte, schlafende Kinder ausgeladen wurden. Die tun mir immer so leid. Womit die bombardiert werden. Und wie wenig das mit den poetischen Muuminbüchern zu tun hat.) Aber das hier, das ist um Welten besser!

Die 20 € für die heute endlich offiziell erstandene Familien-Jahreskarte (denn es gibt dort keinen Zaun, und ausserdem ein nettes Café, in das wir oft gehen und uns dann quasi halbillegal auf dem Museumsgelände aufhalten) sind vermutlich die bestangelegten des Jahres.