Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Sommerabend mit Musik

Es ist wieder die schönste und intensivste Woche der Sommerferien: das Fräulein Maus hat Musiklager.

Sie spielt dieses Jahr im Streichorchester, im Blasorchester, allein und gemeinsam mit den anderen fünf Harfenisten und – „Morgen muss ich schon halb zehn da sein, ich bin nämlich auch im Chor! Das Sinfonieorchester spielt die Finlandia, und da muss ja auch gesungen werden“, teilte sie mir am Montagabend mit – singt.

Es ist anstrengend, und es ist total toll.

Sie probt jeden Tag so viel, dass sie sich alle Finger verpflastern muss. (Die Geiger haben alle einen Knutsch-blauen Fleck am Hals.) „Mir tut alles weh!“, jammerte sie heute Abend vorm Konzert, und dann zog sie ihre Harfe zu sich und fing – „Das muss ich euch unbedingt schon mal vorspielen!“ – doch gleich wieder zu spielen an.

Donnerstag ist der schönste Tag der Musiklagerwoche. Da gibt es eine Konzertreihe auf der übernächsten Insel: in der Kirche, in einem alten Gutshaus und auf den Ruinen einer Burg; in Sommergrün und Abendsonnenschein.

Da wurden heute unter Anderem sechs Harfen mit Löffeln – Schraubenzieher hatten wir ja auch schon – sowie einem zwischen die tiefen Saiten gefädelten Papierstreifen gespielt. Und Pachelbels Kanon, was ich sehr rührend fand, denn das war das allererste Stück, das das Fräulein Maus gemeinsam mit anderen gespielt hat.

21:30 Uhr.

Und sagte ich schon, wie wunderbar die finnischen Sommerabende sind?!


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kolmesataakolmekymmentäviisi

Oder: Vappu 2019

Eigentlich hatten wir dieses Jahr für Vappu gar keine Pläne. Zu anstrengend war der letzte Monat, zu ausgeplant die letzten Wochenenden. Und sowieso weiss man ja nie, ob man das Vappu-Picknick in T-Shirt und Sonnenbrille im Park oder mit Wollsocken und Strickjacke auf dem Wohnzimmerteppich abhalten muss.

Vappu-Luftballons hatte ich dieses Jahr auch keine gekauft. Ich hätte echt nicht gewusst, wann, denn traditionell gibt’s bei uns die Ballons am ersten Mai morgens als Überraschung an die Stühle gebunden. Die Kinder sind dem Alter, in dem sie begeistert ihre Ballons spazierentrugen, allerdings sowieso allmählich entwachsen, und ausserdem haben wir vom Wettkampf letzten Sonntag noch ein T und ein L in der Wohnung herumschweben.

Alternativer Vappu-Ballon.

Ich warf also nur ein paar Luftschlangen in der Wohnung aus und der Ähämann besorgte Dienstagabend noch Munkkis und Sima.

Das Fräulein Maus dagegen hatte Pläne: ihre beste Turnfreundin kam zum Übernachten, und sie wollten gemeinsam im Zelt schlafen; auch die für die frühen Morgenstunden vorhergesagten 4°C hielten sie nicht davon ab. Ausser Isomatten, Schlafsäcken, Decken, Kissen, Taschenlampen, Büchern und ihren Handys trugen sie auch eine Packung Luftschlangen in ihr Zelt und drapierten sie allerliebst unterm Gestänge. Schliesslich war Vappu!

Die Turnfreundin wurde dankenswerterweise nicht gleich früh um zehn abgeholt, sondern durfte den Tag mit uns verbringen, und weil der angekündigte Regen erst am späteren Nachmittag kommen sollte und früh noch die Sonne lachte, packten wir dann doch noch spontan den Picknickkorb und fuhren (die 335 kam uns gleich an der ersten Kreuzung entgegen) gemeinsam – und da war ich wieder einmal sehr, sehr dankbar für unseren Bus den Herrn Picasso, mit dem man ausser unserer Familie auch noch Freunde oder Grosseltern transportieren kann, und gleichzeitig so verzweifelt wie immer in letzter Zeit bei derlei Gelegenheiten, weil er schon so in die Jahre gekommen ist und es die eierlegende elektrische Wollmilchsau, die als Nachfolger in Frage käme, leider nicht gibt – an einen unserer schon immer liebsten Picknickplätze.

Als es zu regnen anfing, packten wir unseren Krempel zusammen, traten die Rückfahrt an, hielten unterwegs am grossen Supermarkt und kauften das erste Sommereis des Jahres. Nur essen mussten wir es zu Hause.

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Ein perfekter Ferientag

Das Fräulein Maus zum Musiklager fahren, mit dem Rest der Familie weiterfahren auf die übernächste Insel, Baden am Lieblingsstrand, danach schnell die T-Shirts gegen Hemden und das Sommerkleid gegen ein feineres Kleid tauschen und zum Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer – nacheinander eins in der Kirche, in der wir letztes Jahr Weihnachtslieder sangen, eins in einem alten Gutshaus und eins in den Ruinen einer alten Burg – auf der nächsten Insel eilen.

Ein Holztransport!

Halb zehn, als wir heimfuhren, schien die Sonne immer noch.
Auch halb elf noch, als die Kinder endlich in ihre Betten sanken.