Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Bestes Konzert des Jahres

Es gibt dem Jahr für Jahr nichts hinzuzufügen: dieses gemeinsame Musizieren ist eine Freude für alle Beteiligten.

(Auch für die, die sonst nur Instrumente durch die Gegend fahren und schleppen.)

Harfenlehrerin und Kontrabasslehrerin spielen Nachtigall und Kuckuck.

Der kleine Herr Maus will jetzt übrigens noch ein Blasinstrument zusätzlich zum Klavier lernen, damit er auch im Orchester spielen kann.

Und nächstes Jahr mit zum Musiklager gehen darf. ♥


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kolmesataaneljäkymmentäkaksi

Zwei der Lehrer des Musiklagers – also das vermute ich mal, weil die zwei Autos jeden Tag da auf dem Parkplatz stehen – fahren übrigens ein Auto mit der 342. Beides Renaults. Einer in gelb.

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Sommerabend mit Musik

Es ist wieder die schönste und intensivste Woche der Sommerferien: das Fräulein Maus hat Musiklager.

Sie spielt dieses Jahr im Streichorchester, im Blasorchester, allein und gemeinsam mit den anderen fünf Harfenisten und – „Morgen muss ich schon halb zehn da sein, ich bin nämlich auch im Chor! Das Sinfonieorchester spielt die Finlandia, und da muss ja auch gesungen werden“, teilte sie mir am Montagabend mit – singt.

Es ist anstrengend, und es ist total toll.

Sie probt jeden Tag so viel, dass sie sich alle Finger verpflastern muss. (Die Geiger haben alle einen Knutsch-blauen Fleck am Hals.) „Mir tut alles weh!“, jammerte sie heute Abend vorm Konzert, und dann zog sie ihre Harfe zu sich und fing – „Das muss ich euch unbedingt schon mal vorspielen!“ – doch gleich wieder zu spielen an.

Donnerstag ist der schönste Tag der Musiklagerwoche. Da gibt es eine Konzertreihe auf der übernächsten Insel: in der Kirche, in einem alten Gutshaus und auf den Ruinen einer Burg; in Sommergrün und Abendsonnenschein.

Da wurden heute unter Anderem sechs Harfen mit Löffeln – Schraubenzieher hatten wir ja auch schon – sowie einem zwischen die tiefen Saiten gefädelten Papierstreifen gespielt. Und Pachelbels Kanon, was ich sehr rührend fand, denn das war das allererste Stück, das das Fräulein Maus gemeinsam mit anderen gespielt hat.

21:30 Uhr.

Und sagte ich schon, wie wunderbar die finnischen Sommerabende sind?!


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Die schönste Ferienwoche des Jahres

Mal davon abgesehen, dass ich damals, als ich anfing, ein Instrument zu lernen, noch nicht mal frei wählen durfte, welches Instrument ich gern spielen würde – denn auch die Musik unterlag in der DDR der Planwirtschaft, und ich durfte damals wählen zwischen Klavier und Geige, wobei Klavier aus Platzgründen von vornherein ausfiel – musste man auch jahrelang für sich allein im stillen Kämmerlein Etüden üben, bevor man mal etwas durfte, was wirklich Spass gemacht und motiviert hätte: gemeinsam musizieren nämlich. Erst ab der fünften Klasse hätte man ins Orchester gedurft, allerdings auch nur unter der Bedingung, dass man wirklich schon herausragend gut spielen kann. (Ja, ich hab‘ nach drei Jahren die Geige an den Nagel gehängt.)

Deswegen bin ich so froh, dass z.B. das Fräulein Maus von Anfang an mit anderen gemeinsam musizieren durfte. Deswegen – und auch weil sie letztes Jahr so grosse Freude daran hatte, im Musiklager im Orchester mitzuspielen, hat sie dieses Frühjahr auch in einem Orchester des Konservatoriums mitgespielt. Wir hätten es uns eigentlich gleich denken können: das war leider eine wenig motivierende Erfahrung und das Konzert eine einzige Werbeveranstaltung für das Konservatorium, bei der nicht die Musiker, sondern die ach-so-tolle Institution im Mittelpunkt standen. Wir alle trösteten uns damit, dass das Fräulein Maus auch diesen Sommer wieder zum Musiklager in den Nachbarort gehen würde.

Dort vollbringen sie wahre Wunder – am Montag kommen die Kinder da hin, haben noch keine Note für ihren Orchesterpart gesehen, manche haben vielleicht noch nie in ihrem Leben in einem Orchester gespielt, und ab Donnerstag schon spielen sie für sie völlig neue Stücke als Solisten oder mit wenigen anderen auf verschiedenen Konzerten – das Fräulein Maus trat z.B. gemeinsam mit allen anderen sieben Harfen, aber auch allein mit einem kleinen Hornbläser auf – und am Sonntag spielen sie im Orchester wie die Profis. (Und dann klatscht der Dirigent des Blasorchesters der Kleineren nach dem Auftritt beim Rausgehen alle einzeln ab, und mir wird ganz warm ums Herz.)

„Das mit dem Orchester im Konservatorium schenken wir uns nächstes Jahr“, sage ich zum Fräulein Maus, „aber hierher kannst du meinetwegen die nächsten zehn Jahre gehen!“ (Und ich sage das auch aus purem Eigennutz, weil ich die Konzerte dort alle so wunderschön finde.) „Und danach auch noch!“, antwortet sie, und dann geht sie ihre Harfenlehrerin und ihre neuen Freundinnen zum Abschied umarmen. Und: „Ich fänd’s schön, wenn das Musiklager vier Wochen dauern würde statt nur eine!“ seufzt sie.


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Ein perfekter Ferientag

Das Fräulein Maus zum Musiklager fahren, mit dem Rest der Familie weiterfahren auf die übernächste Insel, Baden am Lieblingsstrand, danach schnell die T-Shirts gegen Hemden und das Sommerkleid gegen ein feineres Kleid tauschen und zum Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer – nacheinander eins in der Kirche, in der wir letztes Jahr Weihnachtslieder sangen, eins in einem alten Gutshaus und eins in den Ruinen einer alten Burg – auf der nächsten Insel eilen.

Ein Holztransport!

Halb zehn, als wir heimfuhren, schien die Sonne immer noch.
Auch halb elf noch, als die Kinder endlich in ihre Betten sanken.


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Sie geben einem so viel zurück

„Danke, liebe Eltern, dass ihr euren Kindern dieses Hobby ermöglicht!“, sagte der Dirigent gestern beim Abschlusskonzert des Musiklagers. „Ein Hobby, das so viel Freude bereitet – nicht nur den Kindern, sondern auch euch selbst.“

So wahr!

Ich habe schon lange nicht mehr – also eigentlich, seit wir Kinder haben – so viel schöne Musik gehört wie im letzten Jahr.

Und ich war sehr fasziniert, wie nach nur einer Woche gemeinsamen Übens alle vier Orchester der Musiklagerteilnehmer so fantastisch spielen konnten!

Sogar die Herren Maus hielten ohne zu zappeln die zwei Stunden durch und lauschten fasziniert. Und das Fräulein Maus ist jetzt zehn Zentimeter grösser.


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kaksisataaseitsemänkymmentäyksi

Erkenntnis der Woche: tägliches Pendeln mit dem Auto ist genauso furchtbar, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Das Musiklager des Fräulein Maus fand in der Schule statt, in die die Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, geht. In den Wochen, in denen sie hier wohnt, fährt ihre Mutter sie in die Schule und holt sie nachmittags von dort ab. Ich hielt das bisher für eine ganz annehmbare Lösung; weit ist es nicht – vielleicht 10 km – ein Drittel davon leere Autobahn oder wahlweise Landstrasse, über die man mit 60 km/h gemütlich dahinrollen kann. Kein Stau, keine Raser, keine Sonntagsfahrer, nicht übermässig viele Ampeln. Und dennoch – mir hing nach drei Tagen das Gefahre so dermassen zum Hals raus!

Nebenher fuhren wir auch noch täglich zwecks Urlaubsvorbereitungen in verschiedene Supermärkte und Einkaufszentren, ausserdem ein zweites Mal aufs Erdbeerfeld – weil von den sieben Kilo „Rumba“ fünf im Gefrierschrank gelandet waren und die restlichen zwei noch am gleichen Abend aufgefressen wurden – wo wir diesmal eine Eimerchen „Sonata“ pflücken durften, und als ob das alles noch nicht gereicht hätte, fuhren wir auch noch mehrmals Wäsche zum Fremdwaschen bei der alleinerziehenden Freundin, weil uns Hannelore – hier passenden Fluch einsetzen – eine Woche vorm Urlaub und einen Monat nach Ablauf der Garantiefrist mit einem Motorschaden beglückt hat.

Eigentlich komisch, dass es bei dem vielen Gefahre bis gestern Nachmittag gedauert hat, bis ich eine 271 gesehen habe.

Am allerschönsten aber in dieser Woche: am Donnerstag gab es ein kleines Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer an verschiedenen Orten auf der nahgelegenen geschichtsträchtigen Halbinsel – die Streicher fingen in der kleinen Kirche an, dann konnte man weiterlaufen zu einem alten Gutshaus, in dem die Harfenistinnen auftraten, und dann spielten noch, ganz und gar wunderbar im Spätabendsonnenschein, in den Ruinen einer alten Burg die Bläser.

„Schade, dass das Musiklager schon wieder vorbei ist!“, seufzte das Fräulein Maus vorhin, als ich sie zur Generalprobe des Abschlusskonzerts kutschierte. Begeistert erzählte sie jeden Tag von ihrer Dreiviertelstunde Einzelunterricht, vom Gruppenunterricht mit den anderen Harfenistinnen, von den Proben mit dem gesamten Orchester und von ihren vielen neuen Freundinnen. Es muss wirklich sehr schön gewesen sein.

Und jetzt ein allerletztes Mal die 10 km in den Nachbarort.

(Gerne nächstes Jahr wieder.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270]


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Finnlandliebe, grosse

Das Fräulein Maus und ihre Harfe sind diese Woche auf einem Musiklager im Nachbarort.

Alle Teilnehmer, die nicht dort, sondern wie das Fräulein Maus zu Hause schlafen, sollten sich bitte schon bei der Anmeldung Essensmarken für alle Mahlzeiten, die sie dort essen wollten, bestellen. Das war ein bisschen schwierig zu entscheiden, weil zu dem Zeitpunkt noch keine Stundenpläne bekannt waren und sie vielleicht am Montag kein Mittagessen gebraucht hätte, weil es da erst mittags losgeht, oder vielleicht braucht sie eher keins am Sonntag, weil da zwar am Nachmittag Abschlusskonzert ist, aber der Vormittag vielleicht frei, und Abendbrot braucht sie eigentlich gar nicht, weil normalerweise vor um fünf Schluss ist, aber als ich sie gestern hinbringe, stellt sich raus, dass nach dem Abendbrot auch noch eine Orchesterprobe ist, ich ihr ja aber überhaupt kein Abendbrot bestellt habe, grosses Essensmarkendurcheinander jedenfalls. Ich darf die eine Essensmarke aber noch nachkaufen, und das Fräulein Maus bekommt sie zusammen mit ihren sechs Mittagessensmarken in einem – „Pass gut drauf auf!“ – Umschlag überreicht.

Als ich sie dann noch bis zum Eingang des Speisesaals begleite, steht da mutterseelenallein auf einem Stühlchen ein Körbchen für die Essensmarken. Zum Hineintun.

Und es würde niemand merken, nähme man sich stattdessen eine heraus. Oder ginge einfach ohne seine Essensmarke hineinzutun essen.

Aber das macht hierzulande ja niemand.

***

Nachdem wir das Fräulein Maus zum Musiklager gebracht haben, fahren die Herren Maus und ich aufs Erbeerfeld.

Der Erdbeermensch kommt uns gleich fröhlich winkend entgegen. „Darf man denn schon selber pflücken?“, frage ich. „Nee, noch nicht. Unsere Pflücker haben selbst gerade so genug zu tun.“ „Schade, aber dachte ich mir schon fast. Ab wann ungefähr wird man denn selber pflücken können?“ „Kann ich noch nicht sagen, ist ja alles so spät, dieses Jahr…“ „Ich frag‘ auch nur, weil wir nächste Woche in den Urlaub fahren und gerne vorher noch ein paar Erdbeeren pflücken wollten, aber…“ und ich komme gar nicht mehr dazu, den Satz mit „Ich würde dann eben auch einfach ein paar fertig gepflückte kaufen“ zu vollenden, denn der Erdbeermensch guckt die erwartungsvollen Herren Maus an, murmelt „Ach nächste Woche schon? Naja, da lässt sich vielleicht was einrichten…“ und weist uns ein paar Reihen „Rumba“ zum Pflücken zu.

***

Als wir wieder zu Hause sind, klingelt mein Telefon.

Als wir im März den Termin bei der Einwanderungsbehörde hatten, hatte der Ähämann vorher mehrmals überprüft, ob er auch alle Dokumente eingepackt hatte und mich mehrmals gefragt, ob ich mir sicher sei, dass an unserem Antrag jetzt alles eindeutig sei und wir wirklich nichts vergessen hatten auszufüllen. Ich war da sehr viel gelassener als vor jedem bisherigen Ausflug auf die deutsche Botschaft und versicherte dem Ähämann, die würden uns schon sagen, wenn wir noch was nachzureichen hätten oder irgendwas nicht eindeutig sei.

Am Telefon ist heute dann tatsächlich eine sehr nette und, das finde ich ja immer recht hilfreich, überaus deutlich sprechende Mitarbeiterin der Einwanderungsbehörde. Sie würde gerade unsere Anträge bearbeiten, und sie hätte zu meinem noch ein paar Fragen.

Unser jüngstes Kind zum Beispiel, das hätte gar keine Aufenthaltsgenehmigung, wie das denn käme? Das weiss ich leider auch nicht. Also nicht so genau. Nach der Geburt der beiden Grossen bekamen wir nämlich jeweils ein Schreiben, dass wir für sie eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen hätten. Ich weiss noch, dass ich, weil für den kleinen Herrn Maus kein solcher Brief kam, extra zur Polizei ging, und mir dort gesagt wurde, das sei nicht mehr nötig. Vielleicht hab‘ ich’s auch einfach falsch verstanden, es interessierte jedenfalls jahrelang niemanden. (Letztes Jahr fiel auch erst auf, dass der kleine Herr Maus hier überhaupt nicht als Deutscher registriert war. „Was machen wir denn da jetzt?!“, fragte ich ein wenig panisch. „Ach, da kommst du einfach mal mit seinem Pass vorbei, und dann tragen wir das nach, ist kein Ding!“, versicherte mir die nette Dame auf dem Maistraatti.) „Ja, also theoretisch braucht er schon eine Aufenthaltsgenehmigung, aber dann weiss ich ja jetzt bescheid, dass das keinen besonderen Grund hat, das reicht mir“, sagte die nette Mitarbeiterin der Einwanderungsbehörde.

„Jaaa, und dann ist mir noch aufgefallen, dass in deinem Pass Monika Karen, aber auf dem Antragsformular Karen Monika steht, ist das ein Fehler?“ „Nee“, sage ich lachend und erzähle ihr die ganze Geschichte und sie lacht auch und ich sage, darauf freue ich mich am meisten an einem finnischen Pass, dass da dann endlich mein richtiger Name drinstehen wird, „Aber echt mal!“, lacht sie zurück.

Und wo ich denn derzeit arbeiten würde, mein Arbeitsvertrag wäre ja befristet gewesen, und ob ich den letzten Zahlungsbescheid vom Arbeitslosengeld einfach nochmal an meinen Online-Antrag anhängen könnte, damit geklärt sei, wovon ich zur Zeit lebe.

„Mach‘ ich sofort!“, verspreche ich, und: „Was machen wir denn nun wegen der Aufenthaltsgenehmigung des kleinen Herrn Maus? Sollen wir die dann jetzt doch noch beantragen?“ „Ach Quatsch, das lohnt sich jetzt doch nicht mehr!“, sagt sie. Und dann frage ich noch, kurz bevor wir uns verabschieden, ob sie vielleicht so ungefähr schon sagen könne, wie lange es noch dauern würde mit unserem Antrag. Nicht mehr lange, sagt sie, ganz gewiss kein Jahr, niemals würde es für EU-Bürger so lange dauern! „Ach schön!“, sage ich, „Da wird es ja vielleicht doch was mit den Präsidentenwahlen im Januar!“ „Aber dicke“, sagt sie, „höchstens ein paar Tage dauert das noch!“