Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Mittsommer 2019

Unsere Reisepläne ergaben sich diesmal so, dass wir die Mittsommernacht auf dem Schiff verbrachten.

Juhannus ist ein Fest, das mir lange Zeit nicht so wichtig war, das ich aber mittlerweile doch sehr gern feiere. Und so hatten wir diesmal, während wir sonst – vor allem im Winter, wenn es schon lange finster ist, oder wenn mal wieder das Wetter genau dann schlecht wird, wenn wir zurückreisen – nach Betreten der Fähre direkt in unsere Kabine schlafen gehen, zur Feier des Tages extra Buffet gebucht.

Es gab nicht nur Mittsommer zu feiern, sondern vielleicht auch einen Abschied. Mit der „Amorella“ kamen der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich vor 16 Jahren in Finnland an. Seitdem hat sie uns aus aus jedem Urlaub nach Hause gebracht. Vielleicht zum letzten Mal diesmal, denn nächstes Frühjahr soll sie durch ein neues Fährschiff ersetzt werden. (Dabei ist die 30 Jahre alte „Amorella“ immer noch moderner als alles, was zwischen Deutschland und Schweden fährt, zusammen.) Ich finde das neue Schiff aus China jetzt schon doof.

Wir assen uns also im Abendsonnenschein, während sich die „Amorella“ durch die Stockholmer Schären schob, durchs Buffet, und dann sasssen wir bei Fast-Mitternachtssonne an Deck, das mit Birken geschmückt war, und liessen Inseln und Inselchen an uns vorbeiziehen. Und wenn wir nicht am Morgen schon um sechs in Trelleborg angekommen und entsprechend müde gewesen wären, hätten wir bestimmt noch bis Åland, bis weit nach Mitternacht, so weitergemacht.

Ich sag‘ mal so: es gibt sicher weniger schöne Plätze, um Juhannus zu feiern, als die „Amorella“ zwischen Stockholm und Turku.


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Mittsommer 2018

Wir hatten unseren Urlaub dieses Jahr extra so geplant, dass wir zu Juhannus wieder zurück sind.

Mal davon abgesehen, dass wir uns gerade fühlen wie auf einer weiteren Station unserer Reise, kann man sich leider nicht drauf verlassen, dass man jedes Jahr Juhannus so feiern kann, wie es sein soll.

Gestern: 11°C, Regen, Sturm.

Aber Sauna geht zum Glück immer.

(Heute riecht die ganze Wohnung nach Birke…! <3 )

Zwischen den Saunagängen tranken wir slowakisches Bier, und statt Juhannusfeuer guckten wir – als Urlaubsnachbereitung sozusagen – mit den Kindern den Film über die letzten böhmischen Wassermänner.

War auch schön, Mittsommer 2018.


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Mittsommer 2017

Juhannus war mir lange Zeit nicht wichtig. Es war kein Fest, das einen besonderen Platz in meinem Herzen gehabt hätte, denn ich bin damit nicht aufgewachsen. Später, als wir Kinder hatten und die noch klein waren, war zudem nicht daran zu denken, die blaue Mittsommernacht irgendwo draussen zu verbringen.

Vor drei Jahren bestanden die Kinder zum ersten Mal darauf, Juhannus so zu feiern, wie man hierzulande Mittsommer eben feiert. Damals wählten wir noch die Kindervariante mit Mittsommerfeuer schon um neun statt kurz vor Mitternacht, aber schon im nächsten Jahr feierten wir Mittsommer so, wie man das eigentlich tut.

Und ganz vielleicht finde ich ab sofort Juhannus noch ein ganz kleines bisschen schöner als Weihnachten.


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Mittsommertag

Gestern kam dann der Sommer zurück. Wir sassen faul im Garten herum, nahmen ab und zu mit mehreren Stunden Verspätung eine Mahlzeit ein, die Kinder rannten den halben Tag in Badesachen um die Häuser und lieferten sich Wasserschlachten mit den Nachbarskindern, und wir Eltern kamen sogar dazu, in der Hängematte zu lesen.

Und wie schön ruhig das immer ist an so einem Mittsommertag in der Stadt!

Weil alle entweder im Mökki sind oder sich von ihrem Kater erholen (oder beides), weil keine Busse und keine Züge fahren. Flugzeuge fliegen auch nicht. Der perfekte Tag, um – das haben wir schon ewig nicht mehr erlebt – einen angehenden Piloten den ganzen Tag starten und landen üben zu lassen.

Erst halb zwölf flog er in den mitternachtshellblauen Himmel davon.