Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kaksisataayhdeksänkymmentäkolme, kaksisataayhdeksänkymmentäneljä

Die erste Schulwoche war… anstrengend.

Zum Glück geht das meiste hier nach den Ferien einfach so weiter wie vor den Ferien, weil die Stundenpläne das ganze Schuljahr über gleich bleiben. Aber allein das zeitige Aufstehen nach zwei Wochen Ausschlafen! Und natürlich hatten gleich in der ersten Schulwoche wieder drei Familienmitglieder Zahnarzttermine in aller Herrgottsfrühe. Ausserdem hat das Fräulein Maus letztes Wochenende kurzentschlossen den Sportverein gewechselt – was ich eigentlich sehr schade finde, weil die ganze Truppe samt Eltern und Trainerinnen, mit der sie die letzten sechs Jahre zusammenwar, so nett war, aber, ich sag’s mal so, das Fräulein Maus muss auch nicht die sein, die dann dort das Licht ausmacht – und wir mussten vollkommen neue Routinen für neue Trainingszeiten finden und Elternabend war dort auch gleich.

Aber: Ich kann dann jetzt wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren, denn sämtlicher Schneematsch ist getaut und jetzt liegen nur noch Raureif und Eis und eine halbe Tonne Splitt auf den Wegen, und darauf fährt es sich sehr gut. (Also auf Raureif und Eis. Auf Splitt eher nicht so.) Und so fuhr ich auch gleich am Montag an einer 293 vorbei. (Und am Dienstag fuhr eine 294 an mir vorbei.) Ausserdem fährt das Fräulein Maus jetzt, dank neuer Trainingszeiten und -orte, nach der Schule allein mit dem Bus zum Training und muss nicht mehr gebracht werden.

Und wenn nächste Woche dann mal keine Extratermine sind, dann starten wir einfach nochmal ohne Stress ins neue Schulhalbjahr. So.

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*kleb* *kleb* *kleb*

Manchmal bin ich sehr, sehr froh, dass das Fräulein Maus so klein und zierlich ist.

(Eigentlich wollte ich noch ein paar Urlaubsbilder zeigen und über die 284 und 285 schreiben, aber das geht erst, wenn ich dieses Ding fertig habe – übermorgen früh wird es gebraucht! – und mit dem grossen Herrn Maus fürs Pfadfinderlager gepackt, mit dem kleinen Herrn Maus Geburtstagseinladungen geschrieben und die nächste Ladung Adventskalender zur Post getragen habe.)


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Flohzirkus auf Reisen

Man könnte sein Kind auch einfach früh am Bus abliefern und abends wieder abholen. Aber das Fräulein Maus freut sich immer, wenn einer zugucken kommt. Und der Ähämann und ich gucken dem Flohzirkus echt gerne zu.

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Nicht nur den zweieinhalb Minuten Auftritt.

Auch, wie sie sich früh (6:15 Uhr!) alle fröhlich am Bus begrüssen, ihre Kissen und Decken zurechtrücken und brav die Augen zukneifen, sie aber augenblicklich aufreissen, sobald die erste Stunde Fahrt vorbei ist und gegessen, geredet oder das Handy herausgeholt werden darf und die ersten frisiert werden, wie sie mit ihrem Artistengepäck in den viel zu kleinen Umkleidekabinen verschwinden, sich dann brav auf der Tribüne zum Frisieren und Schminken anstellen, eine nebenher immer ein Rad schlägt, eine verträumt in die Gegend guckt und eine das Maskottchen in die Luft wirft, wie sie sich aufwärmen gehen und wieder und wieder den Auftritt proben – wenn kein Platz ist, dann auch gern mal nur mit laufender Musik und geschlossenen Augen auf einer Bank sitzend – wie sie dann plötzlich glitzernd in ihren Auftrittsanzügen auftauchen und erwartungsvoll herumzappeln, wie sie, wenn sie fast dran sind, schon mal durch den Vorhang linsen, wie sie hinterher erleichtert lächeln, fürs Medaillenfoto posieren, eine ein Rad schlägt, eine auf dem Kopf steht, eine am Tribünengeländer abwesend Ballettfiguren ausführt und eine ein Babygläschen auslöffelt, und wie sie sich hinterher im Bus aus Decken und Jacken Höhlen bauen, in denen gemalt, gegessen, ins Handy geguckt, Musik gehört, sehr selten geschlafen und immer gegiggelt wird.

(Für die des Finnischen mächtigen Leser: ein sehr schöner Zeitungsartikel, der die Stimmung auf so einem Turnwettkampf ganz wunderbar einfängt.)


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Das Fräulein Maus, an einem Sonntag geboren, hatte heute zum ersten Mal in ihrem Leben an einem Sonntag Geburtstag.

Genützt hat es ihr nicht viel. Der Wecker klingelte kurz vor sechs, weil der erste Wettkampf der Saison in der benachbarten 50 km entfernten Kleinstadt anstand. Immerhin: fast volle Punktzahl, unter den ersten Dreien, Ehrenurkunde für einen nahezu perfekten Auftritt – alle sprangen vor Freude im Dreieck.

Und Geschenke gab es dann eben am Nachmittag.


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Hat ja keiner ahnen können.

„Die Turnmädchen schicken sich per WhatsApp Kettenbriefe mit falschen und verstörenden Angaben über die Gruselcrowns und zumindest mein Kind ist jetzt verängstigt…“
„Diese Kettenbriefe sind leider auch unter den Klassenkameraden rumgegangen…“
„Also wir kontrollieren die Nachrichten immer. Unser Kind scheint auch nicht so wirklich aktiv an den Chats teilzunehmen, sie hat derzeit 258 ungelesene Nachrichten auf ihrem Handy….“
„Naja, kontrollieren… ich habe gerade geguckt, sie hat schon wieder 100 neue Nachrichten bekommen.“
„Ja, A. wird auch noch mal mit der Nase an ihrem Telefon festwachsen…“

Äh… nun… ja.


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Unter Schafen

Gestern so in der Eltern-Facebookgruppe von des Fräulein Maus‘ Mannschaft:

Trainerin: „Die Mädchen haben jetzt eine WhatsApp-Gruppe. Es fehlen noch drei, A., E. und das Fräulein Maus.“
Wir so: „In unserer Familie benutzen wir kein WhatsApp. Hat das nicht sowieso auch eine Altersbeschränkung?! Ausserdem gibt es sicherere und bessere Alternativen, z.B. Threema.“
Trainerin: „Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesen Sachen. Aber da nun mal alle WhatsApp benutzen…“

Kopf -> Tischkante.

(Mal davon abgesehen, dass ich mich ernsthaft frage, wozu Neun- und Zehnjährige diese Art der Kommunikation brauchen, findet man in finnischsprachigen Medien tatsächlich keinerlei kritische Auseinandersetzung mit WhatsApp oder Besprechungen von Alternativen.)


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Alle Jahre wieder

“Mama, ich hab’ dir einen Zettel hingelegt!”

Da hier üblicherweise zwischen Lehrern und Eltern oder Trainern und Eltern elektronisch kommuniziert wird, muss es sich um etwas aussergewöhnlich Wichtiges handeln, und da das Jahresende naht, ahne ich schon, worum es gehen wird.

Kerzen. Die Klasse des Fräulein Maus verkauft also Kerzen.

Es ist nämlich so, dass die Kinder hier in der fünften Klasse ein paar Tage auf Klassenfahrt gehen werden. Nichts Teures, in irgendein Landschulheim nicht allzuweit weg. Das Besondere in Finnland ist aber, dass von den Eltern dafür kein Geld verlangt werden darf. Die Klasse muss also irgendwie selbst das Geld dafür aufbringen. Kuchenbasare. Disco mit Eintritt für die ganze Schule. Oder eben Dinge verkaufen. So sehr ich das Prinzip eigentlich mag – keiner muss zu Hause bleiben, weil sich die Eltern das Geld für die Klassenfahrt nicht leisten können – so sehr hasse ich dieses Verkaufsdings.

Die zukünftige Fünftklässlerin ist ja auch nicht das einzige Kind, das Geld für seine Gruppe sammeln muss. Da ist ja auch noch die Turnerin, die jeden November gleich mal dafür verpflichtet wird, mindestens sieben Rubbellosadventskalender zu verkaufen. Oder der Fussballer, der bei Heimspielen ein Buffett zu organisieren hat und auch dazu angehalten ist, durch den Verkauf von Keksen, Socken, Kerzen, Klopapier, Theaterkarten (oder was eben in diesem Jahr beschlossen wurde) in der Vorweihnachtszeit zur Auffüllung der Mannschaftskasse beizutragen. Oder das Kindergartenkind, dessen Basteleien ich dann auf dem Weihnachtsbasar gegen eine freiwillige Spende erwerben kann.

Was fürs Buffett einkaufen finde ich ok. Kuchen backen auch. Ein, zwei Euro für einen selbstgebastelten Weihnachtsschmuck in die Sparbüchse der Kindergartenkinder zu stecken, auch. Was ich hasse – ich sagte es schon – ist dieses Verkaufsding.

Es sei denn, die ganze Gruppe geht gemeinsam mit irgendeinem Erwachsenen in einem Einkaufszentrum oder Supermarkt verkaufen. Da bin ich raus, das können sie gern machen.

Aber ich gehe nicht mit meinem Kind und seinen zu verkaufenden Sachen in der Nachbarschaft hausieren. Weil ich dafür nicht der Typ bin, und zumindest das Fräulein Maus auch nicht. Aus dem gleichen Grund verkaufe ich auch nichts an Arbeitskollegen. Dabei wäre das hier vermutlich gar nicht mal so schwer. Der Ähämann kriegt die sieben Rubbelloskalender vom Sportverein immer ganz gut los – einfach, weil das hier üblich ist und alle um das Dilemma wissen. Und weil ich das Gefühl habe, dass die Finnen durchaus freigebig sind, gerade wenn es um Kinder geht. Als das Fräulein Maus und ihre Freundin aus dem Nachbarhaus im Sommer ein selbstorganisiertes Kinderfest auf dem Hof veranstalteten – mit Turnvorführungen, Spielen, Kuchen und Saft – und dafür auch einen kleinen Stand mit selbstgemachten Armbändern aufbauten, die sie für einen wirklich kleinen Preis verkaufen wollten, da nahmen sie richtig viel Geld ein, weil die eine Familie nicht nur für ihre beiden Jungs, sondern natürlich auch für Mama und Papa jeweils ein Armband kauften und sehr, sehr grosszügig aufrundeten. Und das habe ich nicht zum ersten Mal so erlebt.

Ich mag’s aber trotzdem nicht. Ich kann auch niemandem guten Gewissens eine Kerze für sechs Euro anpreisen, die im Supermarkt die Hälfte kostet. (Auch wenn es für einen guten Zweck ist.) Oder jemandem Rubbellose verkaufen, bei denen es entweder Mist zu gewinnen gibt oder die Gewinnchance unendlich klein ist. (Auch wenn es für einen guten Zweck ist.)

Nur mit dem Pfadfinder, da sind wir halbwegs fein raus. Die Pfadfinder verkaufen jedes Jahr Adventskalender. So einen haben wir uns gleich in unserem allerersten Jahr in Finnland gekauft, und die sind so schön, dass wir seither jedes Jahr einen für uns haben wollten, sogar, als wir noch gar keine Kinder hatten. Den bewerbe ich gern. Letztes Jahr habe ich ja ein paar an Blogleserinnen verkauft (Danke!), und falls daran auch dieses Jahr wieder Interesse bestehen sollte, würde ich da nächstens genauere Infos dazu geben und gern wieder einen kleinen Versandhandel für einen guten Zweck aufmachen.

Gestern nämlich kam der grosse Herr Maus vom Pfadfindertreffen: “Mama, ich habe einen Zettel für dich!”