Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Pest und Cholera

Die Kinder feierten gestern wegen Sommerurlaubsvorbereitungen fröhliches Wiedersehen mit ihren Bergstiefeln.

Fräulein Maus: „Wann kann ich die denn mal wieder anziehen? Wann gehen wir denn endlich mal wieder wandern?“

Kleiner Herr Maus: „Aber Fräulein Maus, du gehst doch gar nicht gerne wandern?!“

Fräulein Maus: „Doch! Viel lieber als Skifahren! Skifahren ist so doof!!!“ *

Jedes Jahr das Gleiche.


* Genaugenommen ist sowieso Gymnastik die einzig akzeptable Art sich zu bewegen.


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Jahreszeiten auf Finnisch

Im Übrigen sind Begriffe wie „Frühlingsanfang“ hier rein astronomische Begriffe.

Frühling ist, wenn die Sonne wieder richtig hell ist. Wenn man ausserdem das Gefühl hat, sie scheint jeden Tag eine Stunde länger. Das passiert je nach Wetterlage irgendwann Anfang März. Dazu kann durchaus noch eine dichte Schneedecke liegen, und wenn es klar ist, dann gibt es nachts eben 15 Grad Frost. Aber den Frühling merkt man auch daran, dass es die Sonne schafft, die -15˚C auf nur noch -5˚C aufzuwärmen am Nachmittag. Und dass der Schnee ganz unmerklich verschwindet, ohne grosses Gematsche. In meinem ersten finnischen Frühling vor fünf Jahren schien fünf Wochen lang jeden Tag die Sonne, und als der letzte Schneerest verschwunden war, wurde es grün.

Und wenn es grün wird – das Gras, die Bäume, meist alles gleichzeitig und innerhalb von ein / zwei Wochen Anfang Mai – dann ist Sommer. Sommer ist sattes Grün und helle Nächte und Möwengekreisch und nächtlicher Sprossergesang.

Wenn im August die Bäume einen Gelbstich bekommen, die Vogelbeeren reif werden, das Sonnenlicht ganz weich wird, es nachts wieder dunkel wird und durchaus auch schon wieder kalt, die Vögel still geworden sind, dann ist Herbst.

Und mit dem ersten Schnee im November und wirklicher Dunkelheit ist unweigerlich Winter.