Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Skiferien (Jetzt wirklich!)

Nach dem vorgestrigen Schneesturm haben wir jetzt nicht nur überhaupt endlich mal wieder Schnee, sondern er reicht jetzt sogar zum Querfeldeinfahren. So müssen wir nicht mal mehr die Skier erst durch den halben Stadtteil zur Loipe schleppen, sondern können – fast, denn die Hausmeisterfirma meint es leider sehr gut mit dem Streuen – von der Haustür losfahren. Juhuu!

Verschnaufpause

(Es ist natürlich immer nur halb so idyllisch, wie es aussieht – nämlich immer nur so lange, bis der Erste anfängt zu motzen, weil der Vordermann zu langsam fährt, dann die Zweite anfängt zu jammern, dass die anvisierte Runde viiieeel zu lang ist, worauf dann der Dritte von jetzt auf gleich auch keinen Schritt mehr machen kann. Selbstredend wollten sie vorher alle unbedingt skifahren. Und morgen natürlich auch wieder.)


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Die besten Skiferien aller Zeiten

„Wir haben ja jetzt jeden Ferientag was Tolles gemacht!“ strahlte der grosse Herr Maus vorhin. Das stimmt. Heute waren wir im Museumsdorf nebenan, das jedes Jahr in den Skiferien für ein paar Tage geöffnet hat.

Wir haben antike Schlitten und moderne Schneeschuhe ausprobiert, unsere Würstchen von gestern als Mittagessen am Lagerfeuer gebraten und sogar ein bisschen Kunst gemacht.

Und ich hatte schon befürchtet, wir müssten in den Ferien lauter Drinnen-Museen besuchen…


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Sonne, Schnee und Stoppelfelder

Auf der Loipe auf der Hausinsel, die nicht durch Nadelwälder, sondern über sonnige Felder und vorbei an Eichenwäldern führt, hat der kleine Herr Maus als Zweijähriger seine erste Skitour gemacht. Also seine ersten 800 m oder so auf Skiern, bevor er die Tour auf meinem Rücken fortsetzen durfte.

Seitdem hat der Schnee in Turku nicht mehr für diese Querfeldeinloipe gereicht. Bis gestern. Da wurde sie zum ersten Mal wieder gespurt. Und so war klar, wo wir heute skifahren würden.

Drei Jahre später kann ich die Skitour jetzt auch gut mit den drei Kindern allein machen. Keiner muss mehr zwischendurch getragen oder gezogen werden, und der kleine Herr Maus müht sich redlich, an seinen hurtig davongleitenden grossen Geschwistern dranzubleiben.

Der Schnee reichte gerade so, Sonne und Landschaft reichten über alle Massen, und dem bei zwei Grad plus (!) doch recht pappigen Schnee konnte ich dank Anti-Ice unter meinen empfindlichen Skiern zum ersten Mal seit 25 Jahren eine lange Nase drehen. Glück und Herzhüpfen!

Nur unsere Würstchen mussten wir wieder mit heimnehmen, weil wir das total durchweichte Holz an der Feuerstelle nicht zum Brennen brachten.

Aber was macht das schon, wenn man völlig unverhofft doch noch zu richtigen Skiferien gekommen ist!


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kaksisataakaksikymmentäkaksi

Jetzt ist dann Woche 8.

Und obwohl die Wettervorhersage uns nicht gerade Hoffnung auf Wintersportwetter gemacht hatte, hatten wir durchaus schon Skiferien mit weniger Schnee. Bisher haben wir uns zwar noch immer das eine oder andere Alternativprogramm ausgedacht, aber wenn man erst vor zwei Wochen eine Reise gemacht hat und einer sowieso arbeiten muss, dann ist es schon toll, wenn man Skiferien mit Schnee hat.

Halb Turku hatte offensichtlich für heute den gleichen Plan, denn auf dem Parkplatz an Turkus bestem Schlittenberg war überhaupt kein Platz mehr frei. Zum Glück sind finnische Parkplätze meist recht grosszügig angelegt, so dass ein paar beherzte Autofahrer noch eine Parkreihe in der Mitte etabliert hatten. Lange hätte es aber vermutlich auch nicht gedauert, bis die erste Lücke frei geworden wäre. Die 222 jedenfalls fuhr schon weg, als wir noch die Schlitten aus dem Kofferraum holten.

Und nachdem wir auf dem Heimweg vom Schlittenberg nun endlich dieses magische Anti-Ice-Zeugs zum unter die Skier schmieren erstanden haben, können wir morgen vielleicht sogar wirklich skifahren gehen. Auch bei den derzeitigen Frühlingstemperaturen.

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Ein Kommentar

Skiferien, anders

Da das Wetter in Südfinnland oft nicht mitspielt, bleibt einem eigentlich nur die Flucht in den Norden (Frost! Schnee!) oder den Süden (Wärme! Sonne!). Da beides aber beliebte Alternativen sind, sind sie für Otto Normalverbraucher kaum erschwinglich, wenn nicht sowieso seit fast einem Jahr ausgebucht.

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Tallinn ohne Touristenmassen ist aber auch schön.

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Bisher dachte ich immer, das Schlimmste an Reisen, die mit dem Schiff von Helsinki aus anfangen, wären die jeweils zwei Stunden Autobahn von Turku nach Helsinki und zurück. Dabei sind die jeweils zweieinhalb Stunden auf der Fähre nach Tallinn und zurück das Allerschlimmste.

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Die aufgebrezelten, drängelnden, unfreundlichen und oft besoffenen ”Kreuzfahrt”passagiere habe ich nämlich gefressen. Solche, die einem bellenden Hund hinterherlächeln, aber einem zwei Minuten lang lautstark seinen Unmut kundtuenden Dreijährigen nur ein ”Sch! Sch!” zu sagen haben, ganz besonders.

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Der Unterschied zwischen einer Stockholmfähre und einer Tallinnfähre besteht nicht nur in der Grösse der mitgeführten Alkoholtransportgeräte, sondern auch darin, dass in Tallinn die finnischen Passagiere schon besoffen sind, bevor sie die Fähre besteigen.

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Die Kinder überboten sich gegenseitig im Nichthören, Herumzappeln, Miteinanderstreiten und Sichindreckeckenherumdrücken. Rückblickend waren sie aber insgesamt doch wieder ganz wunderbare, begeisterte Reisekinder.

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Doof ist, wenn das Hauptziel der Reise in ”gut essen” besteht, man sich dann am zweiten Tag so lange nicht für ein Restaurant entscheiden kann (Touristenfalle, zu edel mit den Kindern, kein Palatschinken im Angebot, zu ungemütlich, zu teuer, zu gross, zu klein, zu weit weg…) bis die Kinder fast umkippen, man dann die nächstgelegene Lokalität ansteuert und dort nicht nur das Schnitzel so ungeniessbar ist, dass man es ungegessen zurückgeben muss, sondern auch in der Suppe irgendetwas Ungeniessbares war, weswegen man die folgenden anderthalb Tage auf wackeligen Beinen unterwegs ist und der Magen nichts anderes als Orangensaft aufzunehmen bereit ist.

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Die Sonne sahen wir auch in Tallinn nicht.

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Wegen letztem und vorletztem Punkt hielt sich auch die Lust am Fotografieren in Grenzen, weswegen es hier keine Touristenstadtfotos geben wird.

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Den Kindern war das alles egal. Die kann man in Städten am glücklichsten machen, indem man der ganzen Familie ein Mehrtagesticket kauft und stundenlang Strassenbahn fährt. Das haben wir dann auch ausführlich gemacht.