Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Viel hilft viel

Das mit den e-Rezepten ist eine super Sache. Vor allem, wenn man nur ein Rezept verlängern lassen will.

Neulich stellte ich fest, dass mein Vorrat an Allergietabletten zur Neige geht. Einen Anruf in der Poliklinik und zwei Tage später spazierte ich in die Apotheke. „Möchtest du 100 oder 200 Stück?“, fragte die Apothekerin. „100“, sagte ich, denn damit komme ich üblicherweise über den ganzen Sommer.

So ein e-Rezept ist zwei Jahre gültig. Das einzig doofe daran ist, dass man sich irgendwie merken muss, wieviele Medikamente man noch abholen kann aus der Apotheke, ohne sich ein neues Rezept ausstellen lassen zu müssen. „Also 100 Tabletten sind dann noch auf dem Rezept?“, fragte ich nochmal nach, um es mir bestenfalls irgendwo zu notieren.

„Nein, 1500“, antwortete die Apothekerin. „15 Packungen zu 100 Stück.“

Ja. So hab‘ ich auch geguckt.

Jetzt kann ich nicht nur meine ganze Familie mitversorgen, sondern auch einen Medikamentenhandel aufmachen. Schliesslich habe ich zu Hause auch noch die zwei Schraubverschlusspackungen mit insgesamt 400 Tabletten Ibuprofen und Paracetamol, die mir mal wegen starker Halsschmerzen verschrieben wurden, und die 25 Tabletten irgendeines Morphinderivats, von denen ich nach der Wurzelbehandlung letztes Jahr eine nehmen sollte, damit ich in der folgenden Nacht trotz der Schmerzen gut schlafen kann.


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Schnelle medizinische Hilfe

7:08 Uhr
Der grosse Herr Maus schnieft, reibt sich die Augen und stöhnt: „Mama! Ich brauche Medizin.“ Klar. Die Birken bekommen gerade nicht nur die ersten Blättchen, sondern fangen auch an zu blühen. Ich krame die Flasche mit der Heuschnupfenmedizin und die dazugehörige Pipette aus dem Schrank und stelle fest, dass der Inhalt der Flasche bei der Dosierung für grosse Kinder nicht mehr lange reichen wird.

8:47 Uhr
Anruf in der zuständigen Poliklinik. Ich höre mir diverse Ansagen vom Band an und klicke mich durch verschiedene Nummernmenüs. „Wir rufen dich zurück um ca. zehn vor eins heute Nachmittag“, bestätigt mir die Stimme vom Band. Auflegen.

13:03 Uhr
Anruf aus der Poliklinik. Ich erkläre mein Anliegen. „Alles klar, ich leite das weiter. Du bekommst eine SMS, wenn das Rezept fertig ist.“ „Dankeschön, auf Wiederhören!“

13:17 Uhr
Die SMS, dass das e-Rezept da ist und in jeder Apotheke in ganz Finnland eingelöst werden kann, trifft ein.

17:52 Uhr
Ich mache auf meiner Musikschule-Turnhalle-Supermarkt-Post-Rundfahrt einen Abstecher zur direkt neben der Post gelegenen Apotheke und lasse mir eine neue Flasche Heuschnupfenmedizin aushändigen.

(Was hat der grosse Herr Maus für ein Glück! Vor zehn Jahren sah das noch ganz anders aus…!)