Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Glück ist…

… finnische Sommerabende.

Abendlicht, das von Minute zu Minute weicher und schöner wird. Stille bis auf das Tuckern eines Motorbootes irgendwo weit weg und das Kreischen der Möwen, die über unsere Köpfe hinwegsegeln. Eine Sauna, die zweimal die Woche von 17 bis 21 Uhr angeheizt ist und einfach so von jedermann benutzt werden darf. Grünes Wasser voller Diamanten, das noch so kalt ist, das es einem kurz den Atem nimmt, wenn man losschwimmt.


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Doppeltes Lottchen

„Kann ich auch mal allein mit dir verreisen?“, hatte mich das Fräulein Maus vor ein paar Monaten sehnsüchtig gefragt. „Mit dem Zug?! Vielleicht zu Pauline?!“

Es ist schon sehr schön, wenn nicht nur die Mütter, sondern auch die Töchter beste Freundinnen sind. <3

„Was willst du morgen machen?“, fragte Pauline, nachdem sich das Fräulein Maus und sie am Freitagabend am Bahnhof in die Arme gerannt waren, und setzte gleich hinzu: „Ich will Handstand machen.“ Damit war das Programm fürs Wochenende abgemacht.

Handstand Nr. 128. Auf Finnlands zweitgrösstem See.


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Adventliche Idylle

Oft bleibt uns über der ganzen abendlichen Herumfahrerei und all den zusätzlichen Terminen in der Adventszeit – Weihnachtsfeier hier, Weihnachtskonzert da, Weihnachtsauftritt im Einkaufszentrum, Weihnachtsessen in der Schule, Weihnachtsbasteln im Kindergarten… und seltsamerweise häufen sich auch die Geburtstagseinladungen im November und Dezember – nicht viel Zeit zum Innehalten.

Wenn ich aber an einem Tag, an dem keiner mehr irgendwohin muss, mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause komme und da das Fräulein Maus und der grosse Herr Maus um den Korb mit den Weihnachtsbüchern sitzen und schon mal die Weihnachtsmusik angemacht haben, die Adventssterne und der Schwibbogen schon leuchten und ich nur noch die Kerzen anzünden muss und der kleine Herr Maus sich dazusetzen und wir dann alle ein bisschen lesen und ein bisschen singen und dann jeder irgendwas zu basteln anfängt und es kein bisschen Streit und Gezänk gibt, dann ist die Adventszeit für ein paar Stunden so, wie sie uns am liebsten ist.


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Urlaubsreif

Solche Wochenenden treten seltsamerweise fast ausschliesslich im November auf.

Und zwar unabhängig vom Alter der Kinder. Von Freitagabend bis Sonntagabend Gebrüll, Geheul und Gezänk schaffen auch Zehn-, Acht- und Sechsjährige noch. (Es hat auch nur mässig geholfen, dass das Fräulein Maus eigentlich den ganzen Sonnabend auf einem Wettkampf war, und dass wir gestern auf Wunsch aller in der Eisbadesauna waren.) Ein Kind musste dann gestern Abend vor der Maus ins Bett. Ein anderes sorgte dafür, dass auch keine Gute-Nacht-Geschichte gelesen wurde.

Aber als wir uns ins Bett schlichen, lagen die beiden Streithammel engumschlungen friedlich schlafend unter einer Decke. ♥

Vielleicht sind wir alle im November – wegen finster und keine Ferien seit August – einfach nur schrecklich müde und fertig. Die Aussicht auf dieses Jahr gerade mal eine Woche und drei Tage Weihnachtsferien hilft auch nicht wirklich dabei, die Zähne einfach noch ein paar Wochen zusammenzubeissen.

Wir schaffen da jetzt einfach selber Abhilfe. Und machen Adventsurlaub. In der Haamit.

Der Rektor hat auch schon gute Reise gewünscht.

Vier Wochen noch.
Augenzuunddurch.


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Auch ein Ferienausflug

„Mama“, fragte der kleine Herr Maus, nachdem wir vom Skifahren zurückgekommen waren und etwas gegessen hatten, „dürfen das Fräulein Maus und ich einen Spaziergang zum Kindergarten machen? Das haben wir uns schon lange gewünscht! Und jetzt ist gerade so schönes Abendlicht…!“

Dann hüpften sie gemeinsam die Strasse runter, schickten mir mit Fräulein Maus‘ Telefon von unterwegs ein Foto von sich, wippten ein bisschen auf dem Kindergartenspielplatz (wie sie mir hinterher berichten) und standen eine halbe Stunde später mit roten Wangen und lachend wieder vor der Tür.

Neben all dem geschwisterlichen Gezänk und Gezeter, das das ganztägige Zusammensein in den Ferien so mit sich bringt, können sie ja auch unglaublich süss miteinander sein…

(Ab heute dann wieder Alltag für uns alle. *seufz*)


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Nur noch die Füsse unter den Tisch stellen

Als ich gestern von der zweistündigen Mittagessenverabredung mit der deutschen Freundin aufstand, hatte ich sieben verpasste Anrufe. (Die Tasche mit dem Telefon lag direkt neben mir auf dem Tisch. Aber es war sehr voll da. Und sehr laut.) Vom Fräulein Maus. Kurz rutschte mir das Herz in die Hose, aber dann erfuhr ich, sie hatte nur fragen wollen, ob ihre Freundin mit reinkommen dürfe. Die Freundin, mit der sie sich nicht nur deshalb so selten treffen kann, weil sie selbst so einen vollen Terminkalender hat, sondern auch, weil die Freundin nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt. Sie durfte natürlich.

Als ich dann zwei Stunden später mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause kam – der grosse Herr Maus hatte mich gleich beim ersten Versuch am Telefon erreicht und die Erlaubnis erhalten, vom Hort aus direkt mit zum Baumhausfreund nach Hause zu gehen – kamen uns zwei kichernde Mädchen an die Tür entgegengesprungen und riefen: „Überraschung!“

Sie hatten den Tisch fein gedeckt, eine Speisekarte gemalt und gemeinsam Obst geschnitten – die Mandarinen mussten aus dem Haushalt der Freundin geholt werden – Schlagsahne geschlagen und jedem ein Schüsselchen mit Obstsalat gefüllt und fein verziert.

Ich finde dieses Hauswirtschaft als Wahlfach ja zunehmend praktisch!


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Wochenende I

Schneller als geplant sass ich wieder in einem Bus Richtung Helsinki.

Denn als das Fräulein Maus letzte Woche seufzend am Frühstückstisch gesessen und gefragt hatte: „Nach Espoo? Kann dann das Mädchen mit den lustigen Zöpfen und den blitzenden Augen hinkommen und zugucken?“, da musste ich schnell ein bisschen telefonieren. Und gestern mit auf Wettkampfreise gehen.

Es ist immer schön zu sehen, wie die Mädchen nach absolviertem Wettkampfauftritt strahlen. Vier Augen leuchteten diesmal besonders hell: zwei blaue und zwei braune.

Der Ähämann und die Herren Maus sassen übrigens zu Hause bequem vorm Fernseher – während ich acht Stunden auf Holzbänken hockte! – und sahen uns alle im Livestream. Sehr cool.