Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Sommerendfeuer

Nachdem es Mitte August aussah, als sei schon endgültig der Herbst ausgebrochen, hat sich der Sommer in der letzten Woche dann doch nochmal berappelt. Welch ein Glück!

Aber der Herbst kommt dann ja jetzt doch mit grossen Schritten – reifen Äpfeln, blassem Sonnenschein, dunkelblauen Abenden und feuchten Nächten – und dieses Jahr fühlte es sich auch wieder richtig an, genau jetzt den Sommer mit einem grossen Feuer zu verabschieden.

Vorher gingen wir noch in die auf halbem Weg gelegene Sauna – die war zur Feier des Tages brechend voll mit laut und fröhlich durcheinanderredenden Leuten; es war zum Beispiel sehr lustig, mit einer gerade von einem Berlin-Urlaub zurückgekehrten Gruppe Finnen lachend und kopfschüttelnd „Bei uns nur Barzahlung!“-Erlebnisse auszutauschen – und im immer noch warmen Meer schwimmen.

Das war ein sehr schöner letzter Sommertag!

Und vielleicht war es ja auch doch erst der vorletzte oder vorvorletzte Sommertag.


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Würdiger Abgang

Dieser Sommer schleicht sich nicht heimlich, still und leise davon.
Er geht, wie es ihm gebührt: mit Pauken und Trompeten.

Als gestern früh die Kaltfront heranzog, von der er sich wohl nicht mehr erholen wird, gab es ein dreistündiges, gewaltiges Naturschauspiel mit Blitz, Donner und wolkenbruchartigen Regengüssen.

Den Ähämann erwischte es früh halb sieben auf dem Weg zum Bahnhof, als er gerade losgeradelt war. Als die beiden Grossen kurz vor acht in die Schule mussten, blitzte und schüttete es derart, dass ich sie nicht einmal statt des Fahrrads den Bus nehmen liess, sondern sie lieber gleich mit dem Auto in die Schule fuhr. (Unterwegs sammelten wir noch eine Klassenkameradin des Fräulein Maus ein, die wegen Blitzschlaggefahr ohne Regenschirm, aber auch sonst ohne jeglichen Regenschutz auf dem Weg zur Bushaltestelle war… Und bewunderten die Blitze. Einer schöner als der andere!) Als der kleine Herr Maus kurz vor neun losmusste, hatte zwar der Regen fast aufgehört, aber in der Ferne grummelte es immer noch.

Als ich heute Abend auf meinem Lieblingsheimweg war, nachdem ich den ganzen Tag gefroren hatte, zum ersten Mal seit fast vier Monaten, gab der Himmel noch einmal ein Schauspiel: riesige, leuchtend weisse Zuckerwattegewitterwolken. Blaue Abendwölkchen mit Sonnenlöchern. Dunkelgraue Wolkenschlieren, durch die gelbe Blitze zuckten.

Und das, wo es in Finnland nie gewittert…!

Mach’s gut, Sommer! Du warst so, so grossartig! Bis zur letzten Minute!