Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kaksisataakuusikymmentäkaksi

Letzte und vorletzte Woche hatten wir für jeweils zwei Tage fünf Kinder.

(Die befreundete alleinerziehende Klavierlehrerin flog nach Deutschland zu Vorstellungsgesprächen. Wir gruben uns sozusagen unser eigenes Grab… *seufz*)

„Drücken sich eure Besuchskinder auch immer mit gesenktem Kopf an der Wand entlang ins Kinderzimmer?“, fragte mich neulich bei unserem Besuch die liebste Freundin. Ich musste sehr lachen. Weil… ja. Genau so.

Ausser natürlich, es kommen die deutschen Freunde zu Besuch. Und deshalb fühlte es sich tatsächlich ein bisschen wie fünf eigene Kinder an – nur dass es vermutlich sehr viel weniger Gezänk gab als wenn sie alle wirklich Geschwister wären – und auch wenn fünf verschiedene Unterrichtsanfangszeiten an drei verschiedenen Schulen zu koordinieren waren und das Ganze mit noch mehr Hin-und-her-Fahrerei nachmittags verbunden war und zwei der fünf Kinder zwei Tage gemeinsam krank auf dem Sofa verbringen mussten, habe ich die vier Tage sehr genossen.

Am Sonntag lud uns die Freundin zum Dank zum Essen ein. Wir wollten eigentlich mit dem Fahrrad hinfahren, aber dann war der grosse Herr Maus die ganze letzte Woche krank und am Sonntag immer noch schlapp und das Wetter war auch viel mistiger als ursprünglich vorhergesagt, und als wir unterwegs feststellten, dass wir sowohl den in die Videothek zurückzubringenden Film als auch die Gartenschere zum beabsichtigten Osterzweigeschneiden als auch meinen Laptop, von dem wir der Freundin Fotos überspielen wollten, zu Hause liegen lassen hatten, da waren wir doch ganz froh, dass wir das Auto genommen hatten. Und ich, als uns auf dem Heimweg eine 262 entgegenkam, sowieso.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261]


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kaksisataaneljäkymmentäviisi

Donnerstags fahren wir neuerdings so viel Auto, dass unser tägliches Radfahren völlig verpufft: wir laden alle Kinder ins Auto, fahren erst den grossen Herrn Maus in den Nachbarstadtteil zum Klavierunterricht, von da ans andere Ende der Stadt das Fräulein Maus zum Training (die normalerweise auch Training im selben Nachbarstadtteil hat – ausser donnerstags), dann zurück in den Nachbarstadtteil für den Klavierunterricht des kleinen Herrn Maus, und danach mit Umweg über zu Hause / den Supermarkt / die Post / die Bibliothek wieder ans andere Ende der Stadt, das Fräulein Maus vom Training abholen, und dann endlich nach Hause, wo der Herr Picasso dann wieder bis zum Wochenende stehen bleiben darf.

Ich habe dabei in den letzten Wochen unzählige Male die 246 gesehen. Aber gestern dann doch endlich die gesuchte 245.

(Falls ich mich nicht verguckt habe im Finstern.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206], 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230], 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244]


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Mein Hinterkopf ist auch nur normal gross

Gestern um 16:38 Uhr hatte ich einen kurzen Nervenzusammenbruch, weil der grosse Herr Maus zum Adventskalenderverkauf mit seiner Pfadfindergruppe in den nächstgelegenen Supermarkt gebracht werden musste, aber sein Pfadfindertuch nicht fand, weil der kleine Herr Maus zu einem Geburtstag ging, aber dafür noch eine Glückwunschkarte malen und in ein Kostüm gesteckt werden musste, weil das Fräulein Maus zum Training gebracht werden musste und stöhnte, dass sie noch nicht alle Hausaufgaben fertig habe, weil sich sämtliches Bringen und Holen natürlich überschnitt, weil mir einfiel, dass ich am Sonntag beim Einkauf für den morgigen Kindergeburtstag zwei Flaschen Limo und ein langes Seil vergessen hatte, weil nun doch bis morgen Spikereifen an allen Fahrrädern sein müssen, weil ich vielleicht auch schon mal die Winterstiefel aus der Kiste in der Kammer hätte holen müssen, aber erst noch eine Maschine Wäsche aufgehängt werden musste…
… und weil morgens schon der grosse Herr Maus zum Gipsabnehmen ins Krankenhaus begleitet, am Wochenende Kinder durch die Gegend gefahren, am Freitag dem Fräulein Maus für den ersten Wettkampf der Saison abgefallene Pailletten neu angeklebt und Proviant zubereitet, am Donnerstag mit dem grossen Herrn Maus der grosse Rucksack fürs Pfadfinderlager gepackt, dafür unter anderem zwei Wochen lang Wachsreste und Eierkartons gesammelt, am Sonnabend ein Geburtstagsgeschenk für den Kindergartenfreund besorgt, am Mittwoch bestellten Harfensaiten hinterhertelefoniert, am Freitag Fräulein Maus’ Buskarte aufgeladen, am Dienstag Bücher in die Bibliothek zurückgebracht, am Montag dem kleinen Herrn Maus etwas aus dem Heimatland seiner Eltern mit in den Kindergarten gegeben, am Mittwoch dem grossen Herrn Maus ein Kostüm für die Halloweenfeier im Hort eingepackt, am Freitag das Fräulein Maus an die Sportklamotten für ein kurzfristig angesetztes Sportfest erinnert, und jeden Tag dem kleinen Herrn Maus für den Vorschul-Schwimmkurs Badehose, Handtuch und Saunatüchelchen früh in den Rucksack gepackt und abends getrocknet werden mussten.

Das sind so die Momente, wo ich mich heftigst nach einem Job, bei dem man nicht denken (!) und nichts vorausplanen (!!!) muss, sehne.

(Danke, geht wieder.)


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Man wächst an seinen Aufgaben.

Früher so: „Oh, Donnerstag ist schlecht, da hat eins der Kinder Musikschule.“

Jetzt so: „Donnerstag? Da hat das Fräulein Maus Training und die beiden Herren Maus Klavierstunde, aber dazwischen kann ich natürlich den kleinen Herrn Maus auch noch zu einem Geburtstag bringen, kein Problem.“

(Es ist dabei natürlich von Vorteil, dass es kein kleines Baby mehr in der Familie gibt, das zu bestimmten Zeiten schlafen muss und zu den restlichen Zeiten vorwiegend brüllend seinen Unmut über die generelle Ungerechtigkeit der Welt kundtut.)


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kaksisataaneljäkymmentäneljä

Gestern beim Warten an irgendeiner Bushaltestelle – zwischen den grossen Herrn Maus erneut zum Durchleuchten begleiten und dem kleinen Herrn Maus seinen dringenden Wunsch nach mehr Kreide erfüllen und das Fräulein Maus zu ihrem Konzert samt vorausgehender zweistündiger Probe ans andere Ende der Stadt bringen – auch eine 244 gesehen.

(Ich arbeite dann neuerdings am Wochenende…)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206], 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230], 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243]


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Alle Jahre wieder

“Mama, ich hab’ dir einen Zettel hingelegt!”

Da hier üblicherweise zwischen Lehrern und Eltern oder Trainern und Eltern elektronisch kommuniziert wird, muss es sich um etwas aussergewöhnlich Wichtiges handeln, und da das Jahresende naht, ahne ich schon, worum es gehen wird.

Kerzen. Die Klasse des Fräulein Maus verkauft also Kerzen.

Es ist nämlich so, dass die Kinder hier in der fünften Klasse ein paar Tage auf Klassenfahrt gehen werden. Nichts Teures, in irgendein Landschulheim nicht allzuweit weg. Das Besondere in Finnland ist aber, dass von den Eltern dafür kein Geld verlangt werden darf. Die Klasse muss also irgendwie selbst das Geld dafür aufbringen. Kuchenbasare. Disco mit Eintritt für die ganze Schule. Oder eben Dinge verkaufen. So sehr ich das Prinzip eigentlich mag – keiner muss zu Hause bleiben, weil sich die Eltern das Geld für die Klassenfahrt nicht leisten können – so sehr hasse ich dieses Verkaufsdings.

Die zukünftige Fünftklässlerin ist ja auch nicht das einzige Kind, das Geld für seine Gruppe sammeln muss. Da ist ja auch noch die Turnerin, die jeden November gleich mal dafür verpflichtet wird, mindestens sieben Rubbellosadventskalender zu verkaufen. Oder der Fussballer, der bei Heimspielen ein Buffett zu organisieren hat und auch dazu angehalten ist, durch den Verkauf von Keksen, Socken, Kerzen, Klopapier, Theaterkarten (oder was eben in diesem Jahr beschlossen wurde) in der Vorweihnachtszeit zur Auffüllung der Mannschaftskasse beizutragen. Oder das Kindergartenkind, dessen Basteleien ich dann auf dem Weihnachtsbasar gegen eine freiwillige Spende erwerben kann.

Was fürs Buffett einkaufen finde ich ok. Kuchen backen auch. Ein, zwei Euro für einen selbstgebastelten Weihnachtsschmuck in die Sparbüchse der Kindergartenkinder zu stecken, auch. Was ich hasse – ich sagte es schon – ist dieses Verkaufsding.

Es sei denn, die ganze Gruppe geht gemeinsam mit irgendeinem Erwachsenen in einem Einkaufszentrum oder Supermarkt verkaufen. Da bin ich raus, das können sie gern machen.

Aber ich gehe nicht mit meinem Kind und seinen zu verkaufenden Sachen in der Nachbarschaft hausieren. Weil ich dafür nicht der Typ bin, und zumindest das Fräulein Maus auch nicht. Aus dem gleichen Grund verkaufe ich auch nichts an Arbeitskollegen. Dabei wäre das hier vermutlich gar nicht mal so schwer. Der Ähämann kriegt die sieben Rubbelloskalender vom Sportverein immer ganz gut los – einfach, weil das hier üblich ist und alle um das Dilemma wissen. Und weil ich das Gefühl habe, dass die Finnen durchaus freigebig sind, gerade wenn es um Kinder geht. Als das Fräulein Maus und ihre Freundin aus dem Nachbarhaus im Sommer ein selbstorganisiertes Kinderfest auf dem Hof veranstalteten – mit Turnvorführungen, Spielen, Kuchen und Saft – und dafür auch einen kleinen Stand mit selbstgemachten Armbändern aufbauten, die sie für einen wirklich kleinen Preis verkaufen wollten, da nahmen sie richtig viel Geld ein, weil die eine Familie nicht nur für ihre beiden Jungs, sondern natürlich auch für Mama und Papa jeweils ein Armband kauften und sehr, sehr grosszügig aufrundeten. Und das habe ich nicht zum ersten Mal so erlebt.

Ich mag’s aber trotzdem nicht. Ich kann auch niemandem guten Gewissens eine Kerze für sechs Euro anpreisen, die im Supermarkt die Hälfte kostet. (Auch wenn es für einen guten Zweck ist.) Oder jemandem Rubbellose verkaufen, bei denen es entweder Mist zu gewinnen gibt oder die Gewinnchance unendlich klein ist. (Auch wenn es für einen guten Zweck ist.)

Nur mit dem Pfadfinder, da sind wir halbwegs fein raus. Die Pfadfinder verkaufen jedes Jahr Adventskalender. So einen haben wir uns gleich in unserem allerersten Jahr in Finnland gekauft, und die sind so schön, dass wir seither jedes Jahr einen für uns haben wollten, sogar, als wir noch gar keine Kinder hatten. Den bewerbe ich gern. Letztes Jahr habe ich ja ein paar an Blogleserinnen verkauft (Danke!), und falls daran auch dieses Jahr wieder Interesse bestehen sollte, würde ich da nächstens genauere Infos dazu geben und gern wieder einen kleinen Versandhandel für einen guten Zweck aufmachen.

Gestern nämlich kam der grosse Herr Maus vom Pfadfindertreffen: “Mama, ich habe einen Zettel für dich!”