Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Strahlende Augen

Der Stapel Geschenke unterm Weihnachtsbaum war riesig. Viel zu riesig, fand ich. Vermutlich hatte ich kurzzeitig vergessen, dass wir jetzt eine Grossfamilie sind.

Das Mäusemädchen und das Mäuseknäbchen bekamen einen Herzenswunsch erfüllt: für jeden ein „Rennauto“. Irgendwann im Herbst waren wir nämlich in einem Einkaufszentrum, und dort war eine kleine Rennbahn aufgebaut für ferngesteuerte Autos, die Kinder ausprobieren durften. Leider waren wir ein bisschen in Eile und die Schlange der wartenden Kinder recht lang. Seitdem wollten das Mäuseknäbchen und das Mäusemädchen eigene „Rennautos“. Wir verwiesen auf den Weihnachtsmann, der vielleicht… und monatelang redeten sie davon, wie sie einen Wunschzettel schreiben würden: „Papa malt das Auto, und wir malen die Antenne ran!“.

Ausserdem bekamen sie jeder einen neuen, grossen Kindergartenrucksack (denn mit dem Umzug in das neue HochsicherheitsKindergartengebäude im Januar muss alles jeden Tag hin- und hergeschleppt werden).

Der Minimäuserich sollte eigentlich ein Stehaufmännchen bekommen, weil das Mäuseknäbchen meinen 30 Jahre alten „Huik“ aus sprödem Hartplastik dann doch mal zersplittert hat, aber wie es scheint, sind Stehaufmännchen out. Er bekam dann stattdessen den neuen, grösseren Pucksack, den ich zwei Tage vor Weihnachten eiligst bestellen musste, weil der kleine Kerl schon 60 cm gross ist und dem geborgten, den wir erst letzte Woche richtig in Benutzung genommen hatten (vorher reichte Einwickeln in eine Decke), entwachsen ist.

Die Grosseltern steuerten eine Triola für das Mäusemädchen, damit sie nicht immer auf der Stimmpfeife musizieren muss, und eine neue Lok mit Akku für die Holzeisenbahn fürs Mäuseknäbchen bei.

(Ausserdem gab es jede Menge Bücher, fürs Mäusemädchen von den Paten aus Mittelfinnland ein Mädchenfleecejäckchen, von der Patin „aus Australien“ eine Kette mit Känguruanhänger, fürs Mäuseknäbchen von den englisch-finnischen Paten einen Londoner Doppelstockbus, für alle gestrickte Kuscheltiere sowie ein beleuchtetes Häusel aus dem Erzgebirge fürs Kinderzimmer. Der Ähämann bekam einen „silbernen Toaster“ – seit er im Mökki in Estland auf den Toaster gezeigt und zu mir gesagt hatte: „So einen will ich auch!“, sprach das Mäusemädchen davon, dass sie auf ihren Wunschzettel ein Rennauto für sich und einen silbernen Toaster für den Papa malen würde – und ich bekam ein Stillshirt aus dem Lieblingsladen)

Das Mäusemädchen und das Mäuseknäbchen verbrachten den Rest des Abends Auto- und Lokfahrend, mit umgehängten Rucksäcken. (Während der Ähämann darauf lauerte, dass eines der Kinder die Fernbedienung mal kurz aus der Hand legte.) Zwischendurch gab das Mäusemädchen dem kleinsten Bruder das eine oder andere Blaskonzert.

Und so geht das bis heute.

(In der Bedienungsanleitung von Mäuseknäbchens Lok ist übrigens zu lesen: “Kinder immer beaufsichtigen, damit sie nicht mit der Lok spielen.”)