Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Heiss und trocken

Nein, auch bei uns ist noch nicht der Herbst ausgebrochen. Aber so sieht es eben aus, wenn es seit Wochen nicht geregnet hat und dann auch noch eine Woche lang jeden Tag mindestens 30 Grad sind:

In den Supermärkten bot sich übrigens von einem Tag auf den anderen dieses Bild:

Dienstag, 17. Juli 2018

Mittwoch, 18. Juli 2018

Zur Ehrenrettung der Finnen muss man sagen, dass hier üblicherweise Leitungswasser getrunken wird und niemand auf die Idee käme, in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen und nach Hause zu schleppen. Was jetzt alle war, war Wasser mit Blubber und bisschen Geschmack. Irgendwann kommt einem Leitungswasser ja doch zu den Ohren raus.

Wasser ist auch sonst reichlich vorhanden, und deshalb find‘ ich’s – ganz subjektiv, da ich ja kein Landwirt oder Ähnliches bin – einfach nur wunderbar, nicht mal im Schatten, bei ein bisschen Wind oder in nassen Badeklamotten zu frieren. Gleich früh nach dem Aufstehen gegen Mittag nehmen die Kinder ein Bad im Garten – abends schöpfe ich daraus das Giesswasser für die durstenden Pflanzen – und nachmittags fahren wir an irgendeinen Strand.

(Nach fünf Tagen bei 33 Grad kamen uns übrigens die 27 Grad gestern abend ganz schön kühl vor.)


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kolmesataakaksi, kolmesataakolme

Also mit den 300er Nummern ist es mal echt nicht leicht.

Obwohl… alles relativ. Nachdem ich mich nämlich vor der gesamten Familie beschwert hatte, dass es fast genauso wenig 300er Nummern gibt wie ein- und zweistellige, sah ich vorletzten Sonntag, als ich den kleinen Herrn Maus in die Schwimmhalle fuhr, die 303, die 304, die 305, die 306 und die 307. Nur nicht in der richtigen Reihenfolge. Zum Glück, denn sonst hätte ich mich schwarzgeärgert, denn die 302 hatte ich ja immer noch nicht gesehen.

Bis letzten Freitag.

Da fuhr ich das erste Mal seit 15. März wieder mal mit dem Auto auf Arbeit, und als ich schon beschlossen hatte, in den sauren Apfel zu beissen und eben einen Parkschein für einen der vielen noch freien Parkplätze direkt vor der Haustür zu lösen, dafür aber erst noch eine grössere Runde zum Wenden durchs Zentrum fahren musste, weil Linksabbiegen da überall verboten ist, fand ich dann doch noch den letzten freien, kostenlosen Parkplatz in der Stadt.

Als ich nach der Arbeit da hinlief, stand am Strassenrand eine 302. Dann fuhr ich schnell ins Konservatorium, wo das Fräulein Maus mit Bravour eine Musikprüfung auf der Harfe ablegte und hinterher noch auf einem Festkonzert spielte, dann sprangen wir schnell ins Auto und rasten zum Bahnhof, wo unser beider liebste Freundinnen schon auf uns warteten, dann fuhren wir schnell weiter zum anderen Bahnhof der Stadt, wo zehn Minuten später der Ähämann nach insgesamt siebzehnstündiger Reise wieder bei uns eintraf, und sahen auf dem Weg dahin eine 303.

Das Wochenende verbrachten wir nichtstuend im blühenden Garten; das doppelte Lottchen zog gleich ganz in den Garten um und richtete sich Onneli-und-Anneli-mässig häuslich im Zelt ein.

(Nur viel zu kurz so ein Wochenende!)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301]


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Sommer, Sonne, Blütenpracht

Man wagt es ja kaum zu denken, aber: vielleicht folgt auf den wunderbaren Winter doch mal wieder ein richtiger Sommer? In unseren ersten Jahren in Finnland war es nämlich oft so: je kälter der Winter, umso heisser der Sommer. Und umgekehrt.

Wir haben seit zwei Wochen blauen Himmel und Sommertemperaturen, seit drei Tagen sogar jeden Tag 30 Grad. Das gab es die ganzen letzten beiden Sommer nicht! (Wie üblich stöhnen natürlich alle ausser mir über die fürchterliche Hitze!)

Es wird jeden Tag nochmal drei Stufen grüner, obwohl man jeden Tag denkt, es könne nun wirklich nicht mehr grüner werden. Alles, was irgendwie blühen kann, blüht: Träubchen, Tulpen, Buschwindröschen, Löwenzahn, Sumpfdotterblumen, die Johannisbeeren und die Obstbäume, sogar die Juniglöckchen und der Flieder schon fast.

Das kleine Apfelbäumchen, das vor sieben Jahren als erstes in unseren Garten einzog, hat sich zu einem Halbstarken gemausert und blüht über und über. Fast würde man sich niedrigere Temperaturen wünschen, damit er nicht morgen schon wieder sein Spitzenkleid abwirft.

(Aber nur fast!)


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Maigeburtstag, wie er sein soll

Anders als letztes Jahr bekam der grosse Herrn Maus dieses Jahr wieder Buschwindröschen zum Geburtstag. Und wir alle – bis auf das Geburtstagskind selbst, das nämlich acht Stunden lang versunken an seinem Geburtstagsgeschenk baute – verbrachten den ganzen Tag im Garten.

Was für ein Glück, an einem sommerlichen Maisamstag zehn zu werden!

Gute Nacht! <3


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Als wir noch in der alten Wohnung wohnten, kauften wir immer zwei Weihnachtsbäume: einen für drin, und einen für den Garten.

Dann zogen wir um. Da wuchs ein Weihnachtsbaum in unserem eigenen Garten!

Als wir ihn im ersten Jahr schmückten, waren die australischen Nachbarn, die ihn noch als ganz winziges Bäumchen kannten, ganz hin und weg. Wir auch. So schön sah das aus!

Im zweiten Jahr war der Baum so sehr gewachsen, dass wir uns von dem Nachbarn, den wir liebevoll Motorsägenmann nannten, weil er uns auch mal eine Motorsäge zum Ausleihen angeboten hatte, eine riesige Leiter leihen mussten. Eine zweite Lichterkette brauchten wir auch. Und eine Verteilersteckdose für draussen. Aber so schön sah der Weihnachtsbaum aus!

Im dritten Jahr war der Motorsägenmann samt seiner Leiter leider woanders hingezogen. Der Ähämann kaufte uns kurzentschlossen eine eigene, nicht ganz so grosse, und schmückte den schon wieder gewachsenen Baum. „Wie in Zwönitz auf dem Markt…!“, schwärmte ich. (Nur die Pyramide fehlt.)

Im vierten Jahr beschlossen wir schweren Herzens, unsere Fichte im Garten nicht mehr zu schmücken. Die 41 Lichter reichten nur noch für die Hälfte des Baumes, und die Leiter auch kaum noch bis zur Baumspitze. So schade, aber nicht zu ändern. Wir guckten uns den dunklen Baum eine Adventswoche lang an, dann beschloss der Ähämann zu handeln. Wir kauften zwei weitere Lichterketten, der Ähämann stieg in die Fichte, und der Weihnachtsbaum sah schöner aus als je zuvor.

Im fünften Jahr musste der grosse Herr Maus helfen. Jemand ganz leichtes musste von der obersten Leiterstufe auf die zarten obersten Fichtenäste klettern und die Kerzen dort festklipsen. Es war ein bisschen arg abenteuerlich. Aber der Baum sah so, so schön aus!

Im sechsten Jahr hatten wir den grossen Herrn Maus extra mit einem Klettergurt ausgestattet, aber der Baum war inzwischen so viel grösser als unsere Leiter, dass der Ähämann vorm Lichter-wieder-abmachen nochmal eine neue kaufte. Eine, die jetzt genauso gross war wie die, die uns der Motorsägenmann einst geliehen hatte. Irgendwann würde der Baum ja vielleicht auch endlich nicht mehr so schnell wachsen. Aber er wurde ja von Jahr zu Jahr schöner!

Letzte Woche, während ich endlich mein Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr einlöste und das Fräulein Maus zum ersten Mal über Nacht, nämlich im 300 km entfernten Seinäjoki, auf Wettkampfreise war, schmückten der Ähämann und die Herren Maus heldenhaft den Baum. Auch die ganz grosse Leiter ist inzwischen fast zu klein, und fünf einzelne Lichterketten mit Strom zu versorgen ist auch eher abenteuerlich. Dafür ist der Baum jetzt so gross, dass er uns schon von weitem über die Dächer entgegenleuchtet, wenn wir heimkommen. So wunderschön!

Nur ein bisschen bang stellen wir uns bei seinem Anblick die Frage: Wo kriegen wir nächstes Jahr einen Hubsteiger und eine Profilichterkette her?!


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kaksisataaseitsemänkymmentäviisi

Die Kinder haben dieses Frühjahr ihr Spielhäuschen verschenkt. (Sie passten auch nur noch zusammengefaltet rein.)

Und auf das Fundament hat der Ähämann mir – darauf habe ich mich schon seit Jahren gefreut – ein Tomatenhaus Gewächshaus gebaut.

Nach dem Urlaub war leider eine der beiden Gurkenpflanzen vertrocknet. So wie man aber im Januar keine Handschuhe und kein Vogelfutter mehr kaufen kann, so gibt es natürlich im Juli in keinem Gartenmarkt mehr Gurkensetzlinge. Nur auf dem Markt, da gab es noch zwei. Und so fuhren das Fräulein Maus und ich mit einer Gurkenpflanze zwischen uns zufrieden mit dem Bus wieder heim, natürlich wie immer in der ersten Reihe, damit man auch was sehen kann, unter anderem eine 275.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274]


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Mittsommer 2017

Juhannus war mir lange Zeit nicht wichtig. Es war kein Fest, das einen besonderen Platz in meinem Herzen gehabt hätte, denn ich bin damit nicht aufgewachsen. Später, als wir Kinder hatten und die noch klein waren, war zudem nicht daran zu denken, die blaue Mittsommernacht irgendwo draussen zu verbringen.

Vor drei Jahren bestanden die Kinder zum ersten Mal darauf, Juhannus so zu feiern, wie man hierzulande Mittsommer eben feiert. Damals wählten wir noch die Kindervariante mit Mittsommerfeuer schon um neun statt kurz vor Mitternacht, aber schon im nächsten Jahr feierten wir Mittsommer so, wie man das eigentlich tut.

Und ganz vielleicht finde ich ab sofort Juhannus noch ein ganz kleines bisschen schöner als Weihnachten.


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Gartenbesitzer, fleissige und faule

Am Anfang unserer Strasse wohnt ein Klassenkamerad des grossen Herrn Maus. Sein Haus haben die Mäusekinder und ich damals, als wir noch täglich mit dem Bus in den vorherigen Kindergarten fahren mussten, von Tag zu Tag wachsen sehen. Die zwei Maurer, die daran arbeiteten, winkten uns jedes Mal, wenn wir vorbeikamen, und oft blieben wir stehen und schauten ihnen zu.

Als das Haus fertig war, pflückten wir auf der Wiese davor armeweise Huflattich. Einen Monat später war sie gelb von Löwenzahn. Im Sommer wuchs das Gras dort höher als die Kinder.

Dann liess die Familie dort einen Garten anlegen: immergrüne Gewächse, eine grosse Betonmauer, viel Schotter, viel Rindenmulch. Fast jedes Mal, wenn ich jetzt das Fräulein Maus zum Training fahre, sehe ich die Mutter des Klassenkameraden dort Unkraut zupfen. Oder mit der Löwenzahnzange den grossen Blattrosetten, die sich beharrlich auch auf Schotter und Rindenmulch ausbreiten, zu Leibe rücken. Wenn ich das Fräulein Maus zweieinhalb Stunden später wieder abhole, ist sie immer noch mit der Ausrottung der widerspenstigen Gewächse beschäftigt.

Also wir wären für so einen Garten ja allesamt zu faul.

(Und all die Hummeln, Bienen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Spatzen, Mäuse und Eichhörnchen kommen auch lieber zu uns.)