Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Schwarzweiss statt Bunt

Fast hätte Turku so einen schönen Fussgängerüberweg bekommen, wie wir ihn letztes Jahr im isländischen Akureyri gesehen haben.

Dass so etwas in Deutschland nicht gehen würde, war mir letztes Jahr schon klar. Dass sowas in Finnland auch nicht geht, ist eine grosse Enttäuschung.

(Vielleicht wäre es der erste und einzige Fussgängerüberweg im Land geworden, der tatsächlich ernst genommen worden wäre. So viele vertane Gelegenheiten im Namen des Gesetzes!)


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kolmesataakaksikymmentäkuusi

Heute Abend habe ich am Fussgängerüberweg eine 326 ausgebremst.

Es ist durchaus besser geworden in den letzten Jahren. An diesem einen Überweg halten jetzt eigentlich immer alle Busse für mich an; einmal auch ein vollbeladener Betonmischer, den ich, wohl um seinen Bremsweg wissend, ohne Groll durchgelassen hätte, und der noch lange schwankte, während ich vor ihm über die Strasse fuhr und der Fahrer und ich uns freundlich zuwinkten. Wenn ich gegen elf auf dem Weg zur Arbeit bin, dann haben sogar die Autofahrer Zeit. Halb acht aber braucht man gar nicht erst damit zu rechnen, dass irgendein PKW anhält.

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16 Kommentare

Überzeugungen spazierenfahren

Den Herrn Picasso ziert keine Flagge, kein Fisch und kein Aufkleber mit den Namen der Kinder.

Aber neuerdings fährt er doch mit einem Statement durch die Gegend.

Ich bremse am Fussgängerüberweg.

Wir waren lange Zeit die Einzigen, die überhaupt angehalten haben. Die Fussgänger waren oft verwirrt, blieben wie angewurzelt stehen und winkten uns weiter. Und wenn doch mal ein Auto anhielt, dann wurde es nicht selten von dem Auto dahinter direkt überholt: Warum hält der Idiot denn mitten auf der Strasse an?!

Jedes Jahr kommen auf finnischen Fussgängerüberwegen 10 bis 15 Menschen zu Tode.

Jedes Mal gibt es einen kurzen Aufschrei, dann geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Schulkinder werden angefahren. Alte Leute. Mütter mit Kinderwagen.

Es ist ein bisschen besser geworden in den letzten Jahren, aber längst nicht so, wie ich es mir als Fussgänger und Radfahrer und vor allem als Mutter von Fussgängern und Radfahrern wünschen würde.

Ich habe mich deshalb gefreut, als die ersten Aufkleber an Pakettiautos auftauchten. So einen wollte ich auch haben!

Und so habe ich ein bisschen recherchiert. Und bin – mit dem Fahrrad (!) – durch die halbe Stadt gefahren, um mir einen offiziellen Prototyp für PKWs aushändigen zu lassen. Zu Testzwecken.

Den Eignungstest fürs Auto hat er bestanden. Wie gross seine Wirkung sein wird, bleibt abzuwarten.


Ein Kommentar

Schlagzeilen

„Mutter und Kind auf Fussgängerüberweg angefahren“, titelte der Turun Sanomat letzte Woche. Was gab das für einen Aufschrei – Stoppschilder sollte man anbringen vor den Überwegen, erhöhen sollte man alle Überwege, und überhaupt die Autofahrer viel härter bestrafen – und nun ratet mal, wie viele Autos seitdem mit unverminderter Geschwindigkeit an uns vorbeigebraust sind, wenn wir am Fussgängerüberweg stehen: der kleine Herr Maus im Kinderwagen, der grosse Herr Maus links am Kinderwagen, das Fräulein Maus rechts am Kinderwagen, und ich dahinter. Genau! Genauso viele wie immer.

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„Zunehmende Jugendfeindlichkeit in Deutschland“, hörte ich vor einigen Tagen im deutschen Radio. Nach dem zweiwöchigen Besuch in meiner Geburtsstadt, von mir hassliebevoll Rentnerhauptstadt genannt, erschien mir das vollkommen einleuchtend. Es stellte sich dann aber schnell heraus, dass, natürlich, von Judenfeindlichkeit die Rede war.