Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Coronaklausur, Tag 13

Finnland hat 1352 bestätigte Coronafälle.

Der Morgen begann mit einer Überraschung.

Unser Terrasseneisloch, jetzt stilecht.

Ganz überraschend kam es ja nicht, aber mit 10 cm Neuschnee hatte wirklich niemand gerechnet. Soviel Schnee hatten wir ja den ganzen Winter nicht! Zum Glück muss so ein finnisches Schulkind nicht lange auf die erste Hofpause warten. Sie zogen dann auch dreiviertel zehn gleich mit Schlitten und Rutschmatte los und wiederholten das jede Stunde.

Der kleine Herr Maus sollte heute für Sachkunde eine Tabelle anlegen, in die er das Fortschreiten des Frühlings eintragen soll: an welchem Tag er den ersten Huflattich, den ersten Singschwan, die erste Hummel, den ersten Zitronenfalter, das erste Leberblümchen, die erste Kreuzotter, die erste Lachmöwe, die erste Bachstelze… gesehen hat. Obwohl er sonst seine Schulaufgaben recht beflissen während der entsprechenden Unterrichtsstunde erledigt und zurückschickt, zog sich diese Aufgabe heute sehr in die Länge. (Vermutlich lag’s am Wetter. Aber immerhin konnte er Huflattich, Leberblümchen, Singschwan und Zitronenfalter schon von letzter Woche eintragen.)

Als er endlich fertig war, brachen wir zu einem Winterwaldspaziergang seiner heutigen Schulsportstunde sowie seinem heutigen Schwimmtraining ins Citymoor auf.

(Der Ähämann kam auch mit. Das Fräulein Maus blieb zu Hause, sie hatte noch Deutschunterricht.)

Man kann ja geteilter Meinung sein zu Schnee Ende März. Aber mich hat er überraschend glücklich gemacht.


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Coronaklausur, Tag 11

Finnland hat 1163 bestätigte Coronafälle.

Als wir aufstanden, hatten wir jeder eine SMS von der finnischen Polizei erhalten, dass seit heute 0:00 Uhr die Ein- und Ausreise aus der Provinz Uusimaa verboten ist. Witzigerweise erhielten die Kinder und ich sie nur auf Finnisch, der Ähämann bekam zusätzlich noch eine zweite auf Englisch, und auf dem Horthandy kam die Nachricht dreisprachig an. Jedenfalls weiss der finnische Staat, wie er seine Bürger am besten erreicht.

(Das letzte Mal bekamen wir so eine offizielle SMS am 6. Dezember 2017. Mit Glückwünschen.)

„Wieso ist die Autobahn nach Helsinki denn dann noch auf?“, fragte der kleine Herr Maus, als wir zu unserem heutigen Waldausflug aufbrachen. Ich zeigte ihm, wie das 80 km weiter an der Provinzgrenze dann jetzt so aussieht. Schon ein bisschen gruslig.

Wir aber waren nach 5 km Autobahn und 20 km von zu Hause schon da, wo wir hinwollten.


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Coronaklausur, Tag 10

Finnland hat 1038 bestätigte Coronafälle.

Schule.

Früher sassen die Kinder, während ich Wäsche aufhängte, neben mir und sortierten Wäscheklammern räumten das Klammernkörbchen aus. Heute sitzen sie neben mir und haben Mathestunde.

(Dunkle Wäsche ist nicht nur auf Fotos unattraktiv, sondern auch die, die ich am wenigsten mag: da sind immer mindestens 30 Paar Socken aufzuhängen. Heute waren es 44.)

Arbeit.

Heute hatte ich frei keinen Bereitschaftsdienst im Hort. Weil ich gestern den ganzen Tag vor irgendwelchen Bildschirmen verbracht hatte, hatte ich mir für heute nicht nur grosse Wäsche, sondern auch Garten-frühlingsfein-machen verordnet. Ich hatte es gerade so geschafft, den Weihnachtsbaum (den, nicht den!) zu zerlegen und den Apfelbaum zu beschneiden, als die beste Chefin anrief und Neuigkeiten hatte und ich daraufhin beschloss, doch lieber gleich nochmal ins Auto zu springen und in den Hort zu fahren. Wir müssen wegen der Schimmelaffäre bis nächsten Donnerstag alle Gegenstände aus dem Hortraum verpackt haben, dann werden sie entweder gereinigt oder weggeschmissen. Deshalb habe ich heute einfach schon mal alle meine persönlichen Sachen da raus und nach Hause geholt, ehe noch irgendjemand auf die Idee kommt, dass die Sachen aus Sicherheitsgründen sofort verbrannt werden müssen (nachdem wir zwei Jahre lang jeden Tag mehrere Stunden in diesen Räumen geatmet haben; es ist ja nicht so, als ob es die Vermutungen über den Schimmelbefall nicht schon seit unserem Umzug dorthin gegeben hätte…!).

Als neuen Hortraum (haha!) haben wir übrigens eine Ecke in der Turnhalle der gegenüberliegenden Schule zugewiesen bekommen, die wir uns ausserdem noch mit der anderen Nachmittagsbetreuung, die bisher im gleichen Gebäude war wie wir, teilen müssen. Das Gute daran: wir haben jetzt eine Ausnahmegenehmigung von der Stadt, wirklich nur noch hinkommen zu müssen, wenn ein Kind vorangemeldet Betreuung braucht. Halleluja!!!

Zweite gute Nachricht: wir werden vor Ende Juni keinesfalls beurlaubt. Im Juli bin ich ja sowieso immer beurlaubt, und im August gehen wir hoffentlich wieder halbwegs normal unserer Arbeit nach. (Dann auch endlich wieder in unseren eigenen Räumen.)

Frühling.

Im Park neben dem Spielplatz, auf den wir immer mit den Hortkindern gehen, gab es sage und schreibe Mitte Januar (!) die ersten grünen Blattspitzen an den Büschen. Danach gab es dann diese eine kalte Woche, und ich hatte echt Angst, dass diese kleinen Blättchen alle einfach abfallen und dann erst sehr viel später als sonst nachwachsen würden, aber sie hielten einfach kurz inne und wuchsen dann langsam weiter.

Heute im Garten bin ich fast ein bisschen erschrocken, wie weit alles schon ist. Es blühen ja nicht nur die Krokusse, sondern der Klatschmohn hat schon zwanzig Zentimeter hohe behaarte Blattbüschel gebildet, die Forsythie hat gelbe Knospenspitzen, die Clematis hat schon richtige Blätter. Ich hoffe inständig, wenn es nächste Woche nochmal Nachtfrost gibt, geht das ähnlich gut aus wie mit den Januarblättchen.

Ansonsten ist hier, wie jedes Jahr, Bullerbü ausgebrochen. Die zehnköpfige Nachbarskinderschar, zwischen 5 und 15 Jahren alt, rennt juchzend den ganzen Nachmittag und abends bis kurz vorm Schlafengehen über den Hof. Ich sehe das derzeit mit ein bisschen Sorge, aber sie haben sich gleich am ersten Frühlingstag auf Spiele, die man ohne Berührung spielen kann, geeinigt, und wann immer ich zufällig gucke, sind sie recht gut in der Gegend verteilt, statt wie sonst oft die Köpfe zusammenzustecken.

Es hätte auch schlimmere Jahreszeiten für diesen Ausnahmezustand geben können.


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Coronaklausur, Tag 5

Finnland hat 626 bestätigte Coronafälle.

„Können wir heute wieder da bei der Sprungschanze wandern gehen? Aber diesmal die lange Runde?“, fragte der kleine Herr Maus.

Ich war dafür. Aber der Rest der Familie hatte andere Pläne und keine Lust. Und so ging ich mit dem kleinen Herrn Maus alleine. Und obwohl wir sonst, wann immer es geht, Dinge mit der ganzen Familie unternehmen, hat mir das nach der letzten Woche echt gutgetan, mal nicht pausenlos reden zu müssen und kein aus den geringsten Anlässen aufflammendes geschwisterliches Gezeter hören zu müssen. Und das Wetter und der Wanderweg waren sowieso ausnehmend schön.

Hinterher erledigte ich noch unseren Wochengrosseinkauf im auf dem Rückweg gelegenen Lidl. Es fällt uns nicht schwer, die Zahl unserer Supermarktbesuche auf höchstens einen pro Woche zu verringern, weil wir das eigentlich schon immer so machen. Neu ist, dass wirklich nur noch einer von uns den Laden betritt. Der kleine Herr Maus blieb im Auto sitzen. Im Lidl war es gespenstisch still, obwohl durchaus ein paar Kunden da waren, aber ich hatte das Gefühl, dass auch andere nur allein einkaufen waren und deswegen keiner mit irgendjemandem geredet hat. Ansonsten ist von Hamsterkäufen eigentlich nichts mehr zu merken – okay, das Regal mit dem abgepackten Brot war leer, aber das ist es sonntags eigentlich immer – aber wir haben hier nicht nur Nudeln und Öl und Klopapier, sondern auch Mehl. In 2kg-Packungen.


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kolmesataakuusikymmentäkolme

So sehr ich bis zuletzt noch auf wenigstens ein, zwei Tage Winter und wenigstens eine einzige, klitzekleine Skitour gehofft hatte – nach den „Ski“ferien, nach insgesamt dreieinhalb Monaten November, hatte ich abgeschlossen mit dem diesjährigen Winter. Dann eben nicht.

Ironischerweise war dann die letzte Woche die, in der es zum ersten Mal dieses Jahr tatsächlich ein bisschen winterlich war. März. (Obgleich ohne Schnee.) Und ich wusste gar nicht, dass mich diese Sonne und diese eiskalten Morgen auch ohne Schnee und obwohl wir nun alle schon auf den Frühling warten, so glücklich machen können.

Am Dienstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem grossen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Bus, weil es dem grossen Herrn Maus bei -8°C zu kalt war zum Fahrradfahren und ich mit meiner laufenden Nase auch lieber warten wollte, bis es ein paar Stunden später, als ich zur Arbeit musste, ein bisschen wärmer geworden war. Dann fuhren der grosse Herr Maus zur Schule und ich zurück nach Hause, und während wir auf den Bus warteten, kam eine 363 gefahren.

Am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem kleinen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Fahrrad, weil der kleine Herr Maus immer Fahrrad fahren will, auch bei -10°C. Ich fuhr übrigens Sommerfahrrad, weil es zwar eisig kalt, aber ansonsten völlig trocken und eisfrei auf den Strassen war.

Beide Male schien schon die Sonne, als wir das Haus um halb acht verliessen. Und während ich mich vor den Skiferien ganz unbändig gefreut hatte, dass, als ich Freitagabend um fünf die Horttür hinter mir zuzog, die Sonne hellorange gerade noch so über der Hafenausfahrt hing, scheint sie jetzt, nur zwei Wochen später, schon wieder eine ganze Stunde länger.

Am Donnerstag fuhr ich mit dem Auto auf Arbeit und sammelte um fünf den Ähämann am Bahnhof, den grossen und den kleinen Herrn Maus vom Deutschunterricht und das Fräulein Maus im Stadtzentrum ein, um mit ihnen in die Sauna auf der hintersten Spitze der Hausinsel zu fahren. Es war perfektes Wetter für ein kurzes Bad im Meer.

Die Sonne schien noch eine halbe Stunde, der eisige Nordwind, der uns die ganze Woche gequält hatte, hatte sich endlich gelegt, die Ostsee schaukelte ein paar hauchdünne Eisschollen und schwappte mit kleinen, glucksenden Sommerwellen auf den Strand, und der Himmel färbte sich erst orange und dann dunkelblau. In der Ferne zogen beide Schwedenfähren vorbei, und die Möwen gaben noch eine Flugshow vorm Schlafengehen.

Als wir heimfuhren, fuhren wir lange Zeit neben der hochhaushohen Grace her, die wie eine Erdölraffinerie hinter dem schmalen Stück Wald zwischen Strasse und Meer herausleuchtete.

Gestern fiel den ganzen Tag weisses, nasses Gelumpe vom Himmel und legte sich wie eine schwere, tropfende Decke auf Dächer, Wiesen und Bäume. Heute ist alles wieder verschwunden, es weht ein laues Lüftchen und die Vögel zwitschern. Kannst ruhig kommen, Frühling!

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Skiferien 2020, Tag 2

Am zweiten Ferientag machten wir eine Radtour.

Die Sonne schien, es waren sieben Grad, und der letzte Wind, mit dem Dennis weiterzog, fühlte sich ganz frühlingshaft lau an. im Vorgarten blühen das Sisu-Glöckchen und die Krokusse. (Am Fluss gibt es sogar die erste Kirschblüte zu bewundern!) Eigentlich sollten jetzt -20°C sein, Mitte Februar.

Das Fräulein Maus hatte einen Augenarzttermin im Stadtzentrum, und wir beschlossen spontan, mit den Fahrrädern hinzufahren. Vorher statteten wir noch, nachdem wir die Räder umständlich einmal durch überdachte Behelfsfusswege rund um die Grube geschoben hatten, dem Markt einen Besuch ab – in der Hoffnung, dass vielleicht doch der eine oder andere Blumenverkäufer wieder da ist. Mein Lieblingsblumenmann war tatsächlich da, und wir erstanden zwei Narzissen und zwei Träubchen im Topf, um das vergammelte Heidekraut in den Blumentöpfen vor der Haustür zu ersetzen. Sollte der finnische Winter sich doch noch besinnen – was ich nicht glaube – ist das Risiko gering: es sind diese kleinen Narzissen, die mindestens 10 Grad Frost aushalten. Und kälter wird es garantiert nicht mehr dieses Jahr – wie denn auch, wenn weder Meer noch Boden ordentlich gefroren sind?!

Der Augenarzttermin war übrigens völlig für die Katz. Die Stadt Turku schliesst manchmal, wenn sie mit ihren eigenen Ärzten nicht hinterherkommt, Verträge mit privaten Ärzten, zu denen man dann zu den gleichen Bedingungen wie in die städtische Poliklinik gehen kann. Prima daran war nur, dass wir quasi sofort einen Termin bekamen. Ansonsten hat der Privataugenarzt nichts weiter gemacht als den Sehtest der Schulschwester wiederholt – sowieso hielt er das Fräulein Maus, uns Eltern, die Schulschwester sowie die Schulärztin, die die Überweisung ausgestellt hatte, ganz offensichtlich alle zusammen für Simulanten. Das nächste Mal möchte ich bittedanke wieder in die städtische Poliklinik – dort wird man unter Anderem beim Augenarzt, bei dem ich schon zweimal mit dem kleinen Herrn Maus war, nämlich nicht nur gründlichst, sondern auch freundlich untersucht und behandelt. Grmpf.

Hinterher gingen wir zum Mittagsbuffet zum Lieblingschinesen, wegen dem wir übrigens zu keinem anderen Chinesen mehr gehen können, weil es bei allen anderen gleich und jede Speise nach Chinagewürz schmeckt.

„Das war aber eine schöne Frühlingsradtour!“, sagte das Fräulein Maus, als wir wieder zu Hause waren. Immerhin.


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Eröffnung der Strandsaison

Es war noch nicht einmal richtig grün: die Espen sind noch ganz kahl, die Birken noch hellgrün, die erst ein paar Tage alten Eschenblätter glänzen noch. Das Schilf in den Buchten ist noch wintergelb.

Die Luft aber, die hatte 26 Grad im Schatten. Und das Wasser in der Bucht am Lieblingsstrand war immerhin schon zwölfeinhalb Grad warm. (Wozu gehen wir schliesslich den ganzen Winter eisbaden?!)

Auf den Wiesen leuchteten die Löwenzahnsonnen, die Apfelbäume hatten sich ganz in weisse Spitze gehüllt, über die Felder staksten Kraniche und Kiebitze, über die Strasse sprangen Rehe, ungerührt trippelte neben unserer Decke eine Bachstelze knicksend durch den Sand, und die Gruppe Schwäne wendete nicht einmal die Köpfe nach uns.

Wir waren auch heute wieder ganz allein am Strand.


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kolmesataakolmekymmentäviisi

Oder: Vappu 2019

Eigentlich hatten wir dieses Jahr für Vappu gar keine Pläne. Zu anstrengend war der letzte Monat, zu ausgeplant die letzten Wochenenden. Und sowieso weiss man ja nie, ob man das Vappu-Picknick in T-Shirt und Sonnenbrille im Park oder mit Wollsocken und Strickjacke auf dem Wohnzimmerteppich abhalten muss.

Vappu-Luftballons hatte ich dieses Jahr auch keine gekauft. Ich hätte echt nicht gewusst, wann, denn traditionell gibt’s bei uns die Ballons am ersten Mai morgens als Überraschung an die Stühle gebunden. Die Kinder sind dem Alter, in dem sie begeistert ihre Ballons spazierentrugen, allerdings sowieso allmählich entwachsen, und ausserdem haben wir vom Wettkampf letzten Sonntag noch ein T und ein L in der Wohnung herumschweben.

Alternativer Vappu-Ballon.

Ich warf also nur ein paar Luftschlangen in der Wohnung aus und der Ähämann besorgte Dienstagabend noch Munkkis und Sima.

Das Fräulein Maus dagegen hatte Pläne: ihre beste Turnfreundin kam zum Übernachten, und sie wollten gemeinsam im Zelt schlafen; auch die für die frühen Morgenstunden vorhergesagten 4°C hielten sie nicht davon ab. Ausser Isomatten, Schlafsäcken, Decken, Kissen, Taschenlampen, Büchern und ihren Handys trugen sie auch eine Packung Luftschlangen in ihr Zelt und drapierten sie allerliebst unterm Gestänge. Schliesslich war Vappu!

Die Turnfreundin wurde dankenswerterweise nicht gleich früh um zehn abgeholt, sondern durfte den Tag mit uns verbringen, und weil der angekündigte Regen erst am späteren Nachmittag kommen sollte und früh noch die Sonne lachte, packten wir dann doch noch spontan den Picknickkorb und fuhren (die 335 kam uns gleich an der ersten Kreuzung entgegen) gemeinsam – und da war ich wieder einmal sehr, sehr dankbar für unseren Bus den Herrn Picasso, mit dem man ausser unserer Familie auch noch Freunde oder Grosseltern transportieren kann, und gleichzeitig so verzweifelt wie immer in letzter Zeit bei derlei Gelegenheiten, weil er schon so in die Jahre gekommen ist und es die eierlegende elektrische Wollmilchsau, die als Nachfolger in Frage käme, leider nicht gibt – an einen unserer schon immer liebsten Picknickplätze.

Als es zu regnen anfing, packten wir unseren Krempel zusammen, traten die Rückfahrt an, hielten unterwegs am grossen Supermarkt und kauften das erste Sommereis des Jahres. Nur essen mussten wir es zu Hause.

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Ein Kommentar

Im BuschwindröschenLeberblümchenwald

Weil Ostern dieses Jahr so ganz anders war als letztes Jahr, gingen wir am Ostersonntag in den Buschwindröschenwald. (Ich habe gerade einen akuten Anfall von Sentimentalitis, wenn ich die kleinen Wandersleute auf den Fotos da sehe…)

Also, es war uns natürlich klar, dass es auch in diesem Jahr für Buschwindröschen noch zu zeitig ist. Aber dafür war – und nicht einmal damit hatten wir gerechnet – schon der blaue Leberblümchenteppich ausgerollt. Und die ersten wagemutigen Buschwindröschen waren auch schon zu sehen.

Anschliessend noch ein kleiner 100-Meter-Lauf auf der Autofähre.

(Heute ist übrigens 10. Mai. Völlig verrückt. Aber schön!)