Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Nachtfrost und Schneeschauer

Wir sind ja eigentlich dran gewöhnt.

An unserem ersten Ostern in Finnland machten der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich eine Radtour mit Zelt. Als wir nach dem Frühstück unser Geschirr abspülen wollten, mussten wir erstmal ein Loch ins über Nacht wieder zugefrorene Meer klopfen.

Aber gut, dass wir heute verabredet waren. Sonst wären wir bei 1°C Tageshöchsttemperatur vermutlich trotzdem nicht zu einer Wanderung aufgebrochen.

Dabei war es natürlich wie immer: wenn man erstmal draussen ist, ist es richtig schön.

Alles Wasser im Moor war mit einer Eishaut überzogen. Der Schnee, der ab und zu fiel, war nicht der sonst für diese Jahreszeit typische windgepeitschte Schneeregen, sondern segelte wie Frau Holles feinste Daunen vom Himmel. Viel besser als Regenschauer!

Und die Sonne wärmte schon richtig. Ist ja schliesslich schon Mitte April.


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kaksisataakuusikymmentäkaksi

Letzte und vorletzte Woche hatten wir für jeweils zwei Tage fünf Kinder.

(Die befreundete alleinerziehende Klavierlehrerin flog nach Deutschland zu Vorstellungsgesprächen. Wir gruben uns sozusagen unser eigenes Grab… *seufz*)

„Drücken sich eure Besuchskinder auch immer mit gesenktem Kopf an der Wand entlang ins Kinderzimmer?“, fragte mich neulich bei unserem Besuch die liebste Freundin. Ich musste sehr lachen. Weil… ja. Genau so.

Ausser natürlich, es kommen die deutschen Freunde zu Besuch. Und deshalb fühlte es sich tatsächlich ein bisschen wie fünf eigene Kinder an – nur dass es vermutlich sehr viel weniger Gezänk gab als wenn sie alle wirklich Geschwister wären – und auch wenn fünf verschiedene Unterrichtsanfangszeiten an drei verschiedenen Schulen zu koordinieren waren und das Ganze mit noch mehr Hin-und-her-Fahrerei nachmittags verbunden war und zwei der fünf Kinder zwei Tage gemeinsam krank auf dem Sofa verbringen mussten, habe ich die vier Tage sehr genossen.

Am Sonntag lud uns die Freundin zum Dank zum Essen ein. Wir wollten eigentlich mit dem Fahrrad hinfahren, aber dann war der grosse Herr Maus die ganze letzte Woche krank und am Sonntag immer noch schlapp und das Wetter war auch viel mistiger als ursprünglich vorhergesagt, und als wir unterwegs feststellten, dass wir sowohl den in die Videothek zurückzubringenden Film als auch die Gartenschere zum beabsichtigten Osterzweigeschneiden als auch meinen Laptop, von dem wir der Freundin Fotos überspielen wollten, zu Hause liegen lassen hatten, da waren wir doch ganz froh, dass wir das Auto genommen hatten. Und ich, als uns auf dem Heimweg eine 262 entgegenkam, sowieso.

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kaksisataakuusikymmentä

An einem sonnigen Märztag vor 17 Jahren nahm mich meine finnische Gastmutter zum ersten Mal mit in ihr Sommerhaus. Wir hielten uns nicht lange da auf, sondern gingen an der Sauna vorbei direkt auf den See. Auf dem See hockten Eisangler, zogen Skifahrer ihre Spuren, Kinder wurden im Schlitten gezogen, ab und zu knatterte ein Schneemobil vorbei. Wir liefen und liefen, und immer neue Ausblicke auf sich bis zum Horizont aus der weissen Schneefläche erhebende Inseln und Inselchen taten sich auf. Die Sonne knallte von einem tiefblauen Himmel auf den weissen See, und es war einer dieser Tage, an dem ich begriff, warum die finnische Fahne blau-weiss ist.

Es war eines der schönsten Dinge, die ich je erlebt habe.

Wie gut, dass die liebste Freundin neuerdings fast genauso nahe am gleichen See wohnt!

(Und als wir über den See bis zu besagtem Sommerhaus gelaufen waren, kletterten wir wieder an Land, und da stand ein Pakettiauto mit der 260 im Kennzeichen.)

Finnischer März, hach!
(Und Mittelfinnland, hach! Hach!)

Glück und Herzhüpfen.
Ganz, ganz viel Glück und Herzhüpfen!

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Highlight der Woche

Was aber schön war in dieser stressigen Woche: wir hatten Besuch aus Deutschland.

Der wurde vor allem vom grossen Herrn Maus sehnlichst erwartet, denn es gibt da jemanden, der seine Leidenschaft fürs Feuermachen teilt.

Ziemlich beste Freunde.
(Bei ihrer gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung.)

Diesmal fuhren wir dafür extra ans Ende der Hausinsel, wo sich eine Feuerstelle in besonders idyllischer Umgebung befindet. (Nicht erwartet hatten wir allerdings, dass es dort – anders als an allen anderen öffentlichen Feuerstellen in Finnland – kein Feuerholz gibt. Musste ich nochmal die 8 km bis zur nächsten Tankstelle zurückfahren und welches kaufen. Hm.)

An einem Dienstagnachmittag ist man dort nämlich auch – anders als an Wochenenden – wunderbar allein. Und der angekündigte Regen kam auch erst, als wir auf dem Heimweg waren.

Der Besuch reiste eigentlich nach Lahti zur Ski-WM. Da muss man natürlich auch die entsprechende Wurst – „Offizielle WM-Wurst“ – beim Grillen dabeihaben. Schmeckt nicht, ist aber hübsch verpackt.

(So hatte ich mir die freien Nachmittage schon eher vorgestellt.)


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Finnisierung XLII

Oder: Die beste Art, einen finnischen Sommertag zu verbringen.

Das waren zwei sehr schöne Nachmittage mit der deutschen Freundin, die damals als Austauschstudentin in meinem allerersten Finnischkurs an der Uni neben mir sass, und die gerade zwei Inseln weiter Urlaub macht und uns netterweise in die Sauna ihres Urlaubsmökkis eingeladen hat.

Und das Allerbeste: die insgesamt sechs Kinder verstehen sich immer noch blendend.

[Finnisierung I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, VIIIa, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV, XVI, XVII, XVIII, XIX, XX, XXI, XXII, XXIII, XXIV, XXV, XXVI, XXVII, XXVIII, XXIX, XXX, XXXI, XXXII, XXXIII, XXXIV, XXXV, XXXVI, XXXVII, XXXVIII, XXXIX, XL, XLI]


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Jeden Tag nutzen

Vor der nächste Woche eintreffenden Kaltfront heute Nachmittag noch schnell den Herrn Picasso mit sieben Personen und einem grünen Rochen beladen und zum Lieblingsstrand gefahren.

(Diesmal mit fluchtartigem Aufbruch nach zweieinhalb Stunden, weil uns alle unsere Sachen entweder um die Ohren oder gleich ganz davon flogen. Dabei fanden wir den frischen Wind bei knapp 30 Grad anfangs recht praktisch. Als er sich noch nicht zum Sturm ausgewachsen hatte.)