Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Hinterlasse einen Kommentar

kolmesataayhdeksänkymmentäviisi

Gestern besuchte der kleine Herr Maus seinen besten ehemaligen Schulfreund.

Mit dem Fahrrad über die Hängebrücke, durch den Wald und am Pferdehof vorbei sind es von uns bis zu ihm nur 7 km.

Der Plan war, dass der Ähämann, der grosse Herr Maus und ich den kleinen Herrn Maus hinbegleiten, wieder heimfahren, und der Ähämann und ich ihn später wieder abholen. Vielleicht mit einer Eispause am Supermarkt.

Den Rückweg nahmen wir über die nächste Stromschnelle flussaufwärts. Der Ähämann beschloss, dass er keine Lust zum Kochen hätte, und wir beschlossen gemeinsam, dass wir mal wieder zum Australier im Stadtzentrum, der jetzt wieder auf haben darf und wo man auch draussen sitzen kann, gehen könnten. Wir riefen das Fräulein Maus an, ob sie mitkommen wolle, und verabredeten uns mit ihr dort, wo sich unsere Wege kreuzen würden. Dann fuhren wir auf der einen Seite immer am Fluss entlang ins Stadtzentrum und später auf der anderen Seite immer am Fluss entlang wieder zurück. Das Fräulein Maus fuhr wieder nach Hause, der Ähämann und ich guckten auf die Uhr und stellten fest, dass wir mit einem Umweg über den Supermarkt genau zur verabredeten Zeit wieder beim kleinen Herrn Maus wären. Der grosse Herr Maus wollte auf jeden Fall noch bis zum Supermarkt zum Eisessen mitkommen und eventuell von da allein zurück nach Hause fahren, beschloss dann aber, doch die ganze Tour mit uns zu machen. Am Ende zeigte der Kilometerzähler 44 km. (Auf den letzten 12 fuhren wir auch noch Brot, Eier und Milch spazieren.)

Die Radwege am Fluss entlang Richtung Stadtzentrum und über die beiden kleinen Brücken flussaufwärts sind landschaftlich wirklich schön. Das Spannendste ist aber zur Zeit das Stück an der grossen Baustelle, wo ein neues Schnellstrassenkreuz gebaut wird und wo der Radweg umgeleitet wird: durch eine stille Parallelstrasse, quer durch eine Tankstelle, hinter statt vor dem Supermarkt entlang, auf einem mit feinstem Asphalt ausgelegten Behelfsradweg mitten durch die Baustelle. Alles perfekt mit Umleitungsschildern und -wegweisern ausgeschildert, mit extra aufgestellten Behelfsampeln und durchgängigen Bauzäunen zum Schutz vor Autos versehen. Nur einmal verfuhren wir uns ein bisschen, als wir über den grossen Supermarktparkplatz radelten statt hinter dem Supermarkt entlang.

Immerhin kamen wir so an einer parkenden 395 vorbei.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387, 388-389, 390, 391-393, 394]


4 Kommentare

Frühling!

Dieses Wochenende ist der Frühling ausgebrochen.

Freilich, der Kompost ist noch gefroren. (Weswegen aus dem Erdesieben und Kompostumsetzen dann doch noch nichts wurde.) In dunklen Ecken liegen noch letzte angegraute Schneereste. Auch der Waldboden ist bis auf die oberste dünne Schicht noch steinhart gefroren.

Aber wir hatten fast 20 Grad. Und Sonnenschein von früh um sechs bis abends um neun. Und wolkenlosen Himmel.

Wir fanden die ersten Gänseblümchen im Garten und die ersten Leberblümchen im Wald. Hummeln und Zitronenfalter torkelten von Blüte zu Blüte. Wir assen alle Mahlzeiten auf der Terrasse. Wir tauschten die dicken Federbetten gegen die dünnen Sommerdecken aus. Ich wusch alle unsere Anoraks und Winterstiefel (Kein Satzbaufehler – unsere kuscheligen finnischen Kinderwinterstiefel kann man in der Waschmaschine waschen!), um sie dann jetzt endgültig wegzuräumen. (Ich war schon mal so weit gekommen, aber dann fuhren wir sechs Stunden übers Meer und verbrachten vier Tage auf Utö, wofür wir beides nochmal dringend brauchten.)

Auf dem Hof ist, wie jedes Jahr, Bullerbü ausgebrochen. Die 15 Nachbarskinder zwischen 6 und 16 verbringen immer noch am liebsten jede warme Minute gemeinsam draussen. (Der 16-Jährige und der 12-Jährige spielen neuerdings draussen gemeinsam Schach.) Am liebsten hätten sich unsere Kinder von Freitagnachmittag bis Sonntagabend nicht von unserem Hof wegbewegt.

Sie waren dann aber doch einverstanden, für zwei, drei Stunden in den Wald mitzukommen, dorthin wo der Berg mit der tollen Aussicht ist und wo wir letztes Jahr waren, als Uusimaa zugemacht wurde.

Die nächste Kaltfront kommt ganz sicher. Am Donnerstag voraussichtlich. Aber fürs erste war der Frühling schon mal ganz wunderbar.


Hinterlasse einen Kommentar

Novembergeburtstag, coronakonform

Wie er denn seinen Geburtstag feiern wolle, fragte ich vor etlichen Wochen den kleinen Herrn Maus.

Nur mit seinem besten ehemaligen Schulfreund, und ob wir vielleicht mal wieder im Dunklen in den Wald gehen könnten.

Und so fuhren wir heute Abend mit Würstchen und Grillkäse und Mäusespeck und Geburtstagstorte zu Turkus schönster Feuerstelle. Sogar ein bisschen geschneit hatte es zur Feier des Tages!

Novembergeburtstage sind toll!

Am allerallerschönsten aber war, dass wir hinterher noch genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Aussichtsturm geklettert waren, um das Rotorsegel der „Grace“ über die Baumwipfel der nächsten Insel hinwegziehen zu sehen.


4 Kommentare

Halloween 2020

Ausschweifende Feiern wie im letzten Jahr fielen ja aus Gründen aus.

Das Fräulein Maus hatte ausserdem erstmal einen vierstündigen Harfenkurs.

(Ihre Harfenlehrerin hat mal als Darth Vader verkleidet auf ihrer goldenen Konzertharfe auf der Kinderstation des Turkuer Krankenhauses Stücke aus Star Wars vorgespielt. ♥)

Als das Fräulein Maus heimkam, wurde es gerade dunkel, und wir holten alle Halloweenkerzen raus und stellten den Kürbis – der einzige, der sich in diesem Sommer an der fünf Meter langen Kürbisranke, die sich zuletzt vom Kompost einmal um den Weihnachtsbaum bis unter die Hängematte schlängelte, gebildet hatte – vor die Tür. Um Süssigkeiten betteln kam niemand. Unter der Nachbarskinderschar hat es sich sowieso seit Jahren eingebürgert, dass sie in der Dunkelheit verkleidet um die Häuser huschen, an Türen klopfen und heimlich Tütchen mit Süssigkeiten auf die Schwelle legen. Der ehemalige beste Schulfreund des kleinen Herrn Maus, der am Nachmittag zum Spielen gekommen war, blieb spontan zum Übernachten, und so fühlte es sich dann doch noch ein bisschen nach Party an.


10 Kommentare

Wochenende

Am Freitagabend kamen zwei Übernachtungsgäste zu uns – die beste Schulfreundin des Fräulein Maus und der beste ehemalige Schulfreund des kleinen Herrn Maus – und blieben bis Samstagabend. Die zwei Mädchen schliefen im Garten im Zelt; der beste Freund des kleinen Herrn Maus hatte sein Fahrrad mitgebracht und gemeinsam mit dem grossen Herrn Maus fuhren sie kreuz und quer von Spielplatz zu Spielplatz und besichtigten alle Radwegumleitungen rund um die nahegelegene Autobahnkreuzbaustelle. Am Esstisch sassen fünf Kinder, davon zwei Musikklässlerinnen und zwei vielleicht zukünftige Musikklässler, die ihr Essen gar nicht so schnell hinuntergeschlungen hatten wie sonst unser finnischer Besuch, weil sie alle zwischendurch singen, summen, Takte klopfen und schnell mal ein Stück auf dem Klavier spielen mussten, bevor sie weiterassen. Gebadet wurde natürlich auch.

Am Sonntag kurzer Ausflug auf die übernächste Insel in nordwestlicher Richtung, wo wir schon ewig nicht mehr waren. Lange standen wir auf dem Friedhof vor dem roten Holzkirchlein und studierten das Grabkreuz, unter dem eine Mutter mit ihren drei Kindern begraben ist. Sie starben alle innerhalb eines halben Jahres im Jahr 1866. Eins der Kinder wurde nur sechs Jahre, eins ein Jahr und das kleinste nur zwei Tage alt. Zwei Tage nach dem Neugeborenen starb die Mutter.

Und in Deutschland geht man 150 Jahre später auf die Strasse, weil man seine Kinder nicht impfen lassen will oder einem das Masketragen lästig ist oder man ein paar Cent mehr für ein Kilo Fleisch bezahlen zu müssen  für unzumutbar hält..!

Gestern war übrigens Tag der Friedhöfe, erfuhren wir abends, als wir logo! vom Samstagabend nachguckten. Wie passend.


7 Kommentare

Feierwoche

Nicht nur, dass morgen Juhannus ist, diese Woche fanden auch zwei Nachbarskindergeburtstagsfeiern auf dem Hof statt.

Aber was schenkt man einem Kind, das schon alles hat?

Zum Glück erinnerte ich mich an etwas, das ich schon mehrmals gesehen hatte: selbstgemachte, umweltfreundliche Wasserbomben!

Die passten auch sehr gut zum Wetter.


Hinterlasse einen Kommentar

Sommerferien minus 9

Finnland hat 6493 bestätigte Coronafälle.

Heute war der erste Tag in dieser Woche, an dem ich nicht gefroren habe.

Das lag aber auch nur daran, dass ich nicht den halben Tag auf zugigen Schulhöfen und Sportplätzen herumstehen musste, sondern den ganzen Tag auf unserer windgeschützten Gartenbank sitzen und den Hummeln beim Nektarsammeln, den Blaumeisen beim Jungefüttern, dem Rhabarber beim Wachsen und den Gänseblümchen, den Tulpen, den wilden Veilchen und dem Löwenzahn beim Blühen zusehen konnte.

Die Herren Maus sind in ein italienisches Fertighaus umgezogen. Besuch und Post kamen auch schon.


3 Kommentare

Coronaklausur, Tag 50

Finnland hat 5573 bestätigte Coronafälle.

Diese Schulöffnungspläne machen mir schlechte Laune.

Ich habe heute Fährtickets auf unbestimmte Zeit umgebucht, eine Rückerstattung der Vorauszahlung für das nun doch nicht stattfindende Musiklager beantragt und, weil wir nicht selbst hinfahren können, eine Bestellung beim DM gemacht, bei der letztendlich noch was schiefgegangen ist und um die ich mich also morgen nochmal kümmern muss.

UND DAS ALLES, DAMIT UNSERE FAMILIE DANN MÖGLICHST WIRTSCHAFTLICH GÜNSTIG IN DEN FERIEN ZUM OFFENSICHTLICH NEUEN FINNISCHEN ZIEL HERDENIMMUNITÄT BEITRÄGT?!

Danke. Nein.

Aufgeheitert hat mich die Nachbarskinderschar, die sich heute mit vereinten Kräften nach Australien so tief es ging in den Sandkasten grub. Abends kurz vorm Schlafengehen rasten sie alle heim, kehrten mit Schneeschippen bewaffnet zurück und schippten lachend das Riesenloch wieder zu.


Hinterlasse einen Kommentar

Coronaklausur, Tag 48

Finnland hat 5327 bestätigte Coronafälle.

Der kleine Herr Maus sollte heute für sein Schwimmtraining eine Stunde Fahrrad fahren. Wir suchten uns schon früh vor der Schule auf der Radwegkarte eine Strecke aus, und gleich nach dem Mittagessen, denn später sollte es Regenschauer geben – dabei sind die Wettervorhersagen derzeit kein bisschen zuverlässig, und sicher nicht nur, weil die Daten aus den Flugzeugen fehlen – brachen wir auf.

Heute führte uns unsere Radtour so richtig aufs Land. Und wie so oft in letzter Zeit stellten wir fest, dass wir längst noch nicht alle schönen Plätze in der Umgebung kennen. Wir fanden zum Beispiel eine Brücke über eine uns bis dahin unbekannte Stromschnelle nur ein paar Kilometer flussaufwärts. Dort machten wir Vesperrast im Fluss.

Und als wir wieder beim weggezogenen liebsten Freund des kleinen Herrn Maus vorbeikamen und noch ein bisschen hin und her überlegten, ob wir diesmal vielleicht doch mal klingeln und winken sollten, ging auf der Terrasse schon das Fenster auf und der liebste Freund und seine Mutter winkten uns heran. Wir verbrachten vergnügliche zweieinhalb (ups!) Stunden miteinander, im Garten, mit Sicherheitsabstand: wir Mütter redend, die Jungs allerlei wilde Spiele miteinander spielend. („Du kannst ja schon mal heimfahren, ich bleib‘ noch alleine hier!“, sagte der kleine Herr Maus. Nette Idee, aber nicht bei zehn Kilometern Heimweg über Stock und Stein, liebes Kind!)

Nicht auszudenken, dieser ganze Mist hätte im November stattgefunden!

„Zwei Meter Sicherheitsabstand zwischen Personen!“
Aber nicht wegen Corona, sondern wegen Bindfädeligkeit der Brücke.


Hinterlasse einen Kommentar

Coronaklausur, Tag 37

Finnland hat 4282 bestätigte Coronafälle.

Ich hatte heute den ganzen Tag so ein Watte-im-Kopf- und Ich-möchte-einfach-nur-schlafen-Gefühl. Das war schade, denn draussen war schönstes Wetter. Die eine Birke, die immer als Erste grün wird, hat schon richtige kleine Blättchen! Die Gänseblümchen und der allererste Löwenzahn blühen! Die Vogelbeere rollt schon ihre Blütenknospen aus! (Alles mindestens drei Wochen zu früh, aber trotzdem schön.)

Nachmittags brach unter der Nachbarskinderschar Sommerferienstimmung aus: es wurde Skateboard gefahren, getrampolint, einem Hundewelpen Kunststückchen beigebracht und die erste Wasserschlacht des Jahres ausgetragen. Das Fräulein Maus half mir gleichzeitig bei der Vorbereitung einer der Fernhortaufgaben für die nächsten Tage:

Abends radelten das Fräulein Maus und ich zur befreundeten Deutschlehrerin, um Unterrichtslektüre („Tschick“) für das Fräulein Maus abzuholen. Statt wie geplant „nur kurz vorbeizufahren“ sassen wir zwei Stunden lang unter Einhaltung aller Abstandsregeln bei Saft und Kuchen mit ihr im Garten, und ja, es war schon sehr schön, nach fast sechs Wochen auch mal wieder mit jemandem anders und über andere Dinge zu reden als nur mit der eigenen Familie oder über Arbeitsangelegenheiten, und zwar ohne einen Computer dazwischen.