Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Im Arzgebirg is wahrlich schie…

Sechs Tage waren sehr kurz.

Aber immerhin. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt. Wir haben uns die Sonne auf die Nasen scheinen lassen. Wir sind über, unter und in den Wolken gewandert und sind sogar durch Schnee gestapft. Ich habe einen Besuch gemacht, der mir sehr am Herzen lag. Wir haben Schnitzel gegessen und Bratwurst und Krapfen und Zuckerwatte und Waffeln mit Schlagcreme. Wir haben uns beleuchtete Fenster angeguckt und sind abends von Pyramide zu Pyramide gefahren.

Es war so schön, wie es im Advent im Erzgebirge nur sein kann.


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Komische Dinge

„Ach so, sowas wie ein Engelsgeläut…!“
„Sooo gross?!“
„Kann man da mitfahren?“
„Stehen die das ganze Jahr da?“
„Ach da sind nicht nur Krippenfiguren drauf?!“
„Bergmänner?!“

Oder: warum es so schwer ist, zu erklären, woher das Funkeln in unser aller Augen kommt, wenn wir von der bevorstehenden Reise erzählen.

(Wir rutschen dann jetzt mal mit unseren amputierten Winterreifen vorsichtig zum Hafen und durch Schweden. )


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Urlaubsreif

Solche Wochenenden treten seltsamerweise fast ausschliesslich im November auf.

Und zwar unabhängig vom Alter der Kinder. Von Freitagabend bis Sonntagabend Gebrüll, Geheul und Gezänk schaffen auch Zehn-, Acht- und Sechsjährige noch. (Es hat auch nur mässig geholfen, dass das Fräulein Maus eigentlich den ganzen Sonnabend auf einem Wettkampf war, und dass wir gestern auf Wunsch aller in der Eisbadesauna waren.) Ein Kind musste dann gestern Abend vor der Maus ins Bett. Ein anderes sorgte dafür, dass auch keine Gute-Nacht-Geschichte gelesen wurde.

Aber als wir uns ins Bett schlichen, lagen die beiden Streithammel engumschlungen friedlich schlafend unter einer Decke. ♥

Vielleicht sind wir alle im November – wegen finster und keine Ferien seit August – einfach nur schrecklich müde und fertig. Die Aussicht auf dieses Jahr gerade mal eine Woche und drei Tage Weihnachtsferien hilft auch nicht wirklich dabei, die Zähne einfach noch ein paar Wochen zusammenzubeissen.

Wir schaffen da jetzt einfach selber Abhilfe. Und machen Adventsurlaub. In der Haamit.

Der Rektor hat auch schon gute Reise gewünscht.

Vier Wochen noch.
Augenzuunddurch.


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Weihnachtsberg, Expat-Edition

Als der kleine Herr Maus noch ziemlich klein war, berichtete er mir einmal beim Abholen aus dem Kindergarten, wie er im Wald so eine tolle Wurzel gefunden habe und alle gesagt hätten, er dürfe sie mitnehmen, aber nur, wenn er sie selbst zum Kindergarten trüge, und wie er sie dann den ganzen Weg zurück tapfer geschleppt habe. Die Wurzel stand dann lange im Gruppenraum auf dem Regal und wurde jeweils jahreszeitlich passend dekoriert. Irgendwann fanden wir sie im Fach des kleinen Herrn Maus. „Ich darf die jetzt mit nach Hause nehmen, Mama!“, hüpfte der kleine Herr Maus. Zu Hause legten wir sie aufs Küchenfensterbrett. Da liegt sie bis heute und wird jeweils jahreszeitlich passend dekoriert.

Als wir endlich die zwei grossen Kisten mit den Weihnachtssachen aus der Abstellkammer geholt hatten, bat der kleine Herr Maus darum, seine Wurzel ganz allein dekorieren zu dürfen.

Das Vorbild war nicht schwer zu erraten.

Grosse Erzgebirgssehnsucht. Bei uns allen.


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“Un wenn de Peremett siech dreht…

… is unner schennste Zeit!“

(Dieses Jahr zum ersten Mal kein Adventsheimweh. Nur Vorfreude. Vorfreude darauf, in zwei Wochen mit den Mäusekindern abends in Fenster gucken zu können, in denen Schwibbögen leuchten, in kleine Heimatmuseen mit ganz vielen Weihnachtsbergen drin zu gehen, über die Dörfer zu fahren und die Pyramiden auf den Marktplätzen anzugucken. Und Vorfreude darauf, zur Weihnachtsfriedensverkündigung wieder hier zu sein.)