Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Durchs Wasser wandern

„Nirgends kann man die geomorphologischen Veränderungen durch die Eiszeit so gut beobachten wie in Finnland.“

Das ist, wenn wir unterwegs sind, einer der meistzitierten Sätze in unserer Familie. (Aus dem Lieblingsfilm.) Gestern erst wieder. Bei der Wanderplanung stach mir der gelbe Weg mitten durch den See ins Auge. Hä?

Es stellte sich dann heraus, dass es sich dabei um einen Harju handelt, auf dem man fast anderthalb Kilometer lang zwischen zwei Seen entlangspazieren kann.

Und dann natürlich noch ein bisschen weiter durch Wald und über Felsen und an drei weiteren Seen vorbei.

Es war fürchterlich kalt und finster. Aber nach einem Kilometer hörte das Gebrüll und Gezänk der Kinder, die seit dem Aufwachen gestritten hatten, schlagartig auf. Und die ersten Schneeflocken sahen wir auch fallen.


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Wie die Vertreibung aus dem Paradies

… fühlt sich das Ende von zwei Wochen Lotterleben diesmal an.

Heute früh mittag haben wir nochmal alle Weihnachtskerzen angezündet und nochmal alle Weihnachtslieder angehört. Später waren wir dann – passend zur Tagesstimmung – im beginnenden Schneefall und schon wieder hereinbrechender Dämmerung noch beim Teufel im Wald.

Als ich nämlich im Herbst den grossen Herrn Maus vom Pfadfinderlager abholte und dabei so eine sich durch den Wald und Felder und an kleinen Ansammlungen von Häusern vorbei schlängelnde Lieblingsstrasse fuhr, kamen wir an einem Wegweiser zu einem Hiidenkirnu, einem „Teufelstopf“, vorbei. Und seitdem wollte ich da hin.

Es fing schon sehr abenteuerlich an, weil der ausgeschilderte Weg immer schmaler wurde und der kleine Herr Maus besorgt von der Rückbank fragte: „Aber wie kommen wir denn hier wieder zurück?“ und ich dann irgendwann beschloss, den Herrn Picasso jetzt und genau hier abzustellen, egal wie weit es noch bis zum Teufelstopf sei. Aber es waren dann von da noch genau zwei Wegpfeile und vielleicht dreissig Meter, und die letzten fünf Meter führten als Trampelpfad auf einen kleinen Felsen, wie sie hier überall im Wald rumliegen, und als ich oben stand und mich umguckte, wo der Pfad denn nun weitergeht oder ob man das Ding vielleicht schon sehen könnte, da musste ich plötzlich sehr lachen.

Ich stand direkt danenben.

Es gibt ja durchaus Teufelstöpfe in Finnland, die mehrere Meter breit und tief sind. Der hier eher nicht. Aber wenn man bedenkt, dass das alles nur durch schmelzendes Gletscherwasser entstanden ist und da kein Mensch nachgeholfen hat, dann ist das eigentlich beeindruckend genug.

Der Teufel war auch auf Urlaub oder im Winterschlaf oder so, denn sein Süppchen war steinhart gefroren. Wir polkten es erstmal mit vereinten Kräften aus dem Topf heraus.


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Prophylaxe

Ehe wir alle vom wochenlangen Zwei-Grad-Nieselregen-Grau noch Lagerkoller kriegen, haben wir heute kurzerhand die diesjährige Wandersaison eröffnet.

Die Herren Maus am Strand.
(Wo im Wald plötzlich runde Steine rumliegen, da war kurz nach der Eiszeit mal die Wasserlinie eines Strandes. Das ist alles sehr spannend hier mit der Landhebung.)

Hat geholfen.