Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Wochenende auf Rädern

Ich denke ja manchmal ein bisschen wehmütig an die Zeiten zurück, als sie alle noch klein waren. Aber grosse Kinder sind echt toll!

Samstag.

Mit drei grossen Kindern kann man mit dem Fahrrad nicht nur die wichtigsten Einkäufe im nächstgelegenen Einkaufszentrum erledigen – einer brauchte eine Regenjacke, eine eine Regenhose, einer einen neuen Fahrradhelm, eine neue Rollschuhe, einer kaufte sich von seinem Taschengeld ein Skateboard – sondern sogar hinterher noch den Wocheneinkauf im Supermarkt machen.

(Weil.)

Dass es im Einkaufszentrum jetzt ein Fahrradparkhaus gibt, war recht praktisch, denn es, nun ja, schneeregnete.

Sonntag.

Als ich nach dem Frühstück zu klein gewordene Rollschuhe aussortieren und die am Vortag neu erstandenen Rollschuhe in die Rollschuhkiste einräumen wollte, beschlossen der Ähämann und ich spontan, dass unsere 25 Jahre alten und in den letzten Jahren hauptsächlich von Nagetieren als Unterkunft genutzten Rollschuhe jetzt dann doch mal ausgedient haben.

Der Ähämann ergatterte das vorletzte und ich das letzte Paar in der passenden Grösse. (So ging es uns letzte Saison schon mit zwei Paar neu anzuschaffenden Skiern.)

Bei der anschliessenden Probefahrt stellten wir fest, dass wir einen weiteren Meilenstein erreicht haben: sechs Jahre, nachdem der Osterhase ihnen ihre ersten Inlineskates gebracht hat, kann man mit den Kindern richtige Touren fahren. Direkt von zu Hause aus eine Stunde am See entlangrullern, zack, 8 km!

(Es kam direkt die Frage auf, ob wir jetzt immer rullern statt wandern gehen können.)

Presseschau.

Schon bisschen älter, aber passend zum Thema: Finnlands berühmtester Inlineskater ist übrigens Sauli höchstpersönlich.


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kolmesataakahdeksankymmentä, kolmesataakahdeksankymmentäyksi

Die 380 stand vor zwei Wochen vorm Hort. Als ich losging, um die Hortkinder aus der Schule zu holen, fielen mir nur die Buchstaben des Kennzeichens ins Auge, weil es fast die gleichen waren wie die vom Löwen Balthasar. Zum Glück stand das Auto eine Dreiviertelstunde später, als wir wieder zurückkamen, immer noch da, denn da guckte ich dann auch auf die Ziffern.

Ich sah ein paar Tage später beim Hortkinderabholen auch die 382 und die 383. Aber tjanun.

Am Sonntag mussten wir dringend einkaufen. Weil wir ausserdem einen IKEA-Einkauf zu erledigen hatten – zwei neue Einlegeböden für den BücherMumintassenschrank – fuhren wir in den Supermarkt in das IKEA am nächsten gelegene Einkaufszentrum. Es war noch schlimmer als erwartet: zwar tragen jetzt wirklich fast alle Masken, aber es war unglaublich voll. Wir liefen Schlangenlinien, schmissen unsere Einkäufe in so grossen Mengen in den Einkaufswagen, dass wir hoffentlich erst am Heiligabendabend das nächste Mal einkaufen gehen müssen, und ich atmete erst im Parkhaus wieder auf. Und als wir zum Löwen Balthasar kamen, stand direkt hinter ihm eine 381!

Zu IKEA mussten wir zum Glück nicht hinein. Ich bestelle und bezahle da schon seit März nur noch online, schicke, kurz bevor ich auf dem Parkplatz ankomme, eine SMS mit der Bestellnummer und unserem Kennzeichen, und bekomme dann meinen Einkauf am ausgestreckten Arm ans Auto gereicht.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379]


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Coronaklausur, Tag 57

Finnland hat 6054 bestätigte Coronafälle.

Nachdem der Rest der Familie mit Arbeit und Schule begonnen hatte, machte ich den dringend nötigen wöchentlichen Ausflug in die Höhle des Löwen den Supermarkt.

Um die Zeit – wir experimentieren ja immer noch mit verschiedenen Läden und unterschiedlichen Zeiten – war es allerdings regelrecht angenehm: auf dem Lidl-Parkplatz standen genau drei Autos und drei Fahrräder, als ich ankam, und der eine oder andere Kunde trug sogar Maske.

Es gibt ja in Finnland noch immer keine Maskenpflicht, weil man den Nutzen von Masken erstmal untersuchen möchte. Mit Ergebnissen – den finnischen; andere gibt’s ja offensichtlich nicht schon ausreichend – wird Ende Juni gerechnet. (Finnair hat derweil eigenmächtig eine Maskenpflicht auf finnischen Flughäfen und an Bord ihrer Flugzeuge eingeführt.)

Ansonsten hat es den ganzen Tag geregnet, und so fühlte ich mich auch. Ich machte nicht nur ein sehr spätes Mittagsschläfchen, sondern ging auch direkt nach den Kindern ins Bett. Vermutlich war es aber gar nicht das Wetter, das mich so müde gemacht hat, sondern das viele Nachdenken und Planen für den Schulstart morgen. Seufz.


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Coronaklausur, Tag 25

Finnland hat 2905 bestätigte Coronafälle.

Seit wir alle immerzu zu Hause sind, sind wir gefühlt andauernd am Putzen, Waschen, Kochen, Tischdecken, Geschirrspülereinräumen, Seifenstückewechseln. Wenn wir fertig sind, müssen wir wieder von vorn anfangen. Der Aufwasch hat sich verdoppelt, die Menge an Staub hat sich verzehnfacht, die Seife löst sich von alleine auf.

Der Ähämann ging gestern Abend zum Wocheneinkauf ins Prisma. Halb zehn, da war es recht ruhig. Gelobt seien die finnischen Ladenöffnungszeiten! (Alkoholhaltige Getränke standen ja nicht auf dem Einkaufszettel.)

Ich musste heute trotzdem nochmal in den Lidl, wegen Sachen, die es nur dort gibt. Unter anderem die einzigen Brötchen, die in Finnland diesen Namen verdient haben. Wir schaufeln die am Backstand immer in unsere wiederverwendbaren Gemüsetüten, frieren sie zu Hause ein und tauen sie dann nach und nach zum Frühstück auf. Am Backstand gibt es derzeit aber nur fertig in Papiertüten gepackte zwei oder vier Brötchen. Ob ich ein paar mehr haben könnte, gleich in meinen eigenen Beutel, fragte ich einen, der gerade einräumte. Wenn ich 20 Minuten Zeit hätte, könne er mir 18 Stück aufbacken, sagte er. Fand ich nett. Ich packte den Einkaufswagen voll mit Dingen für mindestens die nächsten sieben Tage, dann bekam ich zwei meiner Stoffbeutel gereicht mit den Worten: „Vorsicht! Die sind noch ganz heiss!“

Das Fräulein Maus hat mir vorm Einkaufen übrigens schnell noch was genäht, aus einer ehemaligen Wickelunterlage und einem ehemaligen Lieblingsschlafanzug des kleinen Herrn Maus (der so geliebt war, dass er am Ende keine Knie und keine Ellenbogen mehr hatte).

Ich stehe übrigens mit meiner finnischen Blauäugigkeit einigermassen fassungslos vor den deutschen Grabenkämpfen ums Masketragen und dass in so einer Situation tatsächlich dann auch noch Abmahnanwälte aus ihren Löchern gekrochen kommen, weil jemand einen nicht erlaubten Begriff für so ein selbstgenähtes Ding benutzt.

Ähnlich fassungslos machen mich Blogs – keine, die ich – Gott bewahre! – regelmässig lese, aber ich habe in den letzten Wochen öfter hier und da rumgelesen, weil ich es schön finde, persönliche Erfahrungen zu lesen, wie das anderswo mit der Schule und den Ausgangsbeschränkungen derzeit so läuft – in denen jetzt Coronatagebücher geschrieben und hinter den Einträgen virtuelle Hüte / Kaffeekassen / Spendendosen aufgestellt werden. Noch dazu, wo diese Einträge sowieso schon mit gesponserten Links gespickt sind und aus ihnen hervorgeht, dass keiner dieser Leute zur Zeit irgendwelche umständebedingten finanziellen Einbussen hat. Was mich dabei am meisten verwundert: dass diesen Spendenaufrufen offensichtlich tatsächlich Leute nachkommen. Nur so als Anregung, wo in diesen Zeiten Spenden dringend gebraucht würden: für die Menschen in Moria, für die Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, für die vergessenen Völker in Afrika, die alle viel mehr unter Corona leiden werden als wir, die wir keine grösseren Sorgen haben als wo wir Toilettenpapier und Hefe herbekommen in diesen Zeiten und ob der Lehrplan unserer Kinder eingehalten werden wird.

Ansonsten war das ein sehr schöner fauler Tag. Der Ähämann hat uns leckere Steaks zubereitet, die wir bei 5°C – Aber Sonne! Und Windstille! – im Garten gegrillt haben. „Das riecht wie auf dem Weihnachtsmarkt!“, rief das Fräulein Maus begeistert. Und geschmeckt hat es fast noch besser. Offensichtlich hatte der Ähämann grosses Glück beim Fleischkauf, denn aus finnischem Fleisch ist ja normalerweise nicht viel Geschmack rauszuholen. Und Grillkäse und Mäusespeck gab’s auch noch. Dabei ist ja erst Karsamstag. Aber morgen soll’s regnen.


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Coronaklausur, Tag 17

Finnland hat 1615 bestätigte Coronafälle.

Der grosse Herr Maus hatte heute früh als erstes wirklich einen Mathetest, online. Der Ähämann zog für seine tägliche 9-Uhr-Videokonferenz mit den Kollegen extra ins Wohnzimmer, damit der grosse Herr Maus sich besser konzentrieren kann. War aber halb so wild, denn nach einer halben Stunde war der grosse Herr Maus schon fertig mit dem für zwei Stunden (!) angesetzten Test. „Und wie wird das kontrolliert, dass du dir dabei nicht helfen lässt? Oder einen Taschenrechner benutzt oder sowas?“, fragte ich ihn. „Sie vertraut uns, hat unsere Lehrerin gesagt“.

Ich hatte heute meinen wöchentlichen Leider-muss-ich-doch-mal-unter-Leute-Tag.

Zuerst Arbeit. Den Hortkindern vorlesen neuen Vorlesestoff aufnehmen.

Dann den Einkauf für die nächsten mindestens sieben Tage erledigen. Lidl war eine gute Entscheidung. Der ist bei Finnen eher verpönt und war dementsprechend leer an Menschen und voll an Waren. Ausserdem gingen sich fast alle höflich aus dem Weg, Kinder und Partner blieben im Auto, und der Sicherheitsabstand wurde auch hinter der Kasse noch eingehalten. Das war letzte Woche im Prisma leider komplett anders.

Ja, es schneit.

Zu Hause war miese Stimmung. Die Herren Maus hatten akuten Lagerkoller. Der grosse Herr Maus wütete, weil wir ihm untersagten, seine Freunde rauszuholen und versicherte uns, er würde es ganz sicher keine sechs Wochen mehr nur mit seinen Geschwistern aushalten. Der kleine Herr Maus weigerte sich, fürs Training den Schlafanzug auszuziehen und schloss sich dann wütend im Bad ein, weil der Ähämann schon mal alles fürs Ferntraining vorbereitete und der kleine Herr Maus befüchtete, seine Mannschaftskameraden hätten ihn jetzt doch im Schlafanzug gesehen. Später nahm er doch noch teil – in Sportklamotten – und hatte hinterher ausreichend gute Laune, um sich an seine Deutschhausaufgabe, die er gestern verweigert hatte, zu setzen. Die gute Laune hielt allerdings nur fünf Minuten an, bis ihm das Schreiben – er übt jetzt Schreibschrift, die hier ja nicht mehr gelehrt wird, und fand die Deutschhausaufgaben eine gute Gelegenheit, sie anzuwenden – zu mühselig wurde, woraufhin Heft, Stift und seine gesamte Elefantenfamilie quer durch die Wohnung flogen.

Das Fräulein Maus räumt und putzt derweil zum Zeitvertreib, und langsam frage ich mich, ob wir uns Sorgen machen müssen, wenn sie, weil sich in ihrem Zimmer kein Staubkörnchen mehr findet, anfängt, die Leihharfe von zwanzig Jahre lang angesammeltem Staub in irgendwelchen unzugänglichen Ritzen zu befreien.

Es ist für alle schwer.


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Coronaklausur, Tag 9

Finnland hat 958 bestätigte Coronafälle.

Ab morgen werden Helsinki und Umgebung, wo es die mit Abstand meisten – nämlich derzeit 617 – Coronafälle gibt, vom Rest Finnlands isoliert. Es wird Strassensperren geben und Kontrollen in den Zügen und Aus- und Einreise nur mit Passierschein. Für sehr wenige.

Aber heute schien die Sonne, in unserem Vorgarten blühen die gelben, weissen und lila Krokusse um die Wette, und der Ähämann erfuhr endlich, dass er das Geld für nicht genutzte Tage von seinem sauteuren Pendlerticket zurückerstattet bekommen kann.

Leider musste ich in den Hort um auf nicht erscheinende Kinder zu warten und hinterher einkaufen fahren.

Beides war keine Freude. Während ich im Hort herumsass, diskutierten die beste Chefin und ich telefonisch zum ungefähr hundertsten Mal die möglichen Schulschliessungsszenarien. Ich wette ja – und würde diese Lösung sowieso sehr begrüssen – auf „Schulen bleiben zu bis Sommerferienbeginn Ende Mai, dann sind Sommerferien, und im August ist dann das Schlimmste vorbei“. Eine Stunde später rief sie nochmal an, um mir mitzuteilen, der Rektor der Schule, die wir schon seit fast zwei Jahren als Ausweichquartier nutzen, solange die andere Schule renoviert wird, hätte eben angerufen und ihr mitgeteilt, dass wir ab sofort die Räume nicht mehr nutzen dürfen, weil es dort jetzt doch nachgewiesenermassen ein Schimmelproblem gibt. Hä? Jetzt? AUSGERECHNET JETZT?! Auch dafür wäre jetzt natürlich das Szenario „Schulen zu bis zu den Sommerferien“ die beste Lösung. Ich weigere mich jedenfalls, unter diesen Umständen für die letzten zwei Monate noch in irgendwelchen Übergangsumzugsaktionismus zu vefallen. Und können wir den Hort bitte endlich nur noch bei Bedarf aufmachen?!!!

Einkaufen war ebenfalls doof. „Voll“ hat ja hier durchaus eine andere Bedeutung als in Mitteleuropa, aber es war eben… voll. Das ganze riesige Prisma mitten am Nachmittag so voll, dass das mit dem Abstandhalten teilweise wirklich schwierig war. Und wie das mit dem Abstandhalten geht, wissen die Leute, denen man im Wald begegnet, alle ausnahmslos besser als die, die heute einkaufen waren. Entweder gehe ich in den nächsten Wochen nur noch abends um zehn einkaufen, oder nur noch in den Lidl. (Ausserdem war sämtliche Fazer-Schokolade ausverkauft, und andere esse ich ja seit 20 Jahren nicht mehr.) Grmpf.

Als ich heimkam, konnte ich noch ein bisschen beim Muttersprachunterricht der Herren Maus – sie sassen übrigens jeder in ihrem eigenen Zimmer vor ihrem eigenen Tablet statt gemeinsam vor einem – zuhören, in der es heute um Märchen und die Gebrüder Grimm ging. Schule ist täglich eine Freude. Echt jetzt.

Ich bin immer noch jeden Abend hundemüde, aber das Fräulein Maus berichtete mir beim Gute-Nacht-Sagen fröhlich, sie habe jetzt endlich Routine mit dem Fernunterricht und er stresse sie gar nicht mehr wie noch am Anfang. Und morgen hat sie erst um neun Schule und wir können alle zusammen bis kurz nach acht schlafen. Jeeee!


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Coronaklausur, Tag 5

Finnland hat 626 bestätigte Coronafälle.

„Können wir heute wieder da bei der Sprungschanze wandern gehen? Aber diesmal die lange Runde?“, fragte der kleine Herr Maus.

Ich war dafür. Aber der Rest der Familie hatte andere Pläne und keine Lust. Und so ging ich mit dem kleinen Herrn Maus alleine. Und obwohl wir sonst, wann immer es geht, Dinge mit der ganzen Familie unternehmen, hat mir das nach der letzten Woche echt gutgetan, mal nicht pausenlos reden zu müssen und kein aus den geringsten Anlässen aufflammendes geschwisterliches Gezeter hören zu müssen. Und das Wetter und der Wanderweg waren sowieso ausnehmend schön.

Hinterher erledigte ich noch unseren Wochengrosseinkauf im auf dem Rückweg gelegenen Lidl. Es fällt uns nicht schwer, die Zahl unserer Supermarktbesuche auf höchstens einen pro Woche zu verringern, weil wir das eigentlich schon immer so machen. Neu ist, dass wirklich nur noch einer von uns den Laden betritt. Der kleine Herr Maus blieb im Auto sitzen. Im Lidl war es gespenstisch still, obwohl durchaus ein paar Kunden da waren, aber ich hatte das Gefühl, dass auch andere nur allein einkaufen waren und deswegen keiner mit irgendjemandem geredet hat. Ansonsten ist von Hamsterkäufen eigentlich nichts mehr zu merken – okay, das Regal mit dem abgepackten Brot war leer, aber das ist es sonntags eigentlich immer – aber wir haben hier nicht nur Nudeln und Öl und Klopapier, sondern auch Mehl. In 2kg-Packungen.


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kolmesataakolmekymmentä

Montags fahre ich fast immer mit dem Auto auf Arbeit. Erstens, weil wir montagabends oft fliegende Auto- und Kinderübergabe machen müssen, und zweitens, weil ich da immer für den Hort einkaufen gehe (diese Woche: Erde, Ostergras ein halbes Kilo Grassamen, Bleistifte, Handdesinfektionsmittel und Einmalhandschuhe für die Essenszubereitung)und dafür in Finnlands einst grössten Supermarkt fahren muss, der die Rechnung direkt an die Deutsche Gemeinde schickt.

Vom Supermarkt zur Arbeit fahre ich am Fluss entlang, da stand am Montag vor drei Wochen schon die 329, und diese Woche stand da die 330. Wenn dann bitte nächsten Montag gegen 11 jemand seine 331 gegenüber vom Theater parken könnte?!

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kaksisataakuusikymmentäkolme

Das Auto vor mir scherte aus der Linksabbiegerspur gleich wieder aus. Ich hatte eigentlich den gleichen Impuls, als ich den völlig überfüllten Supermarktplatz sah, aber versprochen ist versprochen: die Kinder hatten sich Mämmi gewünscht, und ich hatte es beim letzten Einkauf vergessen, und was man nicht im Kopf hat… tja nun.

Bevor ich in den Supermarktparkplatz einbog, musste ich aber erst noch eine 263 vorbeilassen. Und dann fand ich einen sehr günstig gelegenen Parkplatz, und es war nicht nur das Mämmi in grossen Mengen gleich ganz vorn in den Tiefkühltruhen aufgestapelt, sondern auch die dazugehörige Vanillesosse gleich obendrauf gestellt, so dass ich mich nicht mal erst in die Milchabteilung durchkämpfen musste, und dank Selbstbedienungskasse war ich nach insgesamt zwei Minuten fertig mit meinem Ostereinkauf.

Grund für das „Es gibt nie wieder etwas zu essen“-Hamstergehabe gibt es übrigens nicht. Seit letztem Jahr gibt es hier gar keine gesetztlich vorgeschriebenen Ladenschlusszeiten mehr, und seitdem haben die Läden dauernd auf: nicht nur abends bis um neun oder zehn, sondern auch an sämtlichen Feiertagen, ausser an Juhannus und am ersten Weihnachtsfeiertag.

Was sich nicht geändert hat, sind die Alkoholverkaufszeiten. Der ALKO hat sonn- und feiertags, wie immer schon, geschlossen. Und worauf ich vor dreizehn Jahren das erste Mal reingefallen bin, das passiert uns immer noch: Neulich lieferte der Ähämann das Fräulein Maus in aller Herrgottsfrühe zum Wettkampf in der Turnhalle ab und erledigte auf dem Rückweg gleich einen grösseren Einkauf. Nur die zwei Dosen Weizenbier, die musste er an der Kasse zurücklassen. Es war noch vor um neun.

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