Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Dass es von der 426 bis zur 427 einen ganzen Monat gedauert hat, lag vielleicht vor allem daran, dass wir zur Zeit hauptsächlich Bus fahren.

Auf den Radwegen liegen immer noch dezimeterdicke Eisschichten mit tiefen, tageweise abwechselnd matschigen und gefrorenen Spurrillen, die das Radfahren auf Arbeit und zur Schule unmöglich machen. Und am Wochenende versuchen wir, so oft es geht, den Bus statt des Autos zu nehmen. (Gerade jetzt, wo wir alle Monatskarten haben und der Liter Benzin knapp zwei Euro kostet, lohnt sich das sogar finanziell. Nicht nur aus Klimaschutzgründen.)

Letzten Samstag fuhren wir mit dem Bus zum Skifahren. Das Fräulein Maus verbrachte das Wochenende bei einer Freundin. Wir brachten sie hin, stiegen an der benachbarten Loipe auf unsere Skier, fuhren 10 km von einem Turkuer Vorort zum nächsten und stiegen am Ende in einen anderen Bus ein, der uns wieder nach Hause brachte. (Sowas geht ja mit dem Auto auch nicht.)

Vorgestern besuchten wir nach über zwei Jahren zum ersten Mal alle gemeinsam wieder eine Schwimmhalle. Der angekündigte Schnee fiel den ganzen Tag als Schneeregen vom Himmel, und als ich beim Frühstück mit einem Blick auf das Elend seufzend sagte: „Das wäre so ein Tag, an dem man normalerweise in ein Museum oder die Schwimmhalle gehen würde“, da riefen die Herren Maus mit leuchtenden Augen: „Schwimmhalle! Lass uns bitte in die Schwimmhalle gehen!“. Und naja, manchmal kann mich Corona auch mal.

Wir waren schon – alte Gewohnheit – halb auf dem Weg zum Auto, als uns einfiel, dass wir genausogut mit dem Bus hinfahren könnten. Die Herren Maus schafften es trotzdem noch locker bis zur Öffnung des Sprungturms und hüpften dann eine halbe Stunde lang unerschrocken vom Siebeneinhalb- und Zehnmeter-Turm. Dann wechselten sie in das Schwimmbecken mit dem Wasserspielzeug, und der Ähämann und ich schwammen ein bisschen. Zwischendurch gingen wir so drei oder viermal in die Sauna zum Wiederaufwärmen. Die Schwimmhalle war vergleichsweise leer, dafür konnten wir der finnischen Unterwasser-Rugby-Nationalmannschaft beim Trainieren im Sprungbecken zugucken. Was es nicht alles gibt!

Gestern war der Schneeregen endlich in Schnee übergegangen. Zum Skifahren war es aber noch zu matschig, so dass wir taten, was wir immer im Winter tun, wenn nichts anderes möglich ist: wir gingen Eisbaden. Obwohl der Bus auf die Hausinsel nur einmal in der Stunde fährt – was uns bisher davon abgehalten hatte, den Bus zu nehmen – sind sowohl Umsteigezeit als auch die Zeit, die einem zum Saunieren und Schwimmen und Wiederanziehen bleibt, ziemlich optimal. (Und man kann ja nicht immer das Fahrrad nehmen.) Das grosse, gelbe Auto zu nehmen war auch deshalb praktisch, weil wir einfach einsteigen konnten, statt Balthasar erstmal ausgraben zu müssen, nachdem Valtteri durchgezogen war.

Allüberall waren Schneepflüge unterwegs – bis in unseren Vorort hat es allerdings bis jetzt noch keiner geschafft – und hinter den drei LKWs mit den Schneeschaufeln vorne dran und den riesigen Salztanks (ja, diese Unsitte hat leider auch in Turku Einzug gehalten) hintendrauf, die immer im Verbund über die Hauptverkehrsstrassen ziehen, musste nicht nur unser Bus langsam herfahren, sondern auch eine 427.

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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 3: Riga-Šiauliai

Seit pandemiebedingt überall so wenige Touristen sind und Ferienwohnungen in Hülle und Fülle und zu annehmbaren Preisen verfügbar, bucht der Ähämann unsere Unterkünfte nach Ausblick.

Als wir aufwachten, guckten wir auf blauen Himmel, Hansehäuser und den Rigaer Dom. Vom Küchenfenster auf die Petrikirche. Und für den kleinen Herrn Maus, unseren Flaggenfan, wehte hier und dort gut sichtbar die eine oder andere lettische Flagge.

Architektonischer Fakt am Rande: genau so, wie der Turm des Rigaer Doms, würde der Turm des Turkuer Doms auch aussehen, wenn er nicht beim Grossbrand 1827 abgebrannt wäre und von Herrn Engel einen moderneren verpasst bekommen hätte.

Der Plan für den Tag war: die Rucksäcke in Schliessfächer am Bahnhof bringen, die beeindruckenden Rigaer Markthallen zwecks weiterer Reiseproviantbeschaffung aufsuchen, ein bisschen kreuz und quer durch Riga laufen, gut essen gehen und abends den nächsten Zug besteigen.

Auf dem Weg zu den Markthallen hatten wir aber alle plötzlich keine Lust mehr auf den Umweg über den Bahnhof und uns an Tag drei auch irgendwie schon an die Last auf dem Rücken gewöhnt, und so behielten wir die Rucksäcke einfach auf. Am Rest des Planes allerdings hielten wir fest.

Symbolbild Markthallenbesuch. Nein, zersägte Klumpen Fleisch haben wir nicht gekauft. Auch die halben Schweinsköpfe, riesigen Rinderzungen, Schweineherzen und Rinderlebern liessen wir schaudernd, aber staunend – „So gross sind die?“ – liegen.

Den Rest des Tages liefen wir durch ein sonnenbeschienenes, herbstgelbes, touristenleeres Riga. So schön!

Diesmal statteten wir auch Milda, die hoch oben auf dem Freiheitsdenkmal steht, einen Besuch ab. Milda ziert auch die lettischen Euromünzen, und ab jetzt – endlich! – werde ich lettische und litauische Münzen nie mehr verwechseln.

Das Freiheitsdenkmal wurde 1935, zu Zeiten der ersten Unabhängigkeit Lettlands, errichtet und hat wundersamerweise die Zeit der sowjetischen Besatzung überlebt. Dass die drei Sterne, die Milda in die Höhe hält und die drei Regionen Lettlands verkörpern sollen, in dieser Zeit offiziell zu Sowjetsternen und einem Symbol des Zusammenhalts der drei baltischen Sowjetrepubliken umgedeutet wurden, scheint mir ein recht geringer Preis dafür.

In Riga kamen zum ersten Mal überhaupt unsere vier Impf-QR-Codes zum Einsatz. Die Letten nennen es Covidpass, wie verwirrenderweise auch das lettische Covid-Einreiseformular heisst, für dessen korrektes Ausfüllen man ebenfalls einen QR-Code bekommt. Nachdem wir aus einer Bäckerei mehr oder weniger unfreundlich wieder rausgeschmissen worden waren, nachdem wir auf die Aufforderung „Covidpass!“ den Einreise-QR-Code gezeigt hatten, der aber logischerweise für die Coronapass-App der Bäckerei nicht lesbar gewesen war, ging uns auf, dass man eigentlich unsere Impfbescheinigung hatte sehen wollen.

(Lacht ruhig, wir kommen aus Finnland…!)

Ich fand es jedenfalls nach anderthalb Jahren Eigenverantwortung und Risiken-selbst-abschätzen sofort total beruhigend; schliesslich haben wir ja auch immer noch ein ungeimpftes Kind dabei. Noch beeindruckender fand ich, dass unsere finnischen Codes in der deutschen Corona-App – fragt nicht; ich glaube, ich erzähle dazu am letzten Reisetag was – mit der lettischen Impfpass-Lese-App der Kellnerin reibungslos zusammenarbeiteten. Sagte ich schon, dass EU toll ist?!

Hinterher noch kurzer Supermarktbesuch zur Vervollständigung des Reiseproviants.

Während sich, wenn wir mit dem Auto reisen, jeden Tag mehr Lebensmittel und angebrochene Lebensmittelpackungen ansammeln, waren wir als Rucksacktouristen diesmal wirklich diszipliniert (und hatten trotzdem nicht das Gefühl, auf irgendwas verzichten zu müssen). Wir kauften jeweils nur eine Halbliter-Milchpackung, die garantiert nach dem nächsten Frühstück leer wäre, nur eine Flasche Bier, nur einen Liter Saft, Kaffeesahne in Minipäckchen (die wir allerdings in des Fräulein Maus  ehemalige „250-ml- Vollmilch-in-die-Schule-transportier-Thermosflasche“ umfüllten), nur eine Sorte Käse, möglichst ein Brot, das sich sowohl für Abendbrot als auch für Frühstück eignet, den einen Milchreis, den das Fräulein Maus wollte, den einen Apfel, den sich der kleine Herr Maus wünschte. Wir zogen abends mit leichtem Gepäck in unsere Ferienwohnungen ein und am nächsten Morgen mit noch leichterem Gepäck wieder aus.

(Bis zur Rückreise jedenfalls. Da mussten wir uns leider schon mehrere Tage vor Heimkehr die Rucksäcke mit lettischem Bier, lettischem Apfelblütenhonig und estnischer Rhabarberlimonade vollladen.)

Abends halb acht bestiegen wir den nächsten Zug.

Normalerweise – ohne Pandemie und Flüchtlingskrise an der weissrussischen Grenze – könnte man mit der ukrainischen Bahn von Riga über Vilnius und Minsk bis nach Kiew fahren. Zur Zeit aber bleibt einem zwischen Riga und Vilnius eigentlich nur der Bus.

Eigentlich. Denn der Ähämann hattet uns zumindest für die Hinreise eine Reisemöglichkeit aufgetan, die möglichst viel – wenn auch nicht ausschliessliches – Zugfahren beinhaltete, dafür mit einer zusätzlichen Übernachtung in Šiauliai, einer Industriestadt im Norden Litauens, von der noch nie jemand etwas gehört hat, die aber einen für unsere Reisepläne äusserst wichtigen Bahnhof besitzt, verbunden war.

Šiauli.. was? Šiauliai. Hihi. Šiauliai! Wir alle fanden den Namen schon Wochen vor der Reise so toll, dass der kleine Herr Maus, wann immer ihn die Vorfreude übermannte, „Šiauliai!“ ausrief, woraufhin wir anderen bekräftigend, ebenfalls voller Vorfreude, „Šiauliai!!!“ antworteten. „Šiauliai!“ wurde gewissermassen zum Motto unserer Reise.

Zunächst fuhren wir mit einem weiteren lila-gelben Rumpelzug, diesmal elektrisch, ins südlettische Jelgava.

Während der Zug zwischen Valga und Riga offensichtlich irgendwann in den letzten 30 Jahren innen mal modernisiert und mit deutschen (!) Reisebussitzen ausgestatt wurde, fährt man zwischen Riga und Jelgava HolzKunstlederklasse. Sollte uns recht sein. Die lettischen Züge waren mit Abstand die coolsten. Und billigsten: wir bezahlten 1,89 € pro Person. Dafür bekommt man anderswo ja nicht mal mehr ein Strassenbahnticket!

Ein bisschen schade war, dass es schon wieder dunkel war, als wir über die grosse, eiserne Eisenbahnbrücke über die unglaublich breite Daugava rollten, die ja quasi den Anstoss zu dieser Reise gegeben hatte, und dass wir auch sonst nicht viel von der Landschaft sahen.

Nach einer Dreiviertelstunde kamen wir in Jelgava an, wo wir erst eine halbe Stunde in der Bahnhofshalle absassen und dann eine Viertelstunde bibbernd und ein bisschen aufgeregt mutterseelenallein auf dem Bahnhofsvorplatz standen und auf den Flixbus warteten, der uns hoffentlich wirklich da abholen würde. (Dass sich der Ähämann die Flixbus-App heruntergeladen hatte und wir in Echtzeit sehen konnten, wo sich der Bus gerade befand, war tatsächlich recht beruhigend.) Der Bus kam dann auf die Minute pünktlich aus dem mittlerweile schon sehr weit entfernten Tallinn und schaukelte uns eine reichliche Stunde über schnurgerade zunächst lettische, bald litauische Landstrasse von Jelgava nach Šiauliai. (Zwischendurch gab es noch einen Tankstopp, bei dem der Busfahrer knapp 200 Liter Diesel in den Bustank gluckern liess.) Wir waren nicht nur die einzigen, die in Jelgava in den Bus einstiegen, sondern auch die einzigen, die in Šiauliai wieder ausstiegen. Dann fuhr der Bus Richtung Warschau, wo er 17 Stunden nach Abfahrt in Tallinn ankommen würde, in die Nacht davon.  Ich musste an die Ukrainerin denken, die in meinem Jahr in Bielefeld im gleichen Studentenwohnheim gewohnt hatte und vom Jahnplatz aus mit dem Bus nach Kiew fuhr, wenn sie ihre Familie besuchen wollte.

Halb elf jedenfalls kamen wir in Šiauliai an, wo buchstäblich schon die Bürgersteige hochgeklappt waren, liefen die paar hundert Meter zu unserem gebuchten Apartment und freuten uns einmal mehr, dass es heutzutage Türcodes und Schlüsseltresore gibt und man sich nicht mehr zu nachtschlafener Zeit mit einem Vermieter oder einer Vermieterin verabreden muss.

Im Bad wurde mir ganz sentimental zumute: da hing ein Tatramat! Ich fühlte mich sofort an den Lieblingsurlaubsort meiner Kindheit zurückversetzt: dort hatte das Vorvorvorgängermodell im Bad gehangen und gerade so viel Wasser erhitzt, dass es für zweieinhalb kurze Duschen reichte.

Ausserdem: mitternächtliche Maskenkocherei. Was muss, das muss.

Bevor wir in unsere – angesichts der Nicht-Touristigkeit des Ortes superbilligen – Betten sanken, murmelte der grosse Herr Maus noch: „Eigentlich ist ja morgen erst der erste richtige Ferientag.“ Und wir alle nickten müde, aber glücklich und dachten: „Und was wir schon alles erlebt haben…!“

***
Tag 1: Turku-Tallinn
Tag 2: Tallinn-Riga


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neljäsataakolmetoista

Dankenswerterweise ist hier seit Schulbeginn bisher nur von Montag bis Freitag Herbst, an den Wochenenden aber noch Sommer.

Am Samstag gingen wir in unsere Statt-Mökki-Sauna, die noch bis Mitte September aufhat. Nach jedem Saunagang, wenn wir hinterher auf dem Steg oder den Saunastufen in der Sonne sassen, flogen Libellen träge um uns herum und landeten mal auf der Hand, mal auf der Schulter, mal auf den Haaren. Nur nicht rühren: Bleib noch sitzen, Libelle! Bleib noch, Sommer!

Als wir heimfuhren, überholten wir an einer Haltestelle einen der 65 neuen Elektrobusse, mit denen unter Anderem die beiden längsten Stadtbuslinien der Turkuer Nahverkehrsgesellschaft seit diesem Sommer betrieben werden, und schwupps, hatten wir einen Plan für Sonntag: mit dem Elektrobus nach Naantali fahren, ein bisschen am Meer entlangspazieren, was essen gehen, vielleicht auch – „Mama! Dafür sind wir doch nicht zu alt!“ – kurz auf den Spielplatz, auf dem wir früher, als die Kinder klein waren, viele, viele Wochenendstunden zugebracht haben. Wie so Finnen hatten wir Ende August keine Badesachen mehr dabei, aber die Herren Maus gingen kurzentschlossen mit Unterhose in die nur noch 17 Grad warme Ostsee, denn jeder Tag kann jetzt der letzte Sommertag gewesen sein, und man muss die Feste feiern wie sie fallen.

Oh, die Rutsche ist geschrumpft…!

Andere Buslinie, anderer Heimweg: der zu jeder Jahreszeit bei weitem schönste.

Kennzeichenmässig war der Ausflug auch erfolgreich, denn gleich an der Haltestelle, zu der wir von zu Hause aus liefen, um dann ohne Umsteigen bis Naantali durchfahren zu können, kam eine 413 vorbeigefahren.

Busfahren fühlt sich übrigens auch mit grossen Kindern noch viel entspannter an als Autofahren. Und obwohl der Doppelstockbus ja schon cool war, bin ich nicht traurig, dass nun stattdessen die Wahl doch auf mittelgrosse Elektrobusse gefallen ist. Im Gegenteil. Man darf allerdings gespannt sein, wie sich die chinesischen Busse bewähren. Die chinesischen (Diesel-)busse, die ein paar Jahre lang auf unserer Linie fuhren und dann von einem Tag auf den anderen aus dem Verkehr gezogen wurden, mussten jedenfalls von der ersten Woche an mit Klebeband, Holzbrettchen und Schrauben an allen möglichen Stellen am Auseinanderfallen gehindert werden, und sie waren rumpelig und im Winter saukalt. Andererseits habe ich auch schon eine halbe Stunde, auf die ich mich besonders gefreut und für die ich extra ein Buch mitgenommen hatte, in einem eiskalten und finsteren Elektrobus aus finnischer Produktion gesessen, weil dessen Akku fast alle war. Es ist viel Luft nach oben.

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Endlich!

Doppelt geimpft!

Theoretisch hätte ich mich über den Arbeitsarzt schon vor zwei Wochen impfen lassen können. Praktisch weigerten sie sich, mir die zweite Impfung zu geben, weil ich die erste nicht vom Arbeitsarzt, sondern von der Stadt Turku bekommen hatte. Ich erwähne das nur, weil sich hartnäckig das Gerücht hält, bei Privatärzten – ob nun selbst oder vom Arbeitgeber bezahlt – wäre man besser dran als bei den öffentlich-rechtlichen. Von wegen!

Wir waren übrigens die ersten, die im neuen Turkuer Impfzentrum geimpft wurden, und anders als ins Messezentrum kommt man da prima mit dem Bus hin; wir konnten mit unserer Linie sogar durchfahren, und weil sich der Ähämann den Impftermin per Fahrrad nicht zutraute, fuhren wir diesmal Bus. Dass es vor dem neuen Impfzentrum zu wenig Parkplätze gibt und es deshalb schon am Montagnachmittag zu chaotischen Zuständen kam, hat es dann auch gleich bis in die Nachrichten geschafft. Wahrscheinlich lassen die Leute ihre Autos erst stehen, wenn sie in diesen Breiten in ein paar Jahrzehnten vor Kälte nicht mehr anspringen.


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kolmesataakuusikymmentäkolme

So sehr ich bis zuletzt noch auf wenigstens ein, zwei Tage Winter und wenigstens eine einzige, klitzekleine Skitour gehofft hatte – nach den „Ski“ferien, nach insgesamt dreieinhalb Monaten November, hatte ich abgeschlossen mit dem diesjährigen Winter. Dann eben nicht.

Ironischerweise war dann die letzte Woche die, in der es zum ersten Mal dieses Jahr tatsächlich ein bisschen winterlich war. März. (Obgleich ohne Schnee.) Und ich wusste gar nicht, dass mich diese Sonne und diese eiskalten Morgen auch ohne Schnee und obwohl wir nun alle schon auf den Frühling warten, so glücklich machen können.

Am Dienstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem grossen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Bus, weil es dem grossen Herrn Maus bei -8°C zu kalt war zum Fahrradfahren und ich mit meiner laufenden Nase auch lieber warten wollte, bis es ein paar Stunden später, als ich zur Arbeit musste, ein bisschen wärmer geworden war. Dann fuhren der grosse Herr Maus zur Schule und ich zurück nach Hause, und während wir auf den Bus warteten, kam eine 363 gefahren.

Am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem kleinen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Fahrrad, weil der kleine Herr Maus immer Fahrrad fahren will, auch bei -10°C. Ich fuhr übrigens Sommerfahrrad, weil es zwar eisig kalt, aber ansonsten völlig trocken und eisfrei auf den Strassen war.

Beide Male schien schon die Sonne, als wir das Haus um halb acht verliessen. Und während ich mich vor den Skiferien ganz unbändig gefreut hatte, dass, als ich Freitagabend um fünf die Horttür hinter mir zuzog, die Sonne hellorange gerade noch so über der Hafenausfahrt hing, scheint sie jetzt, nur zwei Wochen später, schon wieder eine ganze Stunde länger.

Am Donnerstag fuhr ich mit dem Auto auf Arbeit und sammelte um fünf den Ähämann am Bahnhof, den grossen und den kleinen Herrn Maus vom Deutschunterricht und das Fräulein Maus im Stadtzentrum ein, um mit ihnen in die Sauna auf der hintersten Spitze der Hausinsel zu fahren. Es war perfektes Wetter für ein kurzes Bad im Meer.

Die Sonne schien noch eine halbe Stunde, der eisige Nordwind, der uns die ganze Woche gequält hatte, hatte sich endlich gelegt, die Ostsee schaukelte ein paar hauchdünne Eisschollen und schwappte mit kleinen, glucksenden Sommerwellen auf den Strand, und der Himmel färbte sich erst orange und dann dunkelblau. In der Ferne zogen beide Schwedenfähren vorbei, und die Möwen gaben noch eine Flugshow vorm Schlafengehen.

Als wir heimfuhren, fuhren wir lange Zeit neben der hochhaushohen Grace her, die wie eine Erdölraffinerie hinter dem schmalen Stück Wald zwischen Strasse und Meer herausleuchtete.

Gestern fiel den ganzen Tag weisses, nasses Gelumpe vom Himmel und legte sich wie eine schwere, tropfende Decke auf Dächer, Wiesen und Bäume. Heute ist alles wieder verschwunden, es weht ein laues Lüftchen und die Vögel zwitschern. Kannst ruhig kommen, Frühling!

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Skiferien 2020, Tag 3

Am dritten Ferientag fuhren wir 165 km nach Norden.
Obwohl dort auch kein Schnee liegt.

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Busfahren.

Busse sind in Finnland ein viel wichtigeres Transportmittel als die Eisenbahn. In meinem ersten halben Jahr in Finnland fuhr ich nur Bus. Weil es nicht anders ging – von der Forschungsstation im mittelfinnischen Nirgendwo in die nächstgelegene 60 km entfernte Stadt oder am Wochenende zu meiner finnischen Gastfamilie in den nächstgrösseren Ort – aber auch, weil es die preiswerteste Möglichkeit für weitere Reisen war, denn Studenten zahlten nur den halben Fahrpreis. Unvergessen die fünf Stunden Busfahrt von Rovaniemi nach Inari über vereiste Strassen und durch dick verschneite Wälder, die ich mit dem Ähämann gleich nach dem Milleniumsjahreswechsel machte, weil wir wissen wollten, wie es ist, wenn die Sonne den ganzen Tag nicht aufgeht. In Sodankylä und in Ivalo konnte man aussteigen, sich die Beine vertreten, einen Kaffee trinken und seinen Reiseproviant im Supermarkt aufstocken, während der Busfahrer Briefe und Pakete ein- und auslud. Sonst hielt der Bus alle halbe Stunde irgendwo an der Strasse, jemand stieg aus und verschwand irgendwohin in die Nacht.

Der Turkuer Busbahnhof.
Offenbar haben die Turker ein Faible für runde öffentliche Gebäude. Die furchtbare Akustik stört nicht, da der Turkuer ja nicht redet.

Seit wir in Turku wohnen, bin ich nur noch alle paar Jahre mal Überlandbus gefahren. Wir wohnen hier an zwei wichtigen Zugstrecken, und Zugfahren ist ja sowieso schöner, erst recht mit kleinen Kindern. Und ohne Studentenrabatt ist Busfahren auch nur noch unwesentlich preiswerter als Zugfahren. Also normalerweise. Als ich vor ein paar Wochen wie im letzten Jahr Zugtickets nach Tampere kaufen wollte, gab es keine Spartickets, und nach einiger Rumprobierei mit verschiedenen Daten hatte ich herausgefunden, dass es offensichtlich in der Skiferienwoche überhaupt keine Spartickets gibt. Tja, und so fuhren wir seit langer Zeit mal wieder Bus. Onnibus, weil oben in der ersten Reihe zu sitzen fast so schön ist wie Zugfahren. Zwar ist der Onnibus nicht mehr ganz so preiswert wie in den ersten Jahren, aber dafür muss man jetzt nicht mehr um die besten Plätze rennen, denn wie bei der Bahn gehört eine Sitzplatzreservierung jetzt zum Fahrpreis. Für die Plätze in der ersten Reihe zahlt man zwar einen kleinen Aufpreis, aber das war es uns wert, und ausserdem war der Fahrpreis für uns auch damit immer noch nicht mal halb so teuer wie die Zugtickets gewesen wären, und so schaukelten wir zwei Stunden mit bester Aussicht über die Landstrasse – dem Ähämann hinterher, der dreieinhalb Stunden früher schon mit seinem Monatsticket einen Zug nach Tampere bestiegen hatte.

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Zeitverbringdings.

Weil es regnete und wir nach einem späten Mittagessen mit dem Ähämann noch ein bisschen Zeit rumzubringen hatten, während der Ähämann noch ein bisschen arbeiten musste, gingen wir ins Arbeitermuseum. Das ist perfekt für solche Gelegenheiten, denn der Eintritt ist kostenlos und man kann da auch für eine halbe Stunde hingehen. Das Museum befindet sich in einem Teil der ehemaligen Finlayson-Baumwollspinnerei, und man kann dort zum Beispiel Helene und Marie besuchen, zwei Schweizer Dampfmaschinen, die seinerzeit ein gewaltiges Schwungrad und damit alle Maschinen in der Fabrik antrieben. Oder sich ein kleines Stadtmuseum angucken. Oder eine Ausstellung über die jüngere finnische Geschichte seit der Unabhängigkeit. Wir waren am Ende jedenfalls wieder viel länger dort als geplant.

***

Geschichtsunterricht.

Für mich am beeindruckendsten war diesmal eine kleine, unscheinbare Sonderausstellung mit Fotos vom Baltischen Weg. Am 23. August 1989, genau 50 Jahre nach dem Hitler-Stalin-Pakt, fanden sich über eine Million Lithauer, Letten und Esten zu einer 600 km langen Menschenkette, die lückenlos über alle drei baltischen Staaten reichte, zusammen, um für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren.

Ich hatte davon noch nie vorher gehört. Alle Welt guckte damals ja nach Ungarn. Und nach Berlin.

Man lernt nie aus.

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Gesunde Ernährung.

Abendbrot im Waffelcafé.


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„Warum London…

… wir haben ja Föli!“

Das traf sich gut.

Das Thüringer Besuchskind, das dank neuem Feiertag ein langes Wochenende bei uns verbrachte, wäre ja lieber wieder Linie 180 mit uns gefahren. Die hat aber leider schon Winterpause.

Stattdessen fährt zur Zeit auf den zwei längsten Linien der Stadt zu Testzwecken ein Doppelstockbus. Anders als damals, als in meiner Geburtsstadt die erste Variobahn und das erste Megashuttle fuhren und man eben Glück hatte oder nicht, finden sich auf der Website des Turkuer Nahverkehrsunternehmens netterweise die genauen Abfahrtszeiten dieses einzigen Doppelstockbusses.

Und so machten wir am Sonnabend einen Ausflug nach Naantali, wohin man ja sowieso tunlichst ausserhalb der Saison fährt.

Wir statteten dem Spielplatz, auf dem wir früher viele, viele Wochenendstunden verbracht haben, mal wieder einen Besuch ab, weil gerade ein Segelwettbewerb stattfand, hatte sogar noch ein Restaurant geöffnet, und ein paar schon halbreife Kastanien fanden wir auch im Park.

Auf der Rückfahrt klappte es sogar mit Sitzen in der ersten Reihe.

Und weil, wie das so ist in Finnland, abends dann auch endlich die Sonne rauskam, stiegen wir nicht erst noch in unsere Buslinie um, sondern nahmen den den allerschönsten Weg nach Hause.

Kinder sind so leicht glücklich zu machen.
(Manche Erwachsene auch.)


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Autofreier Geburtstagsausflug

Letztes Jahr konnte man ja – noch als Testprojekt – während der Sommerferien mit dem Stadtbus in den 30 km entfernten Nationalpark fahren. Seit diesem Jahr kann man das während des gesamten Sommerfahrplans von Ende April bis Ende September tun, und zwar jeden Tag; am Wochenende noch komfortabler als unter der Woche, da fahren die Busse jede Stunde von 8 bis 19 Uhr.

Ich finde das Projekt grossartig und wollte eigentlich gleich im April die erste Busfahrt ins Moor machen, spätestens in den Sommerferien mit den Kindern hinfahren… aber wie das so ist, war natürlich immer irgendwas anderes. Aber im Spätsommer ist es dort sowieso am schönsten, und als dann noch die Wettervorhersage recht gut aussah, wünschte ich mir den Ausflug einfach zum Geburtstag.

Die liebste Freundin, mit der ich vor elf Jahren das letzte Mal einen Geburtstag verbracht hatte, kam auch mit. Sie war nämlich diese Woche auf Tagung in Turku, und unsere Zeitpläne erlaubten es immerhin, dass wir uns zweimal abends, einmal zu einem zweiten Frühstück und fast den ganzen Sonnabend sehen konnten. Apropos: wenn Ökologen eine Tagung organisieren, dann gibt es plastikfreie Namensschilder, Tagungsbeutel, die in einer Behindertenwerkstatt aus recycelten Stoffen genährt wurden, das Programm nur noch digital und für alle über 1000 Teilnehmer auch in den Kaffeepausen immer richtige Tassen statt Wegwerfbechern. (Unter anderem.) Und passenderweise durften die Tagungsteilnehmer alle kostenlos Bus fahren in Turku.

Der grosse Herr Maus macht Hausaufgaben: ein digitales Herbarium erstellen.
(Mit seinem Schul-iPad, das in Turku alle Viertklässler bis zum Ende ihrer Grundschulzeit zur Verfügung gestellt bekommmen.)

Ursprünglich wollten wir einen ganz anderen Geburtstagsausflug machen, aber weil ich mir den auch autofrei gewünscht hatte, wäre er, weil wir ein bisschen zu lange darüber nachgedacht hatten, ziemlich teuer geworden. In zwei Wochen darf ich dann nochmal einen Geburtstagsausflug machen!


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kolmesataaneljäkymmentäseitsemän

Entgegen der derzeit allgegenwärtigen Werbung muss man ja hierzulande für das neue Schuljahr eigentlich überhaupt nichts vorbereiten: keine Hefte, Bücher, farblich passenden Umschläge, Stifte oder Malutensilien kaufen. Höchstens mal gucken, ob das Sportzeug noch passt (tut es) und ob die Einlegeordner, in denen die Kinder am ersten Schultag ihre unterschriebenen Zeugnisse in die Schule und später ab und zu mal eins der wenigen – weil Wilma – wichtigen Papiere transportieren werden, noch in Ordnung sind oder durch neue ersetzt werden müssen (müssen sie nicht).

Was wir aber diese Woche gemacht haben: an einem Tag den neuen Schulweg des Fräulein Maus geübt. Also eigentlich konnte sie den schon, aber sie gruselt sich ein bisschen davor, dass ihr wahlweise der Schulweg unter den Füssen wegrutschen oder ihr die umliegenden Häusern auf den Kopf fallen könnten, und so haben wir eine Alternative ausprobiert, die immerhin sogar noch 40 m kürzer ist, und ausserdem musste auch noch der Weg in eine zweite, noch weiter entfernte Schule, in der sie Werkunterricht haben wird, weil ihre Schule gerade wegen Renovierungsarbeiten keinen eigenen Werkraum hat, wenigstens einmal vor Schulbeginn abgefahren und abgelaufen werden.

Das Fräulein Maus wäre dann jetzt bereit.
Und eine 347 parkte gegenüber ihrer neuen Schule auch, als wir da waren.

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kolmesataakaksikymmentäkahdeksan

Ich dachte schon, die 328 gibt’s gar nicht.

Aber dann kam sie mir doch letzten Donnerstag, als ich gerade den letzten Berg zu unserem Stadtteil hochstrampelte – mein Arbeitsweg, das habe ich mir nicht sehr gut ausgesucht, geht hinzu fast nur bergab und rückzu demzufolge fast nur bergauf – entgegengebraust, und fast gleichzeitig überholte mich der Bus, aus dem mir der Ähämann und der kleine Herr Maus, die sich auf dem Heimweg vom Bahnhof bzw. vom Deutschunterricht zufällig getroffen hatten, wild zuwinkten. <3

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