Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Ein Sommerausflug

Weil es in Rauma diese Woche so schön leer war, beschlossen wir, dass genau jetzt auch der richtige Zeitpunkt wäre, endlich mal die 140 km nach Hämeenlinna zu fahren und die gewaltige Burg anzugucken.

Ausser der Burg gibt es in Hämeenlinna noch das Geburtsthaus von Jean Sibelius sowie eine Kirche, die kein Geringerer als Gustav III. von keinem Geringeren als seinem französischem Hofarchitekten nach keinem geringeren Vorbild als dem Pantheon in Rom entwerfen liess. (Sie sieht aber nicht so grössenwahnsinnig aus wie es sich anhört.) Ansonsten hat auch Hämeenlinna eine typisch finnische Innenstadt. Macht aber nichts, wir schlugen uns hauptsächlich die Bäuche mit leckerem Essen voll und spazierten einmal durchs ganze Stadtzentrum.

Dann traten wir die Heimfahrt an. Sommerferien aber sind, wenn man unterwegs noch an einem Badestrand anhält, egal, wie spät es schon ist und wie viele Kilometer Heimfahrt noch vor einem liegen. Sowieso wird es um diese Jahreszeit erst abends richtig schön.

Wir blieben, bis nur noch die Dorfjugend ums Würstchenfeuer herumlungerte und finnische Schlager aus übergrossen Lautsprechern dudeln liess. Vom anderen Seeufer rief ein Kuckuck. Wir holten unsere Brote aus dem Auto, die der Ähämann früh für den Fall, dass wir unterwegs nichts zu essen kein geeignetes Restaurant finden würden, geschmiert hatte, und machten Abendbrot im Abendsonnenschein. Dann sprangen wir alle nochmal ins Wasser.

Erst halb zehn traten wir die letzten 80 km Heimfahrt an. Nie fahre ich so gern über die Landstrassen wie in diesem weichen Sommerabendlicht, das nicht aufhört, sondern mit jeder Stunde schöner wird.

Almost home. ♥

Welch ein Geschenk, dieser Juni!


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Wie so Touristen

Seit dem Beschluss, dass wir uns endlich mal mit den Kindern die Turkuer Burg von innen angucken wollen, hat es dann doch noch ein ganzes Jahr gedauert: immer war das Wetter zu schön, die Zeit zu wenig, einer von uns krank, die Eisbadesauna doch verlockender…

Freitagabend aber beschlossen wir einstimmig: Morgen gehen wir in die Burg!

Leider ist von der ursprünglichen Inneneinrichtung nicht mehr viel erhalten. Der letzte Rest wurde zerstört, als 1941 bei der Bombardierung des Turkuer Hafens auch die Burg von einer Brandbombe getroffen wurde. Trotzdem war ich wieder genauso beeindruckt wie beim ersten Mal: sie ist innen wirklich riesig, und die Rundgangswegweiser leiten den Besucher in fast jeden Winkel!

Dreieinhalb Stunden (!) lang liefen wir treppauf, treppab, durch schmale Gänge und weite Säle.

Und wenn uns nicht allen am Ende ganz fürchterlich der Magen geknurrt hätte, dann wären wir wohl noch länger geblieben.


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Wie die kleinen Ritter und Burgfräulein

Nachdem ich gestern über Mittag – während das Fräulein Maus trainierte und der Ähämann Mittagessen kochte – mit den Herren Maus allein auf dem Schlittenberg gewesen war, mussten wir kurz vor Sonnenuntergang am Nachmittag natürlich noch einen gemeinsamen Sonntagsspaziergang Ausflug mit PopoBauchrutschern machen.

Ob die kleinen Ritter und Burgfräulein früher auch schon da runtergerutscht sind im Winter?

Dann entdeckten wir, kurz bevor der Ähämann und ich festfroren und zum Rückzug rufen wollten, dass man in den Burghof auch von hinten reingehen kann.

„Müssen wir da jetzt noch durchgehen?!“, maulten die Kinder.

Dann wandelte sich die Nörgelei in ehrfürchtiges Staunen.

Und in die dringende Frage, ob wir bald mal reingehen können in die Turkuer Burg.


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Gestern war ich zum ersten Mal auf der Turkuer Burg. Nachdem der Liebste mit seinem Finnischkurs dort war und ganz begeistert davon war, wollte ich nun doch auch mal hin. Dass ich bisher so gar nicht erpicht drauf war, mir die Burg anzugucken, lag wohl daran, dass sie von aussen so nach überhaupt nichts aussieht. Aber das ist eine grosse Täuschung! Innen ist sie riesig gross, mit lauter verwinkelten Gängen und Treppen, und man kann ganz viel angucken. Drei Stunden sind wir treppauf, treppab gestiefelt und haben geguckt, und wir waren hinterher ganz schön kaputt. Am meisten hat mich beeindruckt, dass die Burg, als sie um 1200 errichtet wurde, noch auf einer Insel lag. Finnland hebt sich ja seit der Eiszeit stetig aus dem Meer, in 100 Jahren ca. 60 cm. Das ist eine ganze Menge, und die Burg liegt inzwischen auch schon seit etlicher Zeit auf dem Festland. Weil bald Weihnachten ist, hatte der Burgwichtel allerhand für die Besucher in der Burg versteckt: hier ein glitzernder Schatz, dort ein Schmuckkästchen, in einem dunklen Gang sass seine Katze Murr mit glühenden Augen, und sogar einen Blick in sein Stübchen konnte man werfen.