Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Urlaubsrückblick (4): Tag der Entscheidung

Wir hatten uns ja vorher nicht festlegen wollen – zu viel hing vom Wetter ab – und wollten spontan entscheiden, ob wir am „Arm“ (=Kilpisjärvi) oder am „Kopf“ (=Utsjoki) oder irgendwo dazwischen, mit oder ohne Umweg übers Nordkap, zurück nach Finnland fahren wollten.

Während der drei Regentage hatte ja alles nach Kilpisjärvi ausgesehen – aber als wir dann bei strahlendem Sonnenschein vor dem entscheidenden Wegweiser standen, da war die Entscheidung auf einmal gar nicht mehr so leicht.

Noch in der Nacht vorher hatten sich die letzten Wolkenschwaden verzogen.
(Das Foto entstand übrigens um 23:03 Uhr. Dunkler wurde es nicht.) Zum Frühstück sassen wir im schönsten Sonnenschein, zwischen Bergen, von denen man auf einmal wieder mehr als die untersten 50 Meter sehen konnte. Glück und Herzhüpfen!

Wir vertagten die Entscheidung, sammelten ein weiteres Kilo Steine, bewunderten seltsam geformte Wolken, rechneten hin und her, befragten die Karte und riefen ein ums andere Mal „Ah!“ und „Oh!“, wenn sich hinter der nächsten Kurve wieder der Blick auf neue sonnenbeschienene Berggruppen hinterm Fjord auftat.

Jetzt nach Finnland zurückfahren?!

Am Ende des Tages waren die Würfel gefallen.
Alta statt Kilpisjärvi!

Nächstes Ziel: Nordkap!


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Urlaubsrückblick (2): Fjorde, Fjells und Gletscher

Die nächsten Tage fuhren wir kreuz und quer durch Südnorwegen – über Passstrassen, durch verschneite Hochebenen, mit Autofähren über Fjorde. Wir hielten an, wo wir gern Fotos machen, Steinchen schmeissen, Schneeballschlacht spielen, ein Stückchen wandern wollten.

Wir wanderten zu einem Gletscher, und ich musste die ganze Zeit daran denken, dass es vielleicht eine der letzten Gelegenheiten für die Kinder war, nochmal einen Gletscher in echt zu sehen…

Wir schliefen jede Nacht auf einem anderen Zeltplatz und waren recht erfolgreich dabei, die grössten Touristenattraktionen und die typischen Kreuzfahrtziele zu umgehen. Das Wetter war ok – wir erlebten die erste Regennacht im Zelt und fuhren einen Tag lang durch Nebel und Wolken, aber danach kam immer wieder die Sonne raus. So richtig voran kamen wir nicht, weil hier noch eine schöne Aussicht und da noch ein Berg, den man mal eben besteigen könnte, lockten.

Aber genau dafür waren wir ja hergekommen.


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Urlaubsrückblick (1): Im Bergrausch

Wenn ich eines in Finnland vermisse – ausser Essen, das nach was schmeckt – dann sind es Berge. Meer und Seen und Wälder und Moore sind ja schön und gut, aber die Bergsituation in Finnland wird sehr treffend durch den Umstand beschrieben, dass Norwegen sogar erwägt, Finnland zum 100. Geburtstag einen Berg zu schenken.

Stichwort Norwegen. Mir war ja bisher aus unerfindlichen Gründen gar nicht so klar, dass wir, um echte Berge zu erleben, gar nicht bis „nach Europa“ fahren müssen. (Unser diesjähriges Sommerurlaubsziel haben wir gewissermassen Luthers sowie meiner Bekannten Anja, die vor einem guten Jahr von Turku nach Bergen gezogen ist, zu verdanken. Ohne ihre vielen Wanderbilder wäre ich immer noch lange nicht auf die Idee gekommen.)

Wir wollten uns nicht auf irgendein Gebiet festlegen, und deshalb kauften wir eine Überfahrt nach Stockholm, packten das Zelt ins Auto und fuhren los. Wir hatten nur einen ganz vagen Plan – erst so lange nach Westen, bis wir endlich die Berge erreichen würden, und dann irgendwie, grob immer an der Küste entlang, weiter nach Norden, um dann oben um die Ostsee herum wieder nach Hause zu gelangen.

Als wir am ersten Abend unser Zelt direkt an einem Bergsee aufstellten und ich auf ut.no gleich noch eine nette kleine Wandertour für den nächsten Tag in der Nähe fand, war ich vollkommen am Ziel meiner Wünsche.

Berge! Richtige Berge!!!