Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Tagelang habe ich mir im Hort den Mund fusselig geredet: „Ja, ihr könnt das mit nach Hause nehmen. Nein, nicht jetzt sofort. Später. Damit wollen wir doch unseren Weihnachtsbaum schmücken! Nein, heute bekommst du das nicht mit nach Hause. Nein, auch nicht, wenn du es gleich in deinen Ranzen packst. Ja, du bekommst deine Papierkette am Ende mit nach Hause. Aber nein, nicht heute. Nein, wirklich nicht. Nein, auch du nicht.“

Dann stellten wir den Weihnachtsbaum auf.

Undhastdunichtgesehen waren – „Darf ich auch eine?“ „Ich auch?“ „Ich auch!“ – alle Papierketten auf den Baum gehängt. Sogar die eine, die schon im Ranzen verschwunden war.

(Und zwei fanden sich, die schnitten begeistert aus Goldpapier noch einen Stern für die Baumspitze.)

„Ist der schön!“, stand das wildeste der Hortmädchen mit grossen Augen reglos vor dem geschmückten Baum. „Viel schöner als unserer zu Hause!“

Kinder sind so… toll!


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Neu im Haus

Noch mehr als über ihr neues Bett freuten sich die Herren Maus über dessen Verpackung.

Und schwupps, haben wir – samt Ladestation und Fernbedienung – zwei Roboter, die „aufräumen, Müll wegbringen und staubsaugen“ können.

Genau das brauchen wir ganz dringend.
Man sollte öfter neue Möbel kaufen.


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Das Eislicht im Klimawandel

In den vergangenen Wochen habe ich mich ziemlich oft gewundert: als es nämlich in Deutschland mal ausnahmsweise richtig kalt war und auf einmal allüberall so komplizierte Bauanleitungen für Eislaternen zu lesen waren. Also wirklich kompliziert mit Zwei-von-der-Grösse-her-passende-Gefässe-finden und Das-innere-Gefäss-möglichst-mittig-austarieren und Dabei-hilft-dieses und Ein-Trick-ist-auch-jenes und Am-Ende-muss-man-die-Gefässe-vorsichtig-auseinanderpulen.

Als mein finnischer Diplomvater mir beibrachte, wie man ein Eislicht macht, waren seine Anweisungen dagegen ganz einfach gewesen: „Du nimmst einen Eimer, füllst ihn bis obenhin mit Wasser, stellst ihn eine Nacht lang raus, drehst ihn am nächsten Tag um und schüttest das restliche Wasser weg. Fertig.“

Ja, ich habe ihn damals auch ein bisschen ungläubig angeguckt… denn irgendwo muss doch der Hohlraum bleiben?! Irgendwo muss doch das Loch herkommen, in das ich dann die Kerze stellen kann?!

Aber das passiert ja von ganz allein! Obendrauf gefriert das Wasser logischweise am schnellsten und somit am dicksten. Das wird später der Boden der Eislaterne. Dann gefriert das Wasser im Eimer von aussen nach innen. Und erst dann am Boden. Idealerweise passt man also den Zeitpunkt ab, an dem sich am Eimerrand schon eine ausreichend dicke Eisschicht gebildet hat, aber der Eimerboden noch nicht oder zumindest noch nicht vollständig gefroren ist. (12 Stunden bei -10 Grad sind eine ganz gute Faustregel für einen 10-Liter-Eimer. Bei stärkerer Kälte entsprechend kürzer. Bei weniger als -10 Grad braucht man meiner Erfahrung nach gar nicht erst anzufangen.) Dann kann man den Eimer kurz ins Warme stellen bis die Seiten angetaut sind, dann draussen das Eis vorsichtig aus dem umgedrehten Eimer herausrutschen lassen, das restliche Wasser ausschütten, eine Kerze reinstellen, fertig.

Sollte der Boden doch schon ein bisschen gefroren sein, kann man ihn vorsichtig aufklopfen. Trotzdem habe ich in letzter Zeit erstaunlich viele Eislichter genau dabei zerdeppert. Das ist mir damals auf der mittelfinnischen Forschungsstation nie passiert! Es hat eine Weile gedauert, bis mir aufgegangen ist, was anders ist: damals stellte ich den Eimer mit Wasser abends auf mindestens 30 cm Schnee, heute steht er fast immer auf dem blanken Asphalt. Und weil Schnee so gut isoliert, gefriert das Wasser auf dem Schnee natürlich viel langsamer als auf Asphalt! Wenn man das aber erstmal herausgefunden hat, kann man da leicht was dagegen tun: ich stelle die Eimer jetzt immer auf unsere zahlreich vorhandenen Wander-Sitzunterlagen.

Wogegen man leider nichts tun kann: dass es kaum noch längere Zeit am Stück wirklich kalt ist. Es braucht nämlich mindestens -10 Grad, damit die Kerze nicht das Eislicht von innen schmilzt. (Und nein, so eine unsägliche LED-Kerze kommt mir nicht ins Haus Eislicht!)

Auch das Eislichtherstellen funktioniert also am besten, wenn die Winter so sind, wie sie sein sollten: kalt und schneereich. Aber ach…!

(Hier noch ein sehr schöner Artikel – leider nur auf finnisch, aber die Fotos sprechen für sich – über ein kleines Dorf in Ostfinnland, in dem die Einwohner jedes Jahr für die Weihnachtsnacht über 1000 Eislichter herstellen und damit ihre Dorfstrasse schmücken.)


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Gemeinschaftsprojekt

Der kleine Herr Maus übernahm die Planung und Ausführung des Krans. Ich übernahm die Planung und Ausführung des Hintergrunds. Ab und zu berieten wir uns. Den Himmel füllten wir gemeinsam auf.

Wir arbeiteten eine Stunde lang sehr einträchtig und konzentriert.

Am Ende war der kleine Herr Maus höchst zufrieden.

Und ich betrachtete leicht amüsiert unser Kunstwerk, das mich so sehr an die offizielle Kunst meiner Kindheit erinnert, als Bauarbeiter Volkshelden waren und Kranführer der Herzensberufswunsch aller kleinen Jungs.

Man kann eben nicht aus seiner Haut.