Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Parkhöhlen

In finnischen Tiefgaragen muss ich ja immer an Himpelchen und Pimpelchen denken.

In Helsinki, zwischen Musiikkitalo und Finlandia-Halle, befindet sich ein besonders schönes und weitverzweigtes Exemplar so einer finnischen Parkhöhle.

Vom Musiikkitalo fuhren wir mit dem Fahrstuhl hinunter in die Tiefgarage, liefen durch einen grün beleuchteten und bepflanzten Gang, wendeten uns nach links, fuhren mit einem anderen Fahrstuhl eine Etage wieder nach oben in einen anderen Teil der Tiefgarage, verstauten die Harfe im Auto und schnappten uns die beiden Beutel mit den neuerstandenen Schwimmsachen, verliessen diese Tiefgarage durch einen anderen Ausgang, gingen eine Wendeltreppe hinunter, einen bunten Gang entlang, fuhren mit einem dritten Fahrstuhl nach oben und traten endlich wieder ins Freie. Uff.

100 m entfernt von der Stelle, wo wir in den Granit, auf den jede Stadt und jede Strasse hier gebaut sind, hinuntergefahren waren.


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kaksisataaseitsemänkymmentäkolme

Ich wollte ja schon immer mal ein finnisches Kennzeichen ausserhalb Finnlands finden.

Und als uns dann, als wir kurz vor Alta von einem Fjordarm zum nächsten zuckelten und uns freuten, dass da ja ganz wunderbare Landschaft zu sehen ist, wo wir vor 17 Jahren nur ein Stück Fjord, ein Stück Hang und sehr viel Nebel gesehen hatten, die 273 entegegenkam, da war ich kurz davor, mich in den Allerwertesten zu beissen. Denn ich dachte, ich suche eigentlich die 272.

(Erst als ich, drei Tage später, auch die 274 gesehen hatte und das Ganze immer ärgerlicher wurde, fiel mir wieder ein, dass ja der eine Nachbar die 272 hat und ich die garantiert noch vor dem Urlaub gesehen hatte, weil besagter Nachbar nämlich noch, als wir gerade mit vollgepacktem Auto Richtung Hafen aufbrechen wollte, aus seinem Auto ausgestiegen war und uns eine gute Reise gewünscht hatte.)

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kaksisataaseitsemänkymmentäyksi

Erkenntnis der Woche: tägliches Pendeln mit dem Auto ist genauso furchtbar, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Das Musiklager des Fräulein Maus fand in der Schule statt, in die die Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, geht. In den Wochen, in denen sie hier wohnt, fährt ihre Mutter sie in die Schule und holt sie nachmittags von dort ab. Ich hielt das bisher für eine ganz annehmbare Lösung; weit ist es nicht – vielleicht 10 km – ein Drittel davon leere Autobahn oder wahlweise Landstrasse, über die man mit 60 km/h gemütlich dahinrollen kann. Kein Stau, keine Raser, keine Sonntagsfahrer, nicht übermässig viele Ampeln. Und dennoch – mir hing nach drei Tagen das Gefahre so dermassen zum Hals raus!

Nebenher fuhren wir auch noch täglich zwecks Urlaubsvorbereitungen in verschiedene Supermärkte und Einkaufszentren, ausserdem ein zweites Mal aufs Erdbeerfeld – weil von den sieben Kilo „Rumba“ fünf im Gefrierschrank gelandet waren und die restlichen zwei noch am gleichen Abend aufgefressen wurden – wo wir diesmal eine Eimerchen „Sonata“ pflücken durften, und als ob das alles noch nicht gereicht hätte, fuhren wir auch noch mehrmals Wäsche zum Fremdwaschen bei der alleinerziehenden Freundin, weil uns Hannelore – hier passenden Fluch einsetzen – eine Woche vorm Urlaub und einen Monat nach Ablauf der Garantiefrist mit einem Motorschaden beglückt hat.

Eigentlich komisch, dass es bei dem vielen Gefahre bis gestern Nachmittag gedauert hat, bis ich eine 271 gesehen habe.

Am allerschönsten aber in dieser Woche: am Donnerstag gab es ein kleines Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer an verschiedenen Orten auf der nahgelegenen geschichtsträchtigen Halbinsel – die Streicher fingen in der kleinen Kirche an, dann konnte man weiterlaufen zu einem alten Gutshaus, in dem die Harfenistinnen auftraten, und dann spielten noch, ganz und gar wunderbar im Spätabendsonnenschein, in den Ruinen einer alten Burg die Bläser.

„Schade, dass das Musiklager schon wieder vorbei ist!“, seufzte das Fräulein Maus vorhin, als ich sie zur Generalprobe des Abschlusskonzerts kutschierte. Begeistert erzählte sie jeden Tag von ihrer Dreiviertelstunde Einzelunterricht, vom Gruppenunterricht mit den anderen Harfenistinnen, von den Proben mit dem gesamten Orchester und von ihren vielen neuen Freundinnen. Es muss wirklich sehr schön gewesen sein.

Und jetzt ein allerletztes Mal die 10 km in den Nachbarort.

(Gerne nächstes Jahr wieder.)

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kaksisataakuusikymmentäkuusi

Heute befand sich offenbar ganz Turku samt umliegender Kleinstädte auf den Strassen. Blechlawinen in alle Richtungen.

Leider trugen auch wir dazu bei, denn das Fräulein Maus trat bei der Frühlingsshow ihres Sportvereins auf, die, weil die wirklich schöne und geeignete Halle in Turku nun auch noch zu so einem unsäglichen Indoor-Spielplatz umgebaut wurde, in der benachbarten Kleinstadt stattfinden musste.

Die Hinfahrt dauerte ob des Verkehrsaufkommens so lange, dass wir fast zu spät gekommen wären. Auf der Rückfahrt wälzte sich uns unter Anderem eine 266 entgegen.

Ausserdem waren überdurchschnittlich viele Rettungs- und Polizeifahrzeuge unterwegs. Wahrscheinlich sind den Leuten die Sonne und die sensationellen 13 Grad zu Kopfe gestiegen…

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Gegen Windmühlenflügel

Lieber Vater, der du immer den Motor laufen lässt, während du dein Kind aus dem Kindergarten abholst, liebe Eltern, die ihr früh eure Kinder nicht etwa auf eurem Arbeitsweg, sondern extra in die Schule fahrt, lieber Nachbar, der du deiner Familie die 50 m Weg bis zum Parkplatz nicht zumuten willst und sie mit laufendem Motor vor der Haustür erwartest, liebe finnische Autofahrer, die ihr euch Autos mit benzinbetriebenen Standheizungen kauft, obwohl es hier an jedem Parkplatz Steckdosen zum Autovorheizen gibt…

… der Ähämann und ich fahren auch für eure Kinder jeden Tag Fahrrad.


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Trängselskatt: [schwed.] Stausteuer

Diese Woche bekamen wir Post aus Schweden.

Wir hatten sie schon erwartet, denn wir wussten, dass die „Stausteuer“, die wochentags in der Stockholmer Innenstadt – und irgendwie müssen wir ja vom Hafen auf die Autobahn und wieder zurück kommen – erhoben wird, auch von Ausländern eingezogen wird.

Der Bescheid war komplett auf Finnisch, die Rechnung schon fertig in Euro umgerechnet. Famos. Zu zahlen waren: 1,61 €.

Nun kann man sich ja fragen, ob sich dafür der ganze Aufwand lohnt. Aber ich finde es prima. Ich bin ein grosser Fan von derartiger Gleichbehandlung.

Und ich komme bis heute nicht darüber weg, wie ein deutscher Politiker ernsthaft eine Maut nur für Ausländer vorschlagen kann.


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Mal eben

Mein erstes finnisches Mittsommerfest verbrachte ich bei meiner finnischen „Familie“. Am Samstag würden wir dann nach Rauma fahren, teilten sie mir mit, denn am Sonntag würde dort eine Cousine konfirmiert.

Wir fuhren nicht nach dem Frühstück. Wir fuhren nicht nach dem Mittagessen. Wir fuhren auch nicht nach dem Kaffeetrinken, denn da wurde erst noch die Sauna angeheizt. Erst, als wir alle noch in aller Ruhe in der Sauna gewesen waren und hinterher noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, stiegen wir ins Auto, um ins 300 km entfernte Rauma aufzubrechen. So gegen 18 Uhr.

Das ist hier völlig normal.

Und so fand ich auch gar nichts dabei, gestern Abend gegen vier mit dem Fräulein Maus ins Auto zu steigen und mal eben im Abendsonnenschein nach Helsinki und zurück zu fahren. 167 km. Eine Strecke.

Stolz wie Oskar sass sie vorn neben mir. (Kinder fahren bei uns grundsätzlich hinten. Ausser, wenn… die Rücksitze umgeklappt sein müssen.) Und hibbelte sehr. In Helsinki trafen wir einen netten Familienvater und zwei Katzen (die sie am liebsten mitgenommen hätte) sowie die weltbeste Harfenlehrerin.

Und nach anderthalb Stunden traten wir mit einer endlich ganz eigenen Harfe die Rückfahrt an.

Heute Abend übrigens fährt der Ähämann mal eben nach Helsinki. Zu einer Doktorfeier.