Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kolmesataaviisikymmentäyhdeksän

Am Montag stand für den grossen Herrn Maus bei den Pfadfindern ein Karton mit 80 Adventskalendern bereit, den er ja schlecht auf dem Fahrrad heimbuckeln konnte, weswegen ich ihn mit dem Auto hinfuhr und abholte und währenddessen einkaufen ging.

Auf dem Hinweg fiel mir die grosse Leuchttanzeige an der Tankstelle auf, da stand 1,449 €, und ich beschloss spontan, dass das so billig ist, dass ich auch gleich noch tanken könnte. Als ich eine halbe Stunde später nach dem Einkaufen wieder da vorbei kam, stand da 1,429 €, und ich freute mich sehr.

„Schön billig grade!“, brummte es von der anderen Seite des Tankautomaten, als ich gerade nach dem Zapfhahn griff, und dann lugte ein älterer Herr um den Tankautomaten herum. „Hmm“, sagte ich, „und vor einer halben Stunde hat es noch zwei Cent mehr gekostet.“ „Und morgen früh ist es wieder teuer“, erklärte der ältere Herr weiter, „aber morgen Abend gibt’s dann das billigste Benzin der Woche.“ „Echt? Wieso?“, wunderte ich mich. „Weil es Dienstagabend immer am billigsten ist!“

Das war mir neu. (Und überhaupt sage noch mal einer, Finnen hielten keinen Smalltalk…!)

Dann war ich fertig mit Tanken, fuhr davon, und gleich an der Kreuzung hinter der Tankstelle kam eine 359 gefahren.

Das mit dem Dienstagabend stimmte aber nicht. Als ich Dienstagabend die Musikschulrunde fuhr, war das Benzin wieder 10 cent teuer als am Vorabend.

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kolmesataaviisikymmentäseitsemän

Sonntagabend, als wir von Helsinki – leider gibt es keine direkte Fährverbindung von Turku nach Tallinn – ja noch irgendwie heimkommen mussten, habe ich – und das passiert auch nach 16 Jahren noch! – ein neues Wort gelernt. VESILIIRTOVAARA leuchtete es von allen elektronischen Anzeigen entlang der 165 km Autobahn.

(Ausser in den sieben Tunneln, und diesmal fanden wir es auch total verlockend, einfach mal ein kleines Päuschen im Tunnel einzulegen.)

Es war jedenfalls stockfinster und schüttete wie aus Kübeln und die ganze Autobahn stand unter Wasser und alle Autos, auch die 357, zogen riesige Sprühwasserwolken hinter sich her und das mit der Wasserrutsch- äh… Aquaplaninggefahr war uns eigentlich auch ohne die Warnanzeigen klar.

(Das neue Wort mag ich übrigens sehr, weil es eines von vielen finnischen Worten ist, aus deren Klang man sich schon erschliessen kann, was es bedeutet: liirtää heisst (zur Seite) wegrutschen.)

Wir vermissten auch sehr des Herrn Picassos Sommerreifen, mit denen wir uns bei solchen Gelegenheiten zu Recht recht sicher gefühlt haben. Für den Löwen Balthasar sind aber schon welche bestellt – nicht, weil die Originalreifen so schlecht wären, aber weil wir – juhuu! – ganz überraschend diesen Advent eine Woche ins Erzgebirge fahren können und eine neue Lösung brauchen, um nicht wieder als Schwerverbrecher spikefrei, aber nicht mit Sommerreifen hinfahren zu müssen; und siehe da, unsere tollen, für starken Regen und unbefestigte Strassen wunderbar geeigneten Sommerreifen sind eigentlich Ganzjahres- und offiziell als Winterreifen zugelassene Reifen!

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kolmesataaneljäkymmentäkuusi

Der Autohändler, bei dem wir in den vergangenen Wochen sehr viel Zeit verbracht hatten und der wirklich sehr nett und bemüht gewesen war, rief uns zwei Tage, nachdem wir das neue Auto abgeholt hatten, nochmal an und fragte, ob wir zufrieden seien.

Das war wirklich lustig.

Denn ausser, dass wir den Löwen Balthasar nach Hause geholt hatten – und dabei einer 246 begegnet waren – waren wir erstmal drei Tage überhaupt nicht gefahren.

Wir hatten ja immer gehofft, dass der Herr Picasso noch so lange durchhält, bis eine vernünftige elektrische Alternative zu haben wäre. Aber seit Jahren tut sich nichts auf dem Markt.

(Liebe Autohersteller, wir haben drei Kinder, gelegentlich zusätzlich Freunde und Grosseltern sowie eine Harfe zu transportieren! Und im Lotto gewonnen haben wir leider auch nicht! Und wenn wir schon einmal dabei sind: eure „Farb“palette könntet ihr auch mal überdenken – Weiss, Schwarz und Grautöne aller Art sind weder Farben noch etwas, womit wir durch die Gegend fahren wollen.)

Und naja, die einzig vertretbare Lösung für uns ist dann jetzt eben, noch weniger zu fahren. Wann immer es geht.

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kolmesataakolmekymmentäkuusi, kolmesataakolmekymmentäseitsemän

Würde ich öfter Auto fahren, zum Beispiel wie alle anderen jeden Tag mit dem Auto auf Arbeit, dann wäre ich vermutlich schon bei der 500.

Nun fahre ich aber höchst selten und mit schlechtem Gewissen mit dem Auto auf Arbeit, und nur, wenn ich dabei noch so viel wie möglich anderes erledigen kann.

Am Freitag zum Beispiel, da fuhr ich zuerst in den Baumarkt, um etwas gegen den drohenden Erfrierungstod sämtlicher schon blühender Gartenpflanzen zu tun, von da auf den nahegelegenen Einkaufszentrumsparkplatz mit Altkleidercontainer, um zwei Tüten aussortierte Klamotten einzuwerfen, von da zum nahegelegenen IKEA, denn wir haben da so ein Grossprojekt für die nächsten Wochen, von da zum nahegelegenen Pfadfinderausstatter, um dem grossen Herrn Maus noch pünktlich zur Pfadfinderparade einen benötigten Aufnäher für die Uniform zu besorgen, von da zum am Weg gelegenen Lidl, um die Milch- und Kaffeesahnevorräte aufzustocken und von da dann schliesslich auf Arbeit. Auf dieser Tour sah ich – ungelogen! – alle Kennzeichen von 330 bis 334 in der richtigen Reihenfolge, aber die Hoffnung, dass das einfach bis zur 336 so weitergehen würde, erfüllte sich leider nicht. Allerdings musste ich ja abends auch wieder nach Hause fahren, und da sah ich sie dann doch noch.

Am Montag wollte ich eigentlich wie immer mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren, aber dann hatte sich da plötzlich übers Wochenende so viel Zeug angesammelt – frisch gewaschene Horthandtücher von zwei Wochen und jede Menge bei uns zu Hause wegen des Grossprojekts aussortiertes Zeug, das wir im Hort noch gut gebrauchen könnten – so dass ich dass dann doch lieber mit dem Auto transportieren wollte. Passenderweise erreichte mich im Laufe des Tages eine SMS, dass die bestellte Tapete fürs Grossprojekt von der Post abgeholt werden könne, und damit hatte sich das mit dem Auto ja dann endgültig gelohnt, und eine 337 sah ich auf dem Umwegheimweg auch.

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Die schönen deutschen Autobahnen

„Ihr habt ja so schöne Autobahnen!“, höre ich manchmal vor oder nach einem unserer Deutschlandurlaube, wenn ich mit jemandem über Reiserouten rede.

„Da kann man sicher gut so lange Strecken fahren“, sagen die einen.
„Und kein Tempolimit!“, schwärmen die anderen.

Leute, sage ich dann, ihr habt ja überhaupt keine Vorstellung.

Erstens nämlich sind die deutschen Autobahnen voll. Voller Autos, und voller Baustellen, und statt schön schnell voranzukommen, steht man oft einfach im Stau.

Oder es ist superanstrengend, da zu fahren. Wisst ihr eigentlich, wie so eine dreispurige Autobahn funktioniert?!

Ich sag’s euch mal: auf der rechten Spur reihen sich Stossstange an Stossstange die LKWs. Auf der mittleren Spur muss man mindestens 140 km/h fahren, weil man sonst zum Hemmschuh wird und Gegenstand des Unmuts aller Mitautobahnbenutzer. Wenn allerdings ein LKW zwei km/h schneller fährt als ein anderer, muss der natürlich überholen, völlig klar, und weil es ja ein LKW ist, denn auf der deutschen Autobahn gilt grundsätzlich das Recht des Stärkeren, drängelt er sich einfach auf die mittlere Spur und bremst die PKWs dort aus. Für den Fall gibt es noch die linke Spur. Allerdings kann man da nicht einfach blinken und mit seinen 140 km/h drauffahren, um einen 97 km/h fahrenden LKW zu überholen, denn die linke Spur, damit das mal gleich klar ist, die ist für die Leute reserviert, die in Deutschland ihr letztes Refugium haben: die auf der Autobahn mal so richtig die Sau rauslassen wollen.

Wir halten fest: die rechte Spur ist quasi gesperrt. Auf der mittleren Spur braucht man extrem gute Nerven. Und auf der linken Spur lauert – und ich empfinde das tatsächlich so – permanent der Verkehrstod.

„Oh“, sagen die Leute dann und kriegen erschrockene Augen, „das ist doch super gefährlich! Kann man da nicht irgendwelche Regeln aufstellen?“

Tja, liebe Leute, sage ich dann, ein Tempolimit wäre schon mal eine gute Lösung. Klar, hält sich auch nicht jeder dran, aber ich bin mir sicher, es würde deutlich weniger gerast. Und überhaupt wäre das Fahren viel stressfreier.

Es ist nämlich so: einmal habe ich den Herrn Picasso von Stockholm bis Eckernförde gefahren, über 1000 km, ohne Fahrerwechsel, weil der Ähämann Fieber hatte. Es war Sommer, es war hell, ich war ausgeschlafen, und auf den skandinavischen Autobahnen fährt es sich entspannt dahin: wenig Verkehr, Tempolimit auf 120 km/h. Das Ganze war kein Problem. Ab Kopenhagen war der Verkehr deutlich dichter, aber ich rollte einfach mit den anderen dahin oder überholte ab und zu. Dann kam die deutsche Grenze. Die Autobahn wurde weder breiter noch schmaler noch besser noch schlechter, und die Verkehrsdichte änderte sich kein bisschen. Nur das Tempolimit war weg. Und damit die Entspanntheit beim Fahren. Ringsum begann ein Gerase, als hätte man wilde Tiere aus einem Käfig gelassen. Nichts mehr mit entspanntem Dahinrollen. Stattdessen: Lenkrad umklammern, Bremsfuss in Habachtstellung, permanent den Rückspiegel im Auge behalten. Diese letzten 50 km von insgesamt 1100 waren die schlimmsten.

Und warum? Weil man eine kleine Minderheit, die den Motor unterm Hintern für ihr Selbstwertgefühl braucht, nicht in ihrer Freiheit einschränken darf.

Die schönen deutschen Autobahnen bereiten mir Unbehagen. So schlimm, dass ich da nicht mehr fahre, weil ich diese Art des Autofahrens nach 15 Jahren in Finnland völlig verlernt habe. So schlimm, dass ich jedes Mal froh bin, wenn wir da heil wieder runter sind.

Und das ist jetzt nur mein persönliches Empfinden. Die Fakten zum CO2-Ausstoss und die Unfallstatistiken sprechen eine noch viel deutlichere Sprache. Überhaupt ist das unbegrenzte Tempolimit ja kein bisschen mehr zeitgemäss: als pro Kilometer Autobahn nicht mehr als zehn Autos unterwegs waren, da war das sicher prima – aber bei der heutigen Verkehrsdichte?

Die schönen deutschen Autobahnen, liebe finnische Mitbürger, sind nichts, was im Geringsten erstrebenswert wäre. Im Gegenteil.

Und das unbegrenzte Tempolimit gehört endlich weg.

(Da kann man unterschreiben. Ich hab‘ auch schon.)


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Farben tanken

Der Samstag begann damit, dass ich gegen acht, kurz vor Sonnenaufgang, aufs Klo wankte und es vor dem Fenster so aussah:

Statt direkt wieder ins Bett zu kriechen, holte ich erstmal die Kamera. Dann schlich ich mich zurück ins Bett und freute mich nicht nur, dass ich mindestens noch eine Stunde schlafen könnte, sondern auch, dass wir ausnahmsweise einen komplett freien Tag vor uns hatten. Mit besten Wetteraussichten noch dazu.

An so einem Tag, an denen schon vor Sonnenaufgang die Bäume wie von innen heraus leuchten, kann man aber nicht in den Wald und auch nicht ins Moor. Da muss man irgendwohin, wo es viele Laubbäume gibt! Und waren wir nicht schon ewig nicht mehr in Rauma?! Wir würden alles stehen und liegen lassen und gleich nach dem Frühstück losfahren. („Gleich nach dem Frühstück“ entpuppte sich dann als um zwölf, weil alle das Ausschlafen bitter nötig hatten, aber die Sonne steht ja – Sommerzeit sei Dank! – immer noch erst um eins am höchsten, und abends ist es noch leidlich lange hell.)

Wir konnten uns schon auf der Hinfahrt nicht sattsehen an den gelb und orange leuchtenden Bäumen am Strassenrand. Und in Rauma fanden wir sogar überraschend eine Gelegenheit zum Laubflössen. Nachdem die Herren Maus den Stock, der sich quer im Bach verfangen hatte, entdeckt und herausgezogen hatten, setzte sich ein Riesenplacken angestauter Herbstblätter in Bewegung und wollte in der Strömung gehalten werden. Drei Kinder besorgten sich in Windeseile lange Stöcke und rannten am Ufer auf und ab und stocherten mit Hingabe im Bach herum.
So lange jedenfalls, bis der kleine Herr Maus mit einem gewaltigen PLATSCH rücklings in den Bach flog und mit bis über die Hüfte triefnassen Klamotten – die einzigen beiden Kleidungsstücke, die noch trocken waren, waren Mütze und Halstuch – wieder herausstieg. Zum Glück fahren wir immer noch wie in Kleinkinderzeiten einen Beutel mit drei vollständigen Sätzen Kinderersatzklamotten im Auto spazieren, war das Auto nicht allzuweit weg und war es nicht sehr kalt.

Und so liefen wir, nachdem der kleine Herr Maus sich umgezogen hatte und wir die nassen Klamotten im Auto ausgebreitet hatten, weiter durch Gässchen voller Holzhäuser, gingen sehr lecker und gemütlich italienisch essen, statteten dem Lieblingsspielplatz einen Besuch ab und liessen die Kinder – da die drei Kinderfahrräder inzwischen wirklich nicht mehr ins Auto passen – noch mehrere Runden rullern.

Es war alles ganz wunderbar.

Auch wenn das wohl eher nicht so unser Glückstag war, gestern. Denn auf der Hinfahrt hatte uns ein entgegenkommender LKW einen Stein an die Frontscheibe geschleudert, und die ist jetzt leider hin.

Wir fuhren dann auf der Heimfahrt auch sehr, sehr vorsichtig, denn nach Glasbruch und unfreiwilligem Bad im Bach hätte es mich nicht gewundert, wenn wir in der Dämmerung auch noch einem Elch begegnet wären.


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kolmesataakuusi

Als wir aus Tampere zurückkamen, bogen wir 70 km vor zu Hause von der grossen Strasse ab, um uns in einem kleinen Dorfladen das obligatorische Eis zu kaufen. Dann beschlossen wir, auf der kleinen Strasse weiterzufahren.

Seltsamerweise kamen uns dort kolonnenweise Autos entgegen. Waren die alle auf dem Weg ins Mökki? Waren die auf der Flucht vor irgendwas? Es sah wirklich sehr absurd aus, wie sich die Blechlawine über die kleine, kurvige Strasse uns entgegenwälzte. Eine 306 war auch dabei, aber die sah nur der Ähämann, der ja bekanntlich diesen Quatsch nicht mitmacht. Kurz vorm nächsten Ort klärte sich die Sache auf: die kamen alle von einer dort stattfindenden riesigen Landwirtschaftsmesse mit bis zu 20 000 Besuchern pro Tag!

Obwohl wir dann noch sehr viele von dort wieder wegfahrende Autos sahen, war keine 306 mehr dabei. Die sah ich dann erst letzten Sonntag auf dem Weg zur Fähre .

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kolmesataaneljä

Die 304 stand in Stockholm am Hafen vor uns. Nützte mir leider nichts, denn es war ein schwedisches Kennzeichen.

Als ich aber heute Vormittag des Fräulein Maus‘ Harfe ins Musiklager im Nachbarort fuhr – sie selbst war in aller Frühe erst noch zum Training geeilt und fing die Musiklagerwoche erst nachmittags an, das vielbeschäftigte Kind – begegnete mir gleich hinter der Autobahnabfahrt eine 304.

Zu irgendwas muss dieses tägliche Hin-und-Her-Gefahre während der Musiklagerwoche ja gut sein…!

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kaksisataakahdeksankymmentäkahdeksan

Fast vergessen zu protokollieren: als ich am Sonntagabend mit dem kleinen Herrn Maus vom Schwimmtraining heimfuhr, kam uns eine 288 entgegen. Die war immerhin gut zu erkennen – im Gegensatz zu dem schwarzgekleideten Mann mit der Riesentasche, der schwarzgekleideten Frau mit den sechs Hunden an der Leine und dem schwarzgekleideten, völlig unbeleuchten Fahrradfahrer, die an den nächsten drei Zebrastreifen über die Strasse gelassen werden wollten.

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