Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Pfadfinder müsste man sein…!

Der grosse Herr Maus war letzte Woche vier Tage im Pfadfinderlager. Auf einer kleinen Insel, ganz weit draussen, die seinem Pfadfinderstamm gehört. Sie schliefen im Zelt, sie kochten und assen draussen, sie gingen schwimmen, angeln und rudern, sie lernten Seemannsknoten und wie man jemanden aus dem Wasser rettet.

Am Sonntag waren Eltern und Geschwister auf die Insel eingeladen, und deswegen schaukelten wir den grössten Teil des Tages bei traumhaftem Sommerwetter übers Meer: erst eine halbe Stunde mit einer gelben Autofähre, dann anderthalb Stunden mit einer blau-weissen Schärenfähre, die von bewohnter Insel zu bewohnter Insel fährt, und dann noch fünf Minuten mit dem Motorboot. (Und ein paar Stunden später das Gleiche zurück.)

Ich hatte schon halb vergessen, wie wunderschön es so weit draussen auf den ganz kleinen Inseln ist. Und dass man eigentlich viel öfter mit einer der Schärenfähren fahren sollte.


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Ein perfekter Ferientag

Das Fräulein Maus zum Musiklager fahren, mit dem Rest der Familie weiterfahren auf die übernächste Insel, Baden am Lieblingsstrand, danach schnell die T-Shirts gegen Hemden und das Sommerkleid gegen ein feineres Kleid tauschen und zum Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer – nacheinander eins in der Kirche, in der wir letztes Jahr Weihnachtslieder sangen, eins in einem alten Gutshaus und eins in den Ruinen einer alten Burg – auf der nächsten Insel eilen.

Ein Holztransport!

Halb zehn, als wir heimfuhren, schien die Sonne immer noch.
Auch halb elf noch, als die Kinder endlich in ihre Betten sanken.


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Es ist seit Wochen finster. Und noch schlimmer: wir hatten seit Wochen kein freies Wochenende mehr. Denn zusätzlich zu all den Weihnachtsfeierlichkeiten im Dezember hat auch noch ein Grossteil der Freunde unserer Kinder am Jahresende Geburtstag und feiert üblicherweise samstags.

Gestern war zwar nicht völlig frei, aber immerhin bis 17:30 Uhr, und seit Wochen stand der Plan dafür – weil der immer und bei jedem Wetter geht – wir fahren Elektra!

Elektra

(Ton an! Sie ist so, so leise!)

Ausserdem sahen wir seit Wochen zum ersten Mal wieder die Sonne (wenngleich nur als orangen Streifen am Horizont, aber mehr kann man um diese Jahreszeit auch nicht erwarten) und den Wald. Und ein bisschen Schnee und Eis. Und einen rotbemützten Tonttu trafen wir auch. ;-)


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kaksisataaseitsemänkymmentäkahdeksan, kaksisataaseitsemänkymmentäyhdeksän

Oder: Wie wir einmal mit Electra auf die Elektra rollten.

(Unser Autoradio kann sowas!)

Auf der Hinfahrt sah ich übrigens gleich nach dem Losfahren eine 279, unterwegs eine 278, und kurz vor Zuhause wieder eine – vermutlich die selbe – 279.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277]


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Urlaubsrückblick (3): Wasser von links, rechts, unten und oben

Nachdem wir ausgiebig zwischen hohen und noch höheren Bergen herumgefahren waren, machten wir uns langsam auf den Weg nach Norden. Immer möglichst nahe an der Küste entlang. Man kann da ja Wasser links, rechts und unter sich haben. Leider kam dann aber auch sehr viel Wasser von oben.

Dabei hatte der Teil der Reise ziemlich gut angefangen.

Kurz vor Trondheim nämlich, da zelteten wir am Fjord, und es war das einzige Mal, dass wir alle schon gegen acht aufwachten, weil die Sonne aufs Zelt knallte. Die Kinder freuten sich, dass sie dann gleich noch baden gehen könnten – aber noch während wir frühstückten, schrie das erste: „Der Strand ist viel kleiner als vorhin!“ Drei erlebten zum ersten Mal in ihrem Leben Ebbe und Flut!

Sie sammelten eimerweise Muscheln, Schneckenhäuser und Seeigelschalen und retteten gemeinsam eine gestrandete Qualle. (Die Nordsee hat schon so ein klitzekleines bisschen mehr zu bieten als die Ostsee…!)

Danach fuhren wir zähneknirschend ein Stück E6, um dann für die nächsten Tage auf die Küstenstrasse ganz im Westen abzubiegen. Die mit den vielen Autofähren.

Ich kann allen erdenklichen Arten von Kreuz- und sonstigen Schifffahrten nichts abgewinnen, aber Autofähre fahren ist prima! (Ich würde auch jederzeit den Bananenfrachter einem Kreuzfahrtschiff vorziehen.) Dank der Tatsache, dass man die norwegischen Autofähren – anders als unsere finnischen – bezahlen muss, waren wir auch fast die einzigen nicht-norwegischen Touristen auf dieser Route. Die Leute mit den Wohnmobilen und -anhängern und die Deutschen, denen ja generell immer alles zu teuer ist, rasten lieber auf der E6 nach Norden. (Und zahlten dafür dann jede Menge Strassenmaut. Wir sind auch schon gespannt auf unsere Post aus Norwegen.) Verglichen mit dem, was man für eine Seilbahnfahrt in der Schweiz bezahlt, ist Autofähre fahren in Norwegen allerdings ein regelrecht preiswertes Vergnügen. Und man bekommt für sein Geld auch richtig was geboten: hohe Wellen zum Beispiel. Theoretisch auch sehr viel Landschaft. Leider war von der schon ab der ersten Fährüberfahrt fast nichts mehr zu sehen.

Anfangs regnete es wenigstens nicht ununterbrochen. Wir schafften es, das Zelt zu trocknen, bevor wir es einpackten. Oder wenn wir es nass einpacken mussten, dann trocknete es abends nach dem Aufbauen. (Bevor nachts der nächste Starkregen niederging.)

Wir machten eine Wanderung, die wie gemacht war für typisch norwegisches Wetter: wenn es nämlich regnet, ist so eine Wanderung durch den Berg ja durchaus praktisch. Der kleine Herr Maus hätte so gerne noch auf den Berg gewollt – aber nicht bei dem Wetter! Als wir einmal durch den Berg hindurch und einmal halb um ihn herum zurückgelaufen waren, hatten wir einen Kofferraum voller triefnasser Regenklamotten – zusätzlich zu einem triefnassen Zelt – und der Wetterbericht versprach Besserung in ungefähr einer Woche. Vielleicht.

Berg mit Loch.

Die nächsten Tage verbrachten wir vorwiegend im Auto und auf Autofähren. Wir wählten für zwei Nächte die Weicheivariante mit festem Dach überm Kopf. Und da hatten wir es noch gut: all die netten Motorrad- und Fahrradfahrer, die wir unterwegs getroffen hatten – was sollten die denn erst sagen?!

Wir fuhren durch unglaublich schöne Landschaft – und sahen genau nichts. Wir schipperten mit der Autofähre über den Polarkreis – und sahen genau nichts. Wir fuhren über bombastische Brücken und ewig an Fjorden entlang – und sahen genau nichts.

Als nach drei Tagen unsere Laune dann doch an einem Tiefpunkt angekommen war, auch deswegen, weil plötzlich alle Hütten auf den nächstgelegenen Zeltplätzen schon ausgebucht waren, und wir aus einer gewissen Trotzhaltung heraus beschlossen hatten, dann eben – pfeif doch auf das Wetter! – wie gehabt im Zelt zu schlafen und dafür dann noch eine Stunde bis zum übernächsten Zeltplatz zu fahren, da wurde es abends halb zehn plötzlich ein bisschen heller in der Nebelsuppe, und auf einmal brach die Sonne durch ein hellblaues Loch in den Wolken und beschien grüne Wiesen und schneebedeckte Berge.

„Das ist ja wie im Märchen!“, hauchte der kleine Herr Maus von der Rückbank.
Aber echt!


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Gelber Sonntag

Als wir losfuhren, war schon voll der Juhannus-Rückreiseverkehr. Sehr praktisch, die Autofähren fuhren nämlich zu mehreren non-stop, aber voll wurden sie nur in die Gegenrichtung.

Und zum ersten Mal mit Strom übers Meer gefahren sind wir auch. (Sie klingt wie eine Strassenbahn!)

(Ich hab‘ schon mal erwähnt, dass ich sehr glücklich bin, da zu wohnen, wo wir wohnen, ja?!)


Ein Kommentar

Elektra

Am Sonnabend hatten wir sie schon an ihrem zukünftigen Einsatzort bewundert. „Falco“ und „Sterna“, beide für über 60 Autos ausgelegt, kurvten vorsichtig um sie herum und sahen echt winzig aus.

Gestern stand die funkelnagelneue Hybridfähre – die hauptsächlich mit Elektromotor fahren wird; die beiden Dieselmotoren sind nur für den Notfall – für vier Stunden zur Besichtigung am Aurajoki, und da mussten – während das Fräulein Maus Deutschunterricht hatte – die Herren Maus und ich natürlich hin!

Neun Minuten Überfahrt, fünf Minuten Laden am Anleger. Durchschnittlich 72 Mal am Tag. So der Plan.

Fünf knapp 100 m lange Autospuren = 90 PKWs.
(Nie mehr Stau!)

Jede Menge Solarzellen für Heizung und Beleuchtung und wofür man sonst kleinere Mengen Strom braucht.

Ganz schön hoch.

Unsere brennendste Frage: Dürfen wir dann während der Überfahrt wieder die Aussicht geniessen? „Nein, man wird da nicht hochdürfen. Ja, leider. Ich weiss, echt schade. So eine tolle Landschaft! Natürlich wollen die Leute gucken…! Aber die Sicherheitsvorschriften, du weisst ja…“
(Beidseitiges Seufzen.)
((Es waren übrigens mehr Aufpasser – sowie eine ganze Gruppe Sanitäter, denn man weiss ja nie… – als Leute von der Besatzung, die man was hätte fragen können, an Bord.))

„Zum Maschinenraum“.
Die Männer da unten waren mit Abstand die auskunftsfreudigsten und begeistertsten. Klar.

Näher konnte man dem Elektromotor nicht kommen. Er befindet sich in einem etwas niedrigeren Teil des Maschinenraums. Das Publikum könnte sich die Köpfe stossen. (…)

Jede Menge Akkus.

Der Dieselmotor für den Notfall. (Dickes Eis im Winter zum Beispiel.)

Taufe war heute auch. Aber nur für ausgewählte Gäste. (Weniger aufmüpfige als wir, garantiert.)

„Kinder, guckt euch in aller Ruhe um! Den Maschinenraum sehen wir vielleicht nie wieder!“ Wir gingen dann direkt noch eine zweite Runde.