Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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To-do-Liste

… bis dahin:

– die letzten zwei paper submitten (macht sich besser, wenn in der Arbeit vorn drin steht ”submitted” statt ”manuscript”; ausserdem, was weg ist, ist weg)
– die letzten Änderungen am Einleitungskapitel vornehmen
– alles Heikki schicken
– das Danksagungskapitel verfassen
– nochmal nachfragen gehen, ob meine ”Druckerlaubnis” wirklich auf der Tagungsordnung der nächsten Fakultätssitzung steht
– Druckerlaubnis abholen
– Hörsaal reservieren
väitösilmoitus online ausfüllen und abschicken
– das ganze Werk entsprechend der Vorgaben für die Annales Universitatis Turkuensis – Serie formatieren
– ISBN-Nummer beantragen
– Graphik für die Titelseite entwerfen
– mit der Druckerei über die Farbe des Einbands und die Qualität des Papiers entscheiden
– alles so rechtzeitig der Druckerei zukommen lassen, dass das PDF 15 Tage, das Buch 10 Tage vor der Verteidigung fertig ist
– 2 Wochen vor der Verteidigung eine Pressemitteilung verfasst (und ins Finnische übersetzt lassen) haben
– Kaffee-und-Kuchen für nach der Verteidigung organisieren
– Lokal für die karonkka buchen
– schwarze Schuhe kaufen
– das Kleid für die Verteidigung nochmal anprobieren und evtl. noch eine Bluse zum Drunterziehen kaufen
– einen Laden finden, der Abendkleider für Schwangere verleiht (notfalls steht noch ein Ausflug nach Helsinki an)
– Friseurtermin ausmachen
– Einladungen entwerfen, drucken und verteilen / verschicken
– Tischordnung für die karonkka festlegen und Tischkarten drucken
– den 15-minütigen Vortrag zu Beginn der Verteidigung vorbereiten
– Geschenke für Opponenten und Betreuer ausdenken und besorgen
– Dankesrede für die karonkka vorbereiten

Heiraten war irgendwie einfacher…


Ein Kommentar

Puuuuuh…

Nun ist es (fast) amtlich: meine Verteidigung wird am 29. März sein (genau passend, bevor am 1. April mein – 5 Tage vorgezogener – Mutterschutz anfängt), und mein Opponent wird dieser nette, tschechisches Bier liebende Herr werden.

Kann das bitte alles jemand anders für mich machen?! *panik*


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Fertig!

Die gesamte Arbeit weggeschickt. Auch das letzte paper. Gestern schon. (Warum nur kommen die Gutachter nicht von selber drauf, eine Empfangsbestätigung zu schicken?! Ich meine, ich habe es auch so eilig genug – ich kann es mir nicht leisten, in drei Wochen oder so zu erfahren, dass die werten Damen und Herren Gutachter immer noch auf das zu begutachtende Material warten. *grummel* Eine Bestätigung steht immer noch aus. Mit der brauch’ ich heute wohl auch nicht mehr zu rechnen, denn jetzt ist in Australien erstmal Nacht. *nerv*)

Mein credit-Konto in Ordnung gebracht. (Wenn mir mal jemand erklären könnte, warum mein Herr Betreuer sich NIE für irgendwas zuständig fühlt, der Mensch aber, der über meine Umweltwissenschafts-Nebenfach-credits entscheidet, sich gleich mal kurzentschlossen ans Telefon hängt, um für mich auch gleich noch herauszufinden, wieviel Finnischkurs-credits ich für meine Doktorarbeit abrechnen darf?! Im nächsten Leben möchte ich bitte einen anderen Doktorvater!)

Den Grossteil der mitzunehmenden Sachen gepackt. (Ja, es sieht mal wieder aus, als ob wir umziehen wollten. Und da bleiben diesmal schon Vatanen bei Anja (Danke!) und der Mäusevolvo zu Hause. Wir reisen diesmal nur mit Schlitten und Kiepe als Transportmittel fürs Mäusekleinkind.)

Mich von diversen Seiten vor dem zu erwartenden Schneesturm warnen lassen. (Aber da wir den J-FI nicht selber fahren, sondern fahren lassen, ausserdem ein gemütliches Schlafwagenabteil für die Dauer der Reise unser eigen nennen können und uns morgen nichts antreibt, weil wir ja erst übermorgen weiterfahren ans eigentliche Ziel unserer Reise, lässt mich das eher kalt. Hauptsache es schneit jetzt überhaupt endlich mal!!!)

Also, ich bin dann mal weg! (:


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Weggeschickt

Alles bis auf ein paper, das wird nächste Woche noch hinterhergeschickt.

(Wenn mir vielleicht mal jemand erklären könnte, warum die lieben Co-Autoren seit WOCHEN im Besitz sämtlicher Manuskripte sind, aber es ihnen zwei Tage vor knapp einfällt, nochmal sämtliche beschriebenen Sachverhalte in Frage zu stellen und Überarbeitungen zu verlangen?!)


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Bloss gut

…dass wir dieses Jahr nicht wie immer in dieser Woche nach Lappland fahren, sondern erst nächste Woche. Erstens schaffe ich es so, die gesamte Arbeit vorher zu den Gutachtern zu schicken (jippiiiii!) und kann wirklich eine Woche lang Urlaub machen, und zweitens fahre ich dafür

ja nun wirklich nicht nach Lappland! Da sollten jetzt eigentlich um die 30 Grad minus sein!!!

(Hoffentlich ist es nächste Woche besser…)


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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge…

… bin ich wieder zurück in Turku. Eigentlich war ich am Freitag schon fertig mit meinem Experiment, aber Ähämann und Mäusekind wollten noch ein Wochenende in Konnevesi verbringen. Freitag, bevor ich sie abgeholt habe, war ich noch bei meiner hostmama im Sommerhaus in der Sauna. Am Sonnabend sind Ines und Sven nach Konnevesi gekommen, Lenka hat für uns Halušky gekocht, wir sind zum Hafen spaziert, haben Lagerfeuer gemacht und waren, als das Mäusekind im Bett war, noch in der Sauna. Sonntag konnte ich dann in aller Ruhe aufräumen, zusammenpacken und mich von den Mäusen verabschieden. War schön so, dass wir das Wochenende noch dort verbracht haben.

Nun bin ich zwar froh, wieder bei meiner Familie zu sein, aber das Arbeiten war doch sehr viel angenehmer und auch sehr viel motivierender da in Konnevesi. Ich hoffe, ich kann mir ein bisschen was von der angesammelten Motivation bewahren, denn jetzt geht es in den Endspurt. Schreiben, schreiben, schreiben…

Ich fang’ dann mal an.


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Wochenende auf der Forschungsstation

Freitagabend den Ähämann und das Mäusekleinkind in Jyväskylä vom Zug abholen. (Keiner, wirklich keiner würde in Deutschland mal „so eben“ 65 km fahren, um jemanden abzuholen, um abends Freunde zu besuchen, um einkaufen zu gehen… hier ist so eine Entfernung ganz normal. Und nichts.)

Im Abendsonnenschein kleine, kurvige Strassen fahren, und glücklich sein, wieder hier zu sein, wo meine finnische Heimat ist. Glücklich sein, dass der Frühherbst so schön ist, mit der klaren kalten Luft und den leuchtenden Farben. Überglücklich sein, die beiden Liebsten endlich wieder bei mir zu haben.

Samstagfrüh bis halb neun schlafen dürfen. Das Kuschelkind ins Bett holen. Frühstück machen, bei dem das Mäusekind auf dem grossen Stuhl sitzen (und auch stehen) darf.

Vier Mäuse testen (Und ich hatte schon ganz vergessen, wie sich das anhört, trappelnde Mäusefüsschen auf Papier…), während der Ähämann für alle Mäuseleute kocht. Nebenher hören, wie sich Jyrki in den Vorraum schleicht und wieder hinaus. Hinterher die Schlüsselkarte für den Ähämann auf dem Handy finden. Jyrki suchen. Danke sagen. (Vor lauter Arbeit am Freitag vergessen, die Techniker nach der Karte zu fragen. Freitagnacht eine SMS an Jyrki geschrieben, der Wochenendbereitschaftsdienst hat, ob er eine Karte machen kann, falls er am Wochenende auf die Station kommt.) Gras rupfen. Mäuse füttern. Mäusekleinkind füttern. Mäusekleinkind warm anziehen und im Wagen auf der Terrasse schlafen legen. Gemeinsam essen. Mäusekleinkind wecken. Noch drei Mäuse testen. Mit Ähämann und Mäusekleinkind spazieren gehen. Auf den Steg. Über die kleinen Trampelpfade durch den Wald. Vom Mäusekleinkind Moos, Kiefernzapfen, Stöckchen und Steinchen gezeigt und gereicht bekommen. Abendbrot essen. Mäusekleinkind ins Bett bringen. Den Lieblingsfilm in Kinogrösse im Hörsaal angucken.

Nachts mehrmals das Mäusekleinkind beruhigen, dem es nicht reicht, dass es nach dem ersten Aufwachen in unser Bett darf, sondern das am liebsten den Rest der Nacht quer über Mamas Bauch liegend verbringen möchte. Früh trotzdem bis um acht schlafen dürfen. Sauna anheizen. Frühstücken. Den Vormittag (wegen draussen 6 Grad und Dauerregen) mit Ähämann und Mäusekleinkind in der Sauna verbringen. Mäusekleinkind füttern, während der Ähämann schon wieder für acht Mäuseleute kocht. Mäusekleinkind warm anziehen, in Mamas Strickjacke wickeln, im Wagen auf der Terrasse schlafen legen. Gemeinsam mittagessen. Gras rupfen. Mäuse füttern. Trinkflaschen auffüllen. Mäusekleinkind nach 2 ½ Stunden wecken. Mit Ähämann und Mäusekleinkind nach Jyväskylä fahren. Ines und Sven besuchen. Kekkonen streicheln. Ähämann und Mäusekleinkind zum Bahnhof fahren. Feststellen, dass es aufgehört hat zu regnen. Ähämann und Mäusekleinkind hinterherwinken. Traurig sein. Heimfahren. Hinter Laukaa alle 500 m anhalten, weil es so wunderschön aussieht, wie der Nebel aus den Wiesen steigt. (Und sich wundern, wie viele Finnen das Gleiche tun – obwohl die sich doch sonst keine Begeisterung erlauben, zumindest nicht öffentlich.)


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Die Finnen sind einfach zu nett…

Ich wollte heute eigentlich auf eine Minkfarm fahren, weil ich für meinen Versuch in Konnevesi eine grössere Menge Minkkackeausscheidungen brauche. Vor zwei Jahren ist Pälvi gefahren, ich konnte aus irgendeinem Grund nicht mit und war hinterher sehr neidisch, als sie mir erzählt hat, dass der Minkfarmer sie überall rumgeführt und ihr alles gezeigt hat. Nun dachte ich, könne ich das diesmal nachholen, und was sagt der nette Mensch? ”Ach, brauchst du nicht extra herkommen, ich wohne doch in Turku ganz in der Nähe der Uni, das bringe ich dir morgen auf Arbeit vorbei!”

(Naja, vielleicht ist’s auch gut, dass ich mir das Elend gar nicht angucken musste konnte… Wer bitte trägt denn heutzutage eigentlich immer noch Pelzmäntel?!)