Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Herbstferien!

Wir werden das Beste aus zwei Tagen Herbstferien machen. Also für uns diesmal drei, sonst kommen wir heute nicht mehr an. Sowas geht ja hier zum Glück ohne Androhung von Geldbussen oder Gefängnisstrafen. Und vielleicht kriegen wir Turkuer eines Tages auch noch eine ganze Woche Herbstferien wie alle anderen in Finnland…

(Kalenderbestellpost werde ich auch erst am Montag wieder beantworten.)


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Es gibt Adventskalender! [Nichtkommerzielle Werbung]

Nachdem mich schon im August (!) die ersten Anfragen erreichten, ob ich denn auch in diesem Jahr wieder finnische Adventskalender verkaufen werde, jetzt die offizielle Ankündigung:

Ab sofort kann der Adventskalender 2017 der finnischen Pfadfinder bei mir bestellt werden!

Der Kalender hat eine neue Zeichnerin, und auf der Uniform sind ein paar Abzeichen dazugekommen. ;-)

Der Kalender wird dieses Jahr leider keine Bonustürchen haben – das Besondere am Adventskalender der finnischen Pfadfinder ist ja, dass er immer am 1. Dezember oder am 1. Advent anfängt, je nachdem, was eher ist – aber er wird natürlich auch dieses Jahr wieder – und das vermisse ich bei vielen anderen Adventskalendern – genau zum Gesamtbild passende Bildchen hinter den Türen haben, ein bis vier Kerzen an den jeweiligen Adventssonntagen und eine Lucia am 13. Dezember. Besonders gespannt bin ich dieses Jahr, was sich hinter Türchen Nummer 6 verbirgt. Vermutlich nicht nur ein kleines finnisches Fähnchen, zum 100. Geburtstag.

Der Kalender ist 31 x 22 cm gross und kostet – inklusive sechs passenden Geschenkanhängerkärtchen – 7 €, die ohne Abzug den Pfadfindern zugute kommen. (2,90 € davon gehen direkt an den eigenen Pfadfinderstamm, der Rest an den jeweiligen Regionalverband.) Die finnische Post hat leider seit letztem Jahr schon wieder zweimal (!) das Porto erhöht, so dass dieses Jahr die Porto- und Verpackungskosten nach Europa für einen Kalender 3,20 €, für zwei bis vier Kalender 5,00 € betragen. (Versandkosten nach ausserhalb Europas oder für mehr als vier Kalender teile ich gern auf Anfrage mit.) Die spinnt, die finnische Post – aber hat immer noch sehr schöne Briefmarken im Angebot, immerhin. (Leider stempelt sie die neuerdings fast nie mehr ab – die Philatelisten, denen ein Stempel wichtig ist, müssten mir das bitte mitteilen, dann würde ich auf der Post um Abstemplung bitten.)

Bestellungen bitte ab sofort per Mail an myyratohtori(klammeraffe)suomi24.fi. (Oder an die vom letzten Jahr bekannte Emailadresse, die weiterhin gültig ist, die ich aber nicht öffentlich hier hinschreiben werde.) Versand ab nächster Woche. Letzte Bestellmöglichkeit am 22. November, damit der Kalender auch wirklich pünktlich zum 1. Dezember ankommt.

Der grosse Herr Maus und sein Pfadfinderstamm danken schon mal im Voraus!


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kaksisataakahdeksankymmentäkolme

Als ich gestern Abend auf meinem Heimweg die 283 an der Ampel vorbeilassen musste, dachte ich noch, die bisher anstrengendste Woche dieses Schuljahrs sei jetzt endlich vorbei.

Früh um acht hatte ich den letzten von vielen ausserplannmässigen Terminen in dieser Woche hinter mich gebracht: ich ging mit dem kleinen Herrn Maus – das erste Mal seit dem Ende seiner Kindergartenzeit, dass wir diesen Weg wieder gemeinsam gingen – zum Elterngespräch Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch. Als hier vor zwei Jahren eingeführt wurde, dass die Schüler mitkommen zum Elterngespräch, fand ich das ein bisschen albern. Inzwischen finde ich es sehr schön. Der kleine Herr Maus nämlich, der durfte als erster von uns dreien sagen, wie es ihm so in der Schule gefällt, was er gern macht und was nicht so sehr, ob er Freunde hat und was er sich wünschen würde, und seine Aussagen wurden genauso ins Protokoll geschrieben wie meine und die seiner Lehrerin. Und er bekam sehr viel Lob. Er wand sich ein bisschen verlegen auf seinem Stuhl, aber ich sah, wie er strahlte und wie glücklich er war. „Du liest und rechnest und arbeitest wie ein Drittklässler“, sagte seine Lehrerin. „Und weisst du, was ich besonders toll finde? Dass du trotzdem wie ein Erstklässler mit deinen Freunden spielst und rennst und springst in der Pause.“ Und ich bin so dankbar für dieses Schulsystem, das solche Kinder nicht mit fünf einschult oder Klassen überspringen lässt. Gegen das einzige Schulproblem des kleinen Herrn Maus – ihm ist langweilig – bekommt er ab sofort noch mehr und schwierigere Extraaufgaben.

Im Hort sind freitags alle Kinder immer schrecklich müde und erschöpft von der Woche. Das äusserst sich darin, dass entweder alle kollektiv am Durchdrehen sind, oder alle still irgendeiner selbstgewählten, nicht sonderlich fordernden Aufgabe nachgehen. Es war ein Freitag der letzteren Sorte. Ich musste nur dreimal einen Häkelanfang knoten, einmal Wasser zum Malen reichen und hatte vor lauter Nichts-tun-Müssen Zeit, das Bücherregal aufzuräumen. Halb vier waren bis auf drei Kinder alle gegangen, und ich wurde ins Wochenende geschickt.

Zu Hause war nur der kleine Herr Maus. Er rannte und sprang mit dem Freund aus dem Nachbarhaus auf dem Hof herum. Sie haben in der Schule ein Heftchen mit kleinen Sportübungen bekommen – insgesamt hundert verschiedene – und wer jede Übung zehn Mal gemacht hat, darf eine finnische Flagge ausmalen. Das Ziel ist, bis zum hundertsten Geburtstag Finnlands am 6. Dezember alle hundert Flaggen ausgemalt zu haben. Mit Heftchen, Bleistift zum Ankreuzen, blauem Buntstift zum Ausmalen und verschwitzten Haaren und hochroten Köpfen gingen sie ernsthaft ihrer Aufgabe nach. Nur einmal kam der kleine Herr Maus rein und bat um einen Ball.

Der grosse Herr Maus war gleich nach der Schule mit seinem Steckenpferd – dieser finnische Trend war ja bisher komplett an mir vorbeigegangen – losgezogen, um sich mit drei Schulfreundinnen zu treffen. Alle zwei Stunden rief er an, ob er noch ein bisschen bleiben dürfe, sie hätten gerade so viel Spass. Erst gegen sieben kam er heimgeritten.

Das Fräulein Maus war mit dem Rad zum Training, das dieses Jahr freitags zufällig in ihrer eigenen Schule stattfindet, gefahren und musste weder gebracht noch abgeholt werden.

Ich atmete sehr tief durch. Endlich vorbei die stressige Woche!

Bis der Ähämann mit dem Herrn Picasso, den er nach der Arbeit von der Durchsicht geholt hatte, nach Hause kam und verkündete: „Ich weiss nicht, was die da in der Werkstatt gemacht haben, aber das Auto ist jetzt jedenfalls kaputt.“

Dann also auch noch ein stressiges Wochenende. Seufz.

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Neu im Haus

Noch mehr als über ihr neues Bett freuten sich die Herren Maus über dessen Verpackung.

Und schwupps, haben wir – samt Ladestation und Fernbedienung – zwei Roboter, die „aufräumen, Müll wegbringen und staubsaugen“ können.

Genau das brauchen wir ganz dringend.
Man sollte öfter neue Möbel kaufen.


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Hofpausen

„Mama, ich finde es echt schön in der Schule! Aber eine Sache ist doof: die Pausen sind immer so kurz! Immer wenn wir gerade mitten im Spielen sind, müssen wir schon wieder rein…!“

Lieber kleinster Sohn, du jammerst auf sehr hohem Niveau, denke ich im Stillen.

Finnische Schulkinder haben die längsten Pausen der Welt, las ich neulich. Ich weiss nicht, ob das stimmt – aber unwahrscheinlich erscheint es mir nicht.

Nach jeder 45-minütigen Unterrichtsstunde gibt es 15 Minuten Pause, die nahezu ausnahmslos im Freien verbracht werden. Und zwar die gesamten 15 Minuten. Wenn der Unterricht 10 Uhr weitergeht, müssen die Kinder nicht 9:55 Uhr reingehen, damit sie 10 Uhr ausgezogen und bereit an ihrem Platz sitzen, sondern sie gehen 10 Uhr, wenn die Schulglocke klingelt, vom Hof zurück in ihre Klassen.

Die Mittagspause nennt sich „lange Pause“ und ist 30 Minuten lang. „Mittagspause“ wäre auch falsch, denn Mittag gegessen wird innerhalb der Unterrichtsstunde vorher. Die Zeit fürs Mittagessen geht also vom Unterricht ab, nicht von der Pause.

„Du hast wirklich keinen Grund, dich zu beklagen“, sage ich zum kleinen Herrn Maus. Und dann erzähle ich ihm ein bisschen was über die Pausen in meiner Schulzeit.


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WohnRullerpark

Gleich hinter unserem Wald entsteht ein neues Wohngebiet. Das heisst, es soll wohl ein Wohngebiet entstehen: die Strassen sind asphaltiert und mit Strassenschildern und Verkehrszeichen versehen, Bäume und Büsche sind gepflanzt, Bänke aufgestellt, Stromkästen und Strassenlaternen installiert – nur Häuser gibt es noch keine. Noch nicht einmal Baustellen. Auf den zukünftigen Baugrundstücken wuchern Kornblumen und Kamille in kniehohem Gras.

Der Asphalt ist da nicht ganz so schön glatt wie auf der Schlittschuhbahn oder im Verkehrspark und „Mit den Gullideckeln haben sie’s ein bisschen übertrieben!“ empörte sich der kleine Herr Maus, aber dafür ist man jederzeit in fünf Minuten hingelaufen und kann dann da wunderbare Runden fahren.

Also wegen uns braucht da keiner so schnell ein Haus zu bauen.

Die Strassenlaternen dort bleiben allerdings vorerst – die Umwelt dankt! – ausgeschaltet. Wenn man nicht mehr erkennen kann, wo sich die Gullideckel befinden, um die man tunlichst herumrullert, ist es sowieso höchste Zeit, den Heimweg anzutreten, wenn man für den Rückweg durch den Wald keine Stirnlampe dabeihat.