Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Winterwunderwochenende

Als der Ähämann die Einladung nach Mittelfinnland zu einer Verteidigung und Doktorfeier erhielt, beschlossen wir sofort und einstimmig, dass wir die Skiferien einen Tag vorfristig anfangen und alle gemeinsam hinfahren würden.

So eine Chance auf drei Tage richtigen Winter soll man sich schliesslich nicht entgehen lassen! (Und auch keine einzige Chance, seine Freunde zu treffen! So oft wie in diesem Jahr habe ich die liebste Freundin das letzte Mal vermutlich gesehen, als wir noch zusammen studierten!)

Es war ganz wunderbar: Aussichtsturmbesteigung und Museumsbesuch. Schlittschuhlaufen auf dem See – als ich das letzte Mal auf diesem See schlittschuhlaufen war, schob ich übrigens das Fräulein Maus im Kinderwagen vor mir her – Rodeln in der Mittagssonne, Skitour durch Märchenwald. Danach Aufwärmen von innen im Pfannkuchenrestaurant. Das Fräulein Maus war drei Tage bei ihrer besten Freundin einquartiert, und die Herren Maus waren ganz fasziniert davon, einmal mitten im Stadtzentrum zu wohnen.

Drei Tage lang Schnee, beissende Kälte und Sonne. Fast schon März!

Heute und morgen kurzes Zwischenspiel in Turku, weil das Fräulein Maus Trainingslager hat. Ab morgen Nachmittag Fortsetzung der Skiferien.


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Abendspaziergang, Dienstag

Als ich gestern von Arbeit kam, hatte der Ähämann einen grossen Berg Waffeln gebacken. Den verspeisten wir statt eines finnischen Abendbrots, und dann guckten wir uns an: „Machen wir einen Abendspaziergang?!“ „Klar machen wir einen Abendspaziergang!“

Das Fräulein Maus ist krank und der grosse Herr Maus wollte lieber mit seinen Freunden auf dem Hof eine Schneeburg bauen, also brachen nur der kleine Herr Maus, der Ähämann und ich zur übernächsten Loipe auf.

(So wie wir einst anfingen, Strände zu testen, probieren wir diese Woche mal alle beleuchteten Loipen Turkus aus, haben wir beschlossen.)

Das war sehr schön, so im glitzernden Schneegestöber. Der jüngste Skifahrer, den wir trafen, war ungefähr zwei – was zu einem akuten Anfall von Sentimentalitis führte – und der älteste ungefähr 80. (Ersterer war übrigens der einzige, den wir überholten und nicht umgekehrt.) Anders als auf der Kunstschneeloipe, auf der sich die Fitnessjünger gegenseitig fast über den Haufen fahren, waren aber nur ein paar vereinzelte Skifahrer unterwegs. Aber natürlich darf auf finnischen Loipen trotzdem nicht jeder tun und lassen und in jede Richtung fahren, die er will. ;-)


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kaksisataayhdeksänkymmentäkuusi

Am Dienstagabend, als ich entnervt mein Telefon in die Tasche zurückpackte, weil man von Finnlands grösster Tageszeitung inzwischen nur noch gefühlt drei Artikel pro Monat kostenlos online lesen kann, das örtliche Wurstblatt die lokale Tageszeitung aber keine Alternative ist, fiel mein Blick da, wo man vorm Inder sein Elektroauto laden kann und wo inzwischen ziemlich oft Autos mit Kabel im Tankdeckel stehen, auf einen geparkten, ziemlich neuen, blauen Volvo. So ein schönes Blau, wie man es seit Jahren nicht mehr auf den Strassen sieht. Und es war eine 296!

Zum Busfahren und Zeitunglesen kam ich übrigens nur, weil es in Turku mit dem Winterdienst neuerdings überhaupt nicht mehr klappt. Ich brauche weder Salz noch Streugut auf den Radwegen – aber bei tiefem Schnee, möglicherweise noch nassem, hören meine Radfahrfähigkeiten auf.

Nun haben wir ja seit diesem Winter in Turku offiziell ein Stück Winterradweg. Der soll nicht gestreut werden, dafür soll der Schnee nicht nur geschoben, sondern gefegt werden. Klingt soweit gut. Allerdings soll er „bei Bedarf“ auch gesalzt werden, und da haben wir den Salat: es wird da jetzt nämlich einfach immer Salz draufgekippt, in der Hoffnung, dass es seine Wirkung schon tun wird. Tut es auch – allerdings nicht nur auf dem Winterradweg, sondern auch auch an der Fahrradkette und an der Schaltung. So viele Probleme mit der Gangschaltung wie in diesem Winter hatte ich noch nie!

Ausserdem ist es jetzt so, dass zwar das Stückchen Winterradwegteststrecke fast immer komplett schneefrei ist, dafür aber die anderen Radwege überhaupt nicht geräumt werden. Besonders schön ist das dann an den Stellen, wo das Salz von den Radfahrern noch mindestens 100 m auf so einen ungeräumten Radweg gefahren wurde. Statt dass sich dort der Schnee allmählich zu einer harten Schicht, auf der man wunderbar fahren kann, festfährt, bildet sich braune Matschepampe, die jeden noch so guten Spikereifen zum Schlingern bringt.

Es werden übrigens nicht nur die Radwege nicht mehr geräumt.

Als wir noch in der vorherigen Wohnung wohnten, kam, wenn es abends angefangen hatte zu schneien, der Schneepflug früh um vier (!) und räumte schon mal das Gröbste von den Fusswegen. Und wenn man gegen acht zur Arbeit ging, waren auch alle Strassen geräumt. Gut, es war manchmal nicht ganz perfekt: wenn der Strassenschneepflug schon dagewesen war, waren die Haltestellen verschüttet und man musste über einen Schneewall in den Bus klettern. War die Haltestelle freigeräumt, waren die Ausfahrten verschüttet. Wurden die Ausfahrten geräumt, bildeten sich Schneewälle quer über die Fusswege. Wenn es sehr viel schneite, dauerte es schon mal ein paar Stunden, bis man wieder ungehindert überall hin konnte. Aber immerhin wurde dran gearbeitet.

Heutzutage werden in Turku die wichtigsten Durchgangsstrassen freigeschoben und grosszügig mit Salz versehen; kleine Nebenstrassen und Rad- und Fusswege müssen auch mal zwei bis drei Tage nach Neuschnee warten, bis da was passiert. Unsere Hausmeisterfirma kommt auch nur noch jeden zweiten Tag mit dem Schneepflug – was immerhin die rodelnde Nachbarskinderschar freut, aber ich finde ja, die könnten lieber mal sofort den Schnee wegmachen statt im Sommer jede Woche den gar nicht vorhandenen, weil sofort niedergemetzelten, Rasen zu mähen.

Ich fahre also neuerdings Bus, wenn es schneit oder am Vortag geschneit hat.

Wie schön, dass es heute und morgen 30 cm Neuschnee geben soll. Und die Busfahrer morgen streiken werden.

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Sonn(en)tag

Das neue Jahr hat uns bisher nicht gerade mit Sonne verwöhnt. Aber jeder Sonntag hat bisher seinem Namen alle Ehre gemacht!

Leider sieht bei uns der Winter zwar gerade ganz zauberhaft aus, aber das Eis ist zu dünn und die Schneedecke zu zart, um woanders als auf Kunsteis oder-schnee schlittschuh- oder skilaufen zu gehen. Und dann haben sonntags ja zwei Kinder Training, und eigentlich mussten wir auch zu Ikea…

Aber bei dem Wetter nicht rausgehen?! Zum Glück gibt es für solche Gelegenheiten das Citymoor!

„Ach, ist das toll hier!“, schwärmten der Ähämann und ich. „So nahe an der Stadt, und trotzdem völlige Wildnis, als wäre man…“, sagte ich gerade, da rümpften wir beide gleichzeitig die Nase und fingen an zu lachen. Denn mitten durch das ach so wilde Moor waberte eine dicke Kerosinwolke, die der vor zwei Minuten gestartete Airbus hinterlassen hatte.

So ist das eben, in unserem Citymoor.


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Es muss nicht immer Lappland sein

Eigentlich wollten wir in den Weihnachtsferien einfach nur zu Hause bleiben und faulenzen. Aber als wir hörten, dass in Mittelfinnland richtig viel Schnee liegt, während bei uns der Regen ans Fenster prasselte, da fassten wir einen schnellen Entschluss.

Am Freitag buchten wir ein Mökki, am Sonnabend packten wir Koffer und Kisten, am Sonntag beluden wir das Auto mit Skiern, Schlitten und unserem blauen Tretschlitten und fuhren nach Mittelfinnland. Silvester feierten wir, wie ich es zuletzt vor 18 Jahren getan habe, an einem tief verschneiten mittelfinnischen See.

Die Kinder schaufelten als erstes Pfade rund ums Haus. Unsere Silvesterbowle tranken wir vorm Kamin. Dampfend stellten wir uns nach der Sauna in die mondlichtbeschienene Stille, fröstelnd huschten wir zurück an den zischenden Saunaofen, und die Zeit verging so schnell wie sonst nie am Silvesterabend. Der grosse Herr Maus legte unermüdlich Feuerholz im Kamin und im Saunaofen nach, das Fräulein Maus schnitt Gemüse klein und bereitete Dippi nach einem Rezept aus ihrem ehemaligen Wahlfach zu, nur der kleine Herr Maus verschwand halb elf mit den Worten „Ich leg‘ mich nur mal kurz hin und ruh‘ mich ein bisschen aus“ ins Schlafzimmer, aus dem fünf Minuten später gleichmässiges Schnarchen zu hören war. Unter Mühen, aber seiner Dankbarkeit sicher, weckten wir ihn rechtzeitig wieder auf, um im Schnee auf das neue Jahr anzustossen und unser ganz eigenes, kleines Feuerwerk über dem dunklen See zu bewundern.

Drei Tage lang gingen wir skifahren, schlittenfahren und jeden Abend in die Sauna. Abendbrot bereiteten wir am liebsten draussen an der verschneiten Feuerstelle zu. Wir besuchten die finnischen Paten des Fräulein Maus, wir trafen meine liebste Freundin und das Fräulein Maus schlief eine Nacht bei ihrer liebsten Freundin, und sie zeigten uns ihre liebste Skiloipe und den besten Rodelhang.

Über Silvester nach Mittelfinnland zu fahren war die beste letzte Entscheidung des Jahres 2017.


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kaksisataayhdeksänkymmentäkaksi

Endlich Ferien! Endlich wieder im Meer baden gehen!

Wir waren schon vermisst worden von den Saunastammgästen. „Ihr seid ja alle gross geworden!“, wurden die Kinder begrüsst. Und seit heute haben tatsächlich alle drei begriffen, dass es sich besser anfühlt, wenn man nicht nur die Zehen eintunkt, sondern wirklich bis zum Hals ins Wasser geht. Sie wollten dann gar nicht mehr aufhören. Deswegen blinkerten schon grün und rot die Seezeichen übers schwarze Wasser, als wir das letzte Mal dampfend von der Sauna auf den Steg liefen.

Und als wir heimfuhren, fuhr eine 292 vor uns her.

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