Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Typisch 2020

3 Kommentare

Auch abseits von Corona gehen hier derzeit sehr ausführlich sehr gruselige Dinge durch die Presse.

Zum Beispiel ist in den letzten Monaten wieder viel von der „Estonia“ zu lesen gewesen, um die es eigentlich nach dem zehnten Jahrestag ihres Untergangs auch hier recht ruhig geworden war.
Klar, man kann bis heute nicht nach Utö fahren, ohne von irgendjemandem darauf angesprochen zu werden. Und die Kinder erinnern sich immer mal daran, dass der weltbeste BootchauffeurFeldassistent, mit dem ich 2004 bis in den September hinein da draussen arbeitete, mir damals erzählt hat, dass er 1994 in dieser stürmischen Herbstnacht auf einer Vogelbeobachtungsstation auf einer Insel ganz in der Nähe war und die ganze Nacht die Hubschrauber gehört, aber erst am nächsten Morgen von dem Unglück erfahren hat „… und Mama, war das nicht so, dass er Angst hatte, er könnte zufällig einen angespülten Toten finden, und er hat dann aber nur eine Schwimmweste gefunden?“ (Kategorie: Oma erzählt vom Krieg Mama erzählt von ihrer Doktorarbeit.)
Jetzt aber gibt es auf einmal nicht nur neue Vermutungen und Verschwörungstheorien zur Unglücksursache der „Estonia“, sondern es wird jetzt auch nach 33 Jahren ein sehr gruseliger Mordfall auf der Viking „Sally“, die damals als Fährschiff zwischen Stockholm und Turku unterwegs war, neu aufgerollt. Das unheimlichste Detail an dieser Mordgeschichte ist für mich jedoch, dass auf dem selben Schiff sieben Jahre später unvorstellbar viel mehr Menschen umkamen: die „Sally“ war nämlich die spätere „Estonia“.

Diesen Donnerstag gab es dann einen Störfall im nahegelegenen Kernkraftwerk. Der Reaktor wurde sofort heruntergefahren, es ist keine Strahlung ausgetreten und niemand zu Schaden gekommen; in der Presse geht es jetzt hoch her, ob man den 12 Jahre nach geplanter Inbetriebnahme immer noch im Bau befindlichen dritten Reaktor überhaupt noch fertigstellen sollte ob zu spät und zu wenig informiert wurde und wer die in der ersten Stunde danach um das 25fache gestiegenen Strompreise zu zahlen hat.

(Danke, 2020, lass gut sein, reicht jetzt!)

3 Kommentare zu “Typisch 2020

  1. Wow. Da passt ja der Werbespot einer Partnervermittlung, in der Satan und 2020 eine Beziehung eingehen…

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