Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Reiserückblick: Wasserfälle

2 Kommentare

Ich sag’s mal gleich: Wasserfälle reissen mich nicht vom Hocker.

Das hat sich auch in Island nicht geändert, obwohl die isländischen Wasserfälle wirklich beeindruckend sind: nicht nur in ihrer Zahl – von jedem Hügel stürzt Wasser in kleineren oder grösseren Mengen – sondern auch in ihren Aussmassen.

Wasserfälle standen jedenfalls nicht auf unserer Wollen-wir-unbedingt-sehen-Liste. Also gut, der Dettifoss zum Beispiel schon. Weil er der wasserreichste Wasserfall Europas ist und ausserdem eher so niagarafallmässig in die Tiefe stürzt und ich bisher, vom Rheinfall mal abgesehen, nur hohe, schmale Gebirgswasserfälle gesehen hatte.

Eigentlich wollten wir dran vorbeifahren und am nächsten Tag nochmal wiederkommen, aber dann schien die Sonne so schön, und wie überall im Norden wird das Licht erst abends richtig schön, und ach, wenn wir schon mal da waren…

Jedenfalls waren wir ganz alleine dort, und als wir den knappen Kilometer bis zum eigentlichen Wasserfall liefen und später wieder zurück – das mochte ich übrigens sehr an Island, dass man zu den meisten Sehenswürdigkeiten nicht direkt hinfahren kann, sondern wenigstens ein kleines bisschen laufen muss – stellte ich fest, dass mich die Mondlandschaft aus Basalt, die man zwischen Parkplatz und Wasserfall durchqueren muss, viel mehr beeindruckte als der Wasserfall selbst.

(Hinterher gab es noch eine 30 km lange Zitterpartie, weil man auf zwei Seiten am Dettifoss und seinem Flusslauf vorbeifahren kann. Wir hatten uns für die westliche entschieden. Direkt hinterm Parkplatz stand ein Schild, dass der Strassenzustand wegen einer Baustelle recht schlecht sei. Wird schon halb so wild sein, sagten wir uns. Dann stand aber plötzlich ein sehr grosses Schild am Strassenrand, dass man nur mit Allradantrieb weiterfahren könne. Wie jetzt? Warum hatte das denn nicht auf dem Baustellenschild gestanden?! Wir fuhren einfach erstmal weiter und hofften das Beste – denn umkehren zu müssen hätte einen Umweg von 100 km bis zum anvisierten Zeltplatz bedeutet, und es war ja auch schon fast um zehn. Die Strasse war recht holprig und die frisch draufgekippten Steine vielleicht nicht so das angenehmste für des Löwen Balthasars zarte Alljahresreifen – aber keine Strasse, die er nicht hätte meistern können. Wir wunderten uns ein bisschen, warum da überhaupt so eine Grossbaustelle mitten im Nirgendwo ist und atmeten auf, als wir sie nach 30 Kilometern endlich passiert hatten, ohne ein Allradauto zu brauchen. Hinterher stellte sich raus, dass das auf der Westseite offensichtlich bis vor Kurzem eine F-Strasse gewesen war, die gerade zu einer normalen Strasse umgebaut wird. Und das „Nur Allradfahrzeuge!“-Schild stand da offenbar einfach noch rum. Puh.)

Jedenfalls. Die isländischen Wasserfälle sind schon recht hübsch. Und imposant.

In Zukunft allerdings reissen mich mitteleuropäische Wasserfälle erst recht nicht mehr vom Hocker.

2 Kommentare zu “Reiserückblick: Wasserfälle

  1. Beim Seljalandsfoss hinter dem man sogar lang laufen kann ward ihr vermutlich auch, oder? Aber habt ihr auch den Gljúfrabúi in dessen direkter Nachbarschaft gesehen? Der fällt in so einem schmalen Canyon dass es fast wie ein Wasserfall in einer Höhle erscheint. Um ihn zu sehen muss man etwas das Flussbett hoch laufen.

  2. Also ich fand die Wasserfälle mega. Aber Geschmäcker sind eben verschieden.

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