Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Coronaklausur, Tag 55

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Finnland hat 5984 bestätigte Coronafälle.

Als ich heute früh das Rollo hochzog, rieselte zwischen den übers Wochenende zart ergrünten Bäumen so weisses Zeug vom Himmel. Ach, hallo, Mamertus, du?! Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen, dass du den weiten Weg bis nach Finnland auf dich nimmst!

Als nach dem Frühstück alle in die Schule und ins Büro vor ihre digitalen Endgeräte gezogen waren, um die neue Schul- und Arbeitswoche zu beginnen, klappte auch ich meinen Laptop auf und machte zuallererst nicht nur die Nachrichtenseite, sondern auch Wilma auf, um mich über den neuesten Stand der Dinge zu informieren. Aus Wilma waren die orangen Balken – „Antrag in Bearbeitung“ – verschwunden, und siehe da, letztendlich war es ganz einfach: zwei Anträge auf Freistellung mit der Begründung „Wir halten es für ein zu grosses gesundheitliches Risiko, unser Kind wegen der letzten elf Schultage zurück in die Schule zu schicken“ von zwei verschiedenen Rektoren heute früh kommentarlos durchgewinkt. Na bitte!

Dasjenige unserer Kinder, das unbedingt in die Schule möchte, erhielt von seiner Klassenlehrerin heute schon mal eine lange Wilmanachricht mit genauen Hinweisen zum Schulablauf ab Donnerstag: wo und wann sich die Klasse früh treffen und später jede ihrer Pausen verbringen wird („Am zur Strasse hin gelegenen Ende des Kunstrasenplatzes, an der Ecke zum Kindergarten“), dass auch die, die mit dem Fahrrad kommen, mit ihren Rädern da hinkommen sollen und man dann gemeinsam auf dem Weg in die Klasse die Räder wegbringen wird, dass in der eigenen Klasse Mittag gegessen werden wird und dass man früh reichlich essen soll, weil die Mittagessenszeiten jetzt weiter auseinandergezogen sind und für seine Klasse jetzt eine Stunde später stattfinden wird als bisher, und dass alle Unterrichtsfächer mit der Klassenlehrerin stattfinden werden, auch die, in denen sie bisher eine andere Lehrerin hatten. Hört sich alles halbwegs vernünftig an, und wenn es sich das Kind nicht doch noch anders überlegt, dann soll es halt in Gottes Namen hingehen.

Danach bereitete ich schon mal das Tagesprogramm für die letzten drei Tage Fernhort vor, denn vermutlich werden die auch anderweitig recht voll sein. Am Mittwoch gibt es auf jeden Fall nochmal kindgerechte Videos zu Ansteckungswegen über Oberflächen und mit Spucketröpfchen, damit alle vorbereitet sind. Ganz wohl ist mir nämlich nicht bei dem Gedanken an diese grosse Kindergruppe.

Das Fräulein Maus und der kleine Herr Maus setzten nach der Schule ihren gestrigen Sauna-Frühjahrsputz im Bad fort. Man braucht jetzt eine Sonnenbrille, wenn man das Bad betritt.

Ansonsten: Geburtstagsvorbereitungen. Und ein Ausflug mit dem Ähämann zum Hafen, wo der Fahrkartenschalter derzeit jeden Tag anderthalb Stunden früh und anderthalb Stunden abends, jeweils rund um Ankunft und Abfahrt der „Amorella“ und der „Grace“, geöffnet hat, unsere Überfahrt nach Stockholm und zurück auf unbestimmte Zeit verschieben. Als wir wieder rauskamen aus dem Terminal, schob sich gerade die „Grace“ im Abendsonnenschein rückwärts in den Hafen. Ach, ach. Keiner stand an Deck und guckte. (Sie nimmt nur Fracht mit zur Zeit.) Und wir werden auch nicht in drei Wochen mit ihr mitfahren, am Badehäuschen vorbei durch den Wald. Ach, seufz.

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