Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Wahlfachpech

13 Kommentare

Seit der vierten Klasse hat das Fräulein Maus nicht mehr so richtig Glück mit Wahlfächern.

Für die 8. und 9. Klasse darf sie jetzt wieder eins wählen, und weil Hauswirtschaft und Werken nicht mehr so hoch im Kurs stehen wie in der dritten Klasse, war von Anfang an klar, dass sie eine weitere Sprache lernen möchte. Da Spanisch in ihrer Schule nicht angeboten wird und alle ihre Freundinnen Französisch lernen wollen, wollte sie erst auch Französisch, aber dann redeten wir ein bisschen darüber, welche Sprachen man heutzutage vielleicht am ehesten können sollte, und dann entschied sie sich mit leuchtenden Augen für – denn was läge in Finnland näher?! – Russisch.

Tja. Man bereitete uns schon beim Elternabend schonend darauf vor – „In den letzten zehn Jahren ist nie eine Russischgruppe zusammengekommen!“ – und weil tatsächlich nur zwei Schüler*innen Russisch lernen wollten, wird das Wahlfach dann jetzt doch Französisch werden.

Es gibt Schlimmeres. Aber ich sehe es auch als eine verpasste Chance – auch für mich, mein völlig vergessenes Schulrussisch wieder zu aktivieren. Und nach 80 Jahren könnte man ja vielleicht auch mal anders auf seine Geschichte reagieren als mit Groll und Totalverweigerung, liebe finnische Mitbürger. Grmpf.

13 Kommentare zu “Wahlfachpech

  1. Das ist aber nicht nur in Finnland so… Als ich vor gut 25 Jahren in Sachsen die Wahl der 2. Fremdsprache hatte, ist auch kein Russischkurs zusammengekommen… Und da ich partout kein Französischen lernen wollte, hab ich dann halt Latein genommen…

  2. Sehr schade! Und deinen Unmut finde ich nachvollziehbar. Meine Tochter hat an der Uni ein bisschen Russisch gelernt und an der Uni, an der sie dann den Master gemacht hat (Bauhaus-Weimar) auch an einem Austauschprogramm mit einer Moskauer Hochschule teilnehmen können, mit großem Interesse und großer Begeisterung.
    Und übrigens, an dem Gymnasium, an der ich jetzt zusätzlich zur Stammschule einige Stunden unterrichte, da hat sich das Wahlfach Russisch gehalten, seit Gründung der Schule in den 50er Jahren ist es dort etabliert. Mitten in BadenWürttemberg. Und ist wohl ganz gut besucht und aufgestellt.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

  3. Und noch eine Anmerkung für das Fräulein Maus: Trotz allem Wahlfachpech – Französisch ist eine schöne Sprache! Ich hab sie gerne gelernt, 5 Jahre lang und nach 20 Jahren auch gerne wieder etwas aktiviert für den Urlaub in der französischen Provinz.
    Also – viel Freude wünsche ich Dir! Beaucoup de plaisir!
    Herzlichst Ingrid

  4. Da habe ich auch noch Persönliches beizusteuern.

    Französisch mußte ich innerhalb 6 Monaten lernen um die Aufnahme aufs Gym zu machen (es war mein Wunsch, also pauken, pauken, pauken! 2,5 Jahre Schulfranzösisch). Dafür gab es grünes Licht, und NUR dafür! (Bestanden und das noch ganz ordentlich.)
    Dann hatte ich mir 1 Jahr später auf eben jenem Gym einen Deutsch-Russen geangelt und mir tatsächlich neben der Latein-AG Russisch angetan. Das steht mit Absicht so da, denn die kyrillischen Buchstaben haben mir den letzten Nerv geraubt! Nach 1,5 Monaten gab ich auf.
    Das war in Baden-Württemberg, 1996-1997.

    Und jetzt kommt Hannover, im Juni 1997 hingezogen:
    Außer mir, wollten noch eine Handvoll andere Latein lernen. Anfrage an die Schule wie es mit einer AG ausschaut. Die Begründung für die Absage lautete wie folgt: „Da nur 7 Schüler an dem Kurs teilnehmen wollen, werden wir dafür keinen Lehrer abstellen.“ Durchsage Ende.

    So kann man lernbegeisterten Schülern eventuell den Wind aus den Segeln nehmen. Wir haben uns dann en passant gebildet. Damit ist alles gemeint, weil die Schule in Hannover der letzte Heuler war. (Jargon meines Vaters, und ich muß ihm dieses eine Mal recht geben.)

    Liebe Grüße,

    Franziska

  5. Ich habe sehr sehr gerne Fanzösisch im Gymnasium gelernt, sogar als Leistungskurs (Rheinland Pfalz). Russisch hatte ich probiert, konnte mich aber nicht für diese Sprache begeistern.

    • Ich hatte beides in der Schule. Der Russischlehrplan war leider so, dass man gar nicht wollte, dass wir später auf Russich kommunizieren können. Vielleicht fände ich es auch deswegen schön, wenn das Fräulein Maus die Chance bekäme, Russisch von Anfang an so zu lernen, dass sie was davon hat…

  6. Ich verstehe den Ärger. Französisch ist ja schön und nett… ich habe es auch gerne gelernt, 5 Jahre lang, sogar im Leistungskurs. Gebraucht habe ich es bislang (mein Abi liegt 16 Jahre zurück) NIE. Russisch zu können wäre nicht nur in Finnland bestimmt hilfreicher.

  7. Ich hätte nicht unbedingt Französisch und Latein lernen müssen, aber es ist ein super Türöffner, um alle romanischen Sprachen zumindest in Grundzügen lesen zu können. Zu Russisch habe ich keinerlei Erfahrungen.

    • Wenn man Russisch kann, kann man halt alle slawischen Sprachen zumindest in Grundzügen, und das war und ist bisher in unserer Familie immer wichtiger gewesen. Plus man kann das kyrillische Alphabet.

  8. Och, das ist Schade. So mit einer Grenze nach Russland wäre die Sprache sicher eine gute Wahl. Und ich finde, wenn man englisch lernt, ist französisch etwas schwierig

    • Weiss nicht. Ich hab‘ Russisch, Englisch, Französisch, Tschechisch, Finnisch und Schwedisch gelernt in meinem bisherigen Leben (wovon ich zwei Sprachen gar nicht mehr kann, zwei leidlich und zwei gut), und ich habe einfach nur festgestellt, dass es mit jeder weiteren Sprache leichter wird. Insofern kann auch Französisch nicht schaden. (Aber schade find‘ ich’s trotzdem.)

  9. Ich bin ja jetzt nicht so ganz neutral… Wo meine Kinder doch alle zweisprachig französisch-deutsch sind.
    Russisch hab ich zwei Jahre lang gelernt. Ein paar Jahre später reichte es gerade noch, um zu proklamieren: „ich spreche kein Russisch.“ Allerdings sage ich das auch nicht mehr, seit es mir der ukrainische Nachbar nicht glauben wollte. Ich habe es zu gut gesagt!

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