Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Zeitungsmeldungen, die man lieber nicht gelesen hätte (3)

4 Kommentare

„Bauarbeiten an der Tiefgarage unterm Markt wegen Absackgefahr für mindestens eine Woche unterbrochen“

Spätestens seit dieser Woche ist klar, dass wir wirklich in Schilda leben.

Die Grossbaustelle im Stadtzentrum, die keiner braucht und keiner will, ist fürs Erste stillgelegt. Überraschung, Überraschung steht Turku nämlich nicht auf Fels, sondern auf Ton. „Wir wussten, dass es nicht der geeignetste Platz ist, um eine Tiefgarage zu bauen. Das Ausmass der Absackungen und Erdrutsche hat uns dennoch überrascht.“

Schon vor Wochen war Passanten aufgefallen, dass der Fussweg zwischen Markt und angrenzenden Gebäuden ganz offensichtlich deutlich abgesackt ist. Kein Grund zur Sorge, informierte die Baufirma, alles ganz normal, und wir haben auch brav die betroffenen Gehwegplatten erneuert, damit niemand stolpert.

Kurz darauf war auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes der drei Meter hohe Sichtschutz Bauzaun in die Baugrube gestürzt. Nur wegen der starken Regenfälle und des vielen Schmelzwassers, liess die Baufirma wissen, und der Zaun stand eben sehr nahe am Grubenrand, kein Grund zur Sorge, warum auch, alles ganz normal, wenn man auf Ton baut.

Vielleicht brauchen wir ja bald keine Tiefgarage unterm Markt mehr, weil alle angrenzenden Einkaufszentren und Kaufhäuser in die Tiefgaragenbaugrube gestürzt sind.
Nur um die orthodoxe Kirche wäre es schade.

4 Kommentare zu “Zeitungsmeldungen, die man lieber nicht gelesen hätte (3)

  1. Sag mal, gibt es keine Geologen in Finnland, die vor den Baumaßnahmen Vorerkundungen machen? Das Ausmaß der Fehleinschätzungen ist wirklich mehr als merkwürdig.
    Vielleicht doch ein finnisches Schilda. ;-)
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Wenn man ein Projekt unbedingt durchboxen will, dann ist alles egal: der Wille der Bevölkerung, die völlige Unzeitgemässheit des Projekts und natürlich auch die Ergebnisse sämtlicher Voruntersuchungen. :-/

  2. Also als ich das Bild im Artikel sah, mußte ich doch glatt an die Zeiten des „Wiener Loch“ in Dresden denken. Ansonsten erinnert mich die Geschichte irgendwie an die Autobahnbrücke der A 20 in Mecklenburg-Vorpommern vor einer Weile Stück für Stück im Moor versank. Jaja…überraschenderweise scheinen viele Orte sich mit dem Beinamen „Schilda“ rühmen zu wollen!? ;D

    • Aus Tampere, der ewigen Rivalin, kamen bisher Jahr für Jahr einmal im Frühjahr Studenten angereist und trampelten gemeinsam auf dem Marktplatz, um Turku im Meer zu versenken. (Ja, wir haben durchaus seltsame Bräuche hier.) Kann sein, dass sie sich dann ab sofort die Mühe sparen können und Turku ganz allein für seinen Untergang sorgt…

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