Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Flieg, Korbinchen, flieg!

7 Kommentare

Drachensteigen ist ja nicht unbedingt ein Kinderspiel.

Suchbild. ;-)
(So eine 100-m-Drachenschnur ist ganz schön… lang.)

Die meisten Drachen nämlich sind leider völlig ungeeignet: drehen unkontrollierte Loopings in der Luft und stürzen gleich wieder ab. Ich habe in meinem ganzen Leben eigentlich nur zwei Drachen an der Leine gehabt, mit denen ich wirklich Spass hatte: den riesigen Lenkdrachen, den der ehemalige Mäusefängerfreund und Bürokollege, als wir gemeinsam auf Tagung nach Holland fuhren, dorthin mitgenommen hatte – und Korbinchen.

Korbinchen hat mein Vater aus einem Bastelbogen aus einer FRÖSI von 1968 (!) für mich gebaut, als ich ein Jahr alt war. Korbinchen bekam ein paar Jahre später einen noch längeren Schwanz verpasst sowie eine 100-m-Leine, die das einzig Brauchbare an einem gekauften Drachen, den ich mal geschenkt bekommen hatte, gewesen war, und stieg Herbst für Herbst wie ein Greifvogel in die Luft. Das letzte Mal war ich mit dem Damals-noch-nicht-Ähämann das Korbinchen auf den Hochebenen über Jena ausführen, da waren wir beide dem Drachenalter längst entwachsen, aber na und?! Vor ein paar Jahren brachten meine Eltern Korbinchen mit nach Turku, und ich hätte gern sofort ausprobiert, ob es immer noch so prima fliegt.

Aber. Drachensteigen ist hier auch deswegen schwierig, weil es keine geeigneten Plätze dafür gibt. Es gibt keine Stoppelfelder, weil die so spät erst abgeerntet und dann immer gleich umgepflügt werden. Und selbst wenn, befinden sich Felder und Wiesen immer irgendwo unten, im Windschatten von Wäldern, sind eher klein und zumeist von Stromleitungen überzogen.

Sonntagabend, als wir sowieso alle – bis auf den grossen Herrn Maus natürlich – ganz dringend nochmal frische Luft schnappen und Sonne tanken mussten, haben wir dann jetzt einfach mal beschlossen, dass die Kinder jetzt alt genug sind und schon oft genug da waren, um das Korbinchen vom einzigen geeigneten Platz weit und breit aus steigen zu lassen: einem ziemlich steilen Berg – naja, „Berg“; eher ein überdimensionierter Felsen – nämlich. Was auch deswegen kein Problem darstellte, weil das Korbinchen wirklich mit der ersten Windböe in die Luft steigt und dann da steht wie eine Eins, so dass man mit ihm auch nicht rennen muss, um es in die Luft zu bringen oder in der Luft zu halten. (Die Kinder rannten nur juchzend durch die Gegend, um geeignete trockene Grashalme zu sammeln, um dem Korbinchen Post nach oben zu schicken.)

Kinder glücklich.
Eltern glücklich.
Das Korbinchen nickte uns von weit oben auch irgendwie glücklich lächelnd zu. Mit Kranichen ist es noch nie geflogen!

7 Kommentare zu “Flieg, Korbinchen, flieg!

  1. Schönes Herbsterlebnis für die ganze Familie, Kindheitserinnerungen eingeschlossen!
    Lieben Gruß, Michael

  2. Das ist ja echt toll. Ja die Frösi kenn ich auch noch

  3. Und schwupp, da ist sie wieder, die Erinnerung … Frösi … mein Drachen aus dieser Zeit flog auch super, aber hat’s leider nicht ins neue Jahrtausend geschafft …

    • Leider nein, aber es findet sich sicher irgendwo eine in den Weiten des Internets…

      (Wichtig ist ein langer, schwerer Schwanz. Das Korbinchen ist nur ca. 50 cm hoch, hat aber einen zwei Meter langen Schwanz aus mindestens 10 DDR-Stoff-Geschenkbändern. Der auf Bildern übliche Drachenschwanz aus einem Faden mit Schleifchen dran ist nicht sehr geeignet.)

  4. Nun frage ich mich schon seit Tagen – und dann jetzt auch hier: woher kommt der Name Korbinchen? Da ist doch keoin Korb drauf, oder?

    Herzliche Grüße von der Nordsee
    Kerstin

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