Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Es muss nicht immer Lappland sein

8 Kommentare

Eigentlich wollten wir in den Weihnachtsferien einfach nur zu Hause bleiben und faulenzen. Aber als wir hörten, dass in Mittelfinnland richtig viel Schnee liegt, während bei uns der Regen ans Fenster prasselte, da fassten wir einen schnellen Entschluss.

Am Freitag buchten wir ein Mökki, am Sonnabend packten wir Koffer und Kisten, am Sonntag beluden wir das Auto mit Skiern, Schlitten und unserem blauen Tretschlitten und fuhren nach Mittelfinnland. Silvester feierten wir, wie ich es zuletzt vor 18 Jahren getan habe, an einem tief verschneiten mittelfinnischen See.

Die Kinder schaufelten als erstes Pfade rund ums Haus. Unsere Silvesterbowle tranken wir vorm Kamin. Dampfend stellten wir uns nach der Sauna in die mondlichtbeschienene Stille, fröstelnd huschten wir zurück an den zischenden Saunaofen, und die Zeit verging so schnell wie sonst nie am Silvesterabend. Der grosse Herr Maus legte unermüdlich Feuerholz im Kamin und im Saunaofen nach, das Fräulein Maus schnitt Gemüse klein und bereitete Dippi nach einem Rezept aus ihrem ehemaligen Wahlfach zu, nur der kleine Herr Maus verschwand halb elf mit den Worten „Ich leg‘ mich nur mal kurz hin und ruh‘ mich ein bisschen aus“ ins Schlafzimmer, aus dem fünf Minuten später gleichmässiges Schnarchen zu hören war. Unter Mühen, aber seiner Dankbarkeit sicher, weckten wir ihn rechtzeitig wieder auf, um im Schnee auf das neue Jahr anzustossen und unser ganz eigenes, kleines Feuerwerk über dem dunklen See zu bewundern.

Drei Tage lang gingen wir skifahren, schlittenfahren und jeden Abend in die Sauna. Abendbrot bereiteten wir am liebsten draussen an der verschneiten Feuerstelle zu. Wir besuchten die finnischen Paten des Fräulein Maus, wir trafen meine liebste Freundin und das Fräulein Maus schlief eine Nacht bei ihrer liebsten Freundin, und sie zeigten uns ihre liebste Skiloipe und den besten Rodelhang.

Über Silvester nach Mittelfinnland zu fahren war die beste letzte Entscheidung des Jahres 2017.

8 Kommentare zu “Es muss nicht immer Lappland sein

  1. … das hört sich wirklich superschön an.
    Guten Start in 2018, Slo

  2. Hach! Das klingt nach einem sehr schönen Urlaub und einem tollen Jahreswechsel. Euch ein schönes Jahr mit vielen Abenteuern und schönen Momenten.

  3. Das klingt einfach traumhaft.
    Ich wäre oft gerne dabei,es ist toll wie du schreibst.
    Dank deines Blogs bin ich ja ein bisschen dabei 😊

  4. Dein Bericht fängt die Stimmung gut ein. Hast du – als Insiderin – einen guten Tipp, über welches Portal man am besten ein Mökki anmieten sollte?

    Gruß

  5. Dann wünsche ich allen in der Familie auch noch mal schnell ein duftes neues Jahr. Ich hoffe mal, das es so viel Glanz hat wie zum Silvesterfeuerwerk (nur mit weniger Krach und weniger Müll, wie es in Dresden der Fall war)!

    Wenn man den vielen Schnee (und den blauen Tretschlitten) so sieht, kann man ja nur neidisch werden.

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